Energiewende

Vier bis fünf neue Windräder pro Tag: Scholz macht Erneuerbare Energien zur Chefsache

+
Bundeskanzler Olaf Scholz will die Erneuerbaren Energien zur Chefsache machen. Er will, dass bis 2030 jeden Tag vier bis fünf Windräder aufgestellt werden.
  • schließen

Bundeskanzler Olaf Scholz will die Erneuerbaren Energien zur Chefsache machen. Er will, dass bis 2030 jeden Tag vier bis fünf Windräder aufgestellt werden.

Husum/Berlin – Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) macht in Deutschland die Erneuerbaren Energien zur Chefsache. Das hat der deutsche Regierungschef am Sonntag, 5. Februar 2023, beim Landesparteitag seiner Partei in Husum in Schleswig-Holstein bekannt gegeben. Der Kanzler rechnete vor, dass in Deutschland vier bis fünf Windkraftanlagen pro Tag installiert werden müssten bis zum Ende des Jahrzehnts. „Damit wir es schaffen, 80 Prozent unseres Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien zu decken.“

Vier bis fünf neue Windräder pro Tag: Scholz macht Erneuerbare Energien zur Chefsache

Die Zukunft werde viel stärker elektrifiziert sein, auch bei der Neuaufstellung industrieller Prozesse. Im kommenden Jahrzehnt müsse die Stromproduktion dann noch einmal verdoppelt werden, sagte Olaf Scholz. „Das ist die Perspektive für die industrielle Zukunft Deutschlands als ein wohlhabendes Land vorne dabei auf der Welt.“ Aktuell gibt es im Bundesgebiet nach Angaben von Branchenverbänden mehr als 28.000 Windräder an Land mit einer gesamten Leistung von rund 58 Gigawatt. Bis 2030 sollen allerdings 115 Gigawatt aus der Windenergie in Deutschland gewonnenwerden.

Mit Blick auf die Energiewende betonte Scholz, Deutschland werde aus der Kohleverstromung und der Atomenergie aussteigen. „Aber gleichzeitig müssen wir auch einsteigen, mit einem unglaublichen Tempo, damit gewährleistet wird, dass das auch tatsächlich gelingt.“ Ganz Deutschland müsse sich jetzt auf Erneuerbare Energien ausrichten. „Auf Windkraft, auf Solarenergie, auf Biomasse und auf ein leistungsfähiges Stromnetz.“ Das müsse mit großem Tempo vorangetrieben werden. „Es gibt keinen Verzug mehr“, sagte Scholz in Husum.

Gleichzeitig warb der Kanzler um Vertrauen in die Sicherheitspolitik seiner Regierung geworden. „Vertrauen Sie mir, vertrauen Sie dieser Regierung.“ Er werde weiter abgewogen handeln, sagte er am Sonntag in Husum zum inzwischen fast ein Jahr dauernden Ukraine-Kriegs.

Vier bis fünf neue Windräder pro Tag: Scholz macht Erneuerbare Energien zur Chefsache

Zu Waffenlieferungen an die Ukraine sagte Scholz, jede Entscheidung werde sorgfältig abgewogen. „Wir haben nie alleine gehandelt. Ich bin ganz sicher, das ist richtig so.“ Er wisse, dass viele Menschen hinter dieser Haltung stünden, sagte der Bundeskanzler. „Wir unterstützen die Ukraine und gleichzeitig wollen wir alles dafür tun, dass dieser Krieg nicht zu einem Krieg eskaliert zwischen Russland und der Nato.“

Es sei die ganz große Errungenschaft von Willy Brandt und Helmut Schmidt gewesen, dafür zu kämpfen, dass Frieden und Sicherheit in Europa gewährleistet werden. „Grenzen dürfen nicht mit Gewalt verschoben werden“, sagte Scholz. Man dürfe sich nicht zynisch damit abfinden, dass Länder zum Hinterhof eines anderen Landes gemacht werden. „Niemand ist der Hinterhof eines anderen Landes.“ (dpa/jon)

Kommentare