Viele schwören darauf

Mythos Hühnersuppe: Hilft sie wirklich bei Erkältungen?

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Das wohl beliebteste Hausmittel bei Halsweh, Schnupfen & Co. ist die Hühnersuppe. Aber hilft ein Teller Hühnersuppe wirklich bei Erkältungen?

München - Kratzen im Hals und eine verschnupfte Nase: Gerade in der kalten Jahreszeit fängt man sich leicht eine Erkältung ein. Wer nicht direkt zu Medikamenten greifen möchte, der kann auf eine ganze Reihe an Hausmitteln zurückgreifen. Das wohl beliebteste bei Schnupfen, Halsschmerz und Husten: Die Hühnersuppe.

Und das weltweit: Sie unterscheiden sich meist in den verwendeten Gewürzen oder Beilagen, so gibt es zum Beispiel Varianten mit Nudeln, Reis oder auch Kartoffeln. Immer jedoch wird ein ganzes Huhn in der Suppe mitgekocht und erst später Knochen und Haut entfernt, dadurch erhält sie ihren ganz eigenen und intensiven Geschmack.

Hühnersuppe hilft bei Erkältungen – Wahrheit oder Mythos?

Hühnersuppe soll das Immunsystem stärken und bei Krankheiten helfen. Dabei sind die Zutaten gar nicht mal besonders außergewöhnlich: Im Wesentlichen besteht das Gericht aus Suppengemüse – also Karotten, Lauch, Sellerie, Zwiebel und Petersilie – und natürlich Huhn. Wie kann es daher sein, dass sich die Suppe hartnäckig als Heilmittel gegen Krankheiten hält?

Bereits seit vielen Generationen wird die Hühnersuppe als Gericht mit heilender Wirkung weitergegeben. Wie Fitbook berichtet, haben sich schon im 10. Jahrhundert Ärzte mit der heilenden Wirkung von Hühnersuppen befasst und diese in Texten beschrieben. Dadurch entstand die Überzeugung, dass Hühnersuppe einen positiven Effekt auf Krankheitsverläufe haben kann und vorbeugend gut für unser Immunsystem ist.

Viele schwören bei Erkältungen auf das Hausmittel Hühnersuppe.

Hühnersuppe hat eine entzündungshemmende Wirkung auf den menschlichen Organismus

Ausreichend wissenschaftlich belegt ist das zwar nicht, allerdings brachte eine nicht repräsentative Studie aus dem Jahr 2000 interessante Aspekte zutage: Forscher fanden heraus, dass Hühnersuppe positive entzündungshemmende Mechanismen im Körper auslösen könne, da sie verlangsamend auf die Bewegungsfähigkeit bestimmter weißer Blutkörperchen wirke. „Dabei handelt es sich um sogenannte Neutrophile, die für Entzündungsprozesse mitverantwortlich sind. Neutrophile werden zum Beispiel bei grippalen Infekten in großen Mengen freigesetzt und sorgen unter anderem dafür, dass die Schleimhäute der oberen Atemwege anschwellen“, erklärte Dr. Ursula Marschall, Medizinerin bei der Krankenkasse Barmer in einer Mitteilung. Allerdings handelte es sich dabei um ein Experiment im Reagenzglas – wie sich Hühnersuppe im menschlichen Körper auswirkt, klärt die Studie nicht.

Unbestritten ist jedoch, dass sich die Wärme einer Suppe wohltuend auswirkt, gerade, wenn man sich schlapp und krank fühlt. Zusätzlich dazu versorgt sie den Körper mit ausreichend Flüssigkeit.

Rubriklistenbild: © Thomas Francois/Imago

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