Pilotabschluss im Süden

Tarifrunde 2022: IG Metall streikt für mehr Lohn und Gehalt

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Die Gewerkschaften fordern deutlich mehr Lohn und Gehalt. Am Donnerstag, 17. November 2022, könnte es einen Durchbruch bei den Metallern geben.

Berlin – Die Kosten für Strom, Gas und Lebensmittel steigen unaufhaltsam. Inzwischen beträgt die Inflationsrate um die zehn Prozent. Entsprechend hoch fallen die geforderten Lohnsteigerungen aus. Am Mittwoch, 16. November 2022, streikten die Arbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie. Aufgerufen zum Warnstreik hatte die IG Metall im Norden. Gefordert werden acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Tarifrunde 2022: Zahlreiche Arbeitnehmer wollen höheren Lohn

Im Frühjahr hatten bereits die Mitarbeiter im Sozial, und Erziehungsdienst, beispielsweise Kita-Erzieher, erfolgreich für mehr Geld und freie Tage gekämpft. Die Gewerkschaft Verdi verhandelt für etwa 330.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Kommunen. Von den Verhandlungen betroffen sind aber auch zahlreiche Beschäftigte bei anderen Trägern, die die Verhandlungsergebnisse übernehmen, schreibt Verdi auf seiner Homepage.

Die IG Metall geht auf die Straße und streikt für mehr Lohn und Gehalt.

Ebenfalls beendet sind die Verhandlungen der Mitarbeiter der Sana-Kliniken. Laut Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) bekommen alle, die unter den Konzerntarifvertrag fallen, sieben Prozent mehr, mindestens aber 200 Euro. Des Weiteren gibt es höhere Zulagen und Einmalzahlungen von 2.000 Euro in diesem Jahr und 500 Euro 2024 vereinbart. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis 30. April 2024.

Streiks auch bei den Öffentlich-Rechtlichen: DJV und Verdi fordern mehr Geld für Arbeitnehmer

Auch bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gibt es Streiks. Bei Radio Bremen wurde am Mittwoch, 9. November, gestreikt. Der Knackpunkt: Das Angebot der Arbeitgeber sei zu gering. Die Gewerkschaften wie der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und Verdi fordern für die Beschäftigten eine Anhebung der Gehälter und Honorare um sechs Prozent und mindestens 250 Euro. Am 28. November setzen sich beide Seiten wieder an den Verhandlungstisch.

Es ist klar, dass die Arbeitnehmer in Richtung Inflationsausgleich fordern. Schließlich möchte keiner am Ende des Monats weniger im Portmonee haben. In den aktuellen Verhandlungsrunden setzt sich immer mehr ein Zwei-Säulen-Modell durch, heißt: Eine eher geringe Lohnerhöhung und dafür eine etwas größere Einmalzahlung.

IG Metall ruft zu Warnstreiks in den norddeutschen Bundesländern auf

Ob es in der Metall- und Elektroindustrie ebenfalls ein Zwei-Säulen-Modell gibt, ist noch unklar. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, rief die IG Metall für Mittwoch, 16. November 2022, im Norden erneut zu einem Warnstreik auf. Betroffen seien Betriebe in allen fünf norddeutschen Bundesländern. Die Gewerkschaft plane an ihrem „Küstenaktionstag“ in 13 Städten Demonstrationszüge und Kundgebungen. Die größten Aktionen mit jeweils drei Demonstrationszügen seien in Bremen und Hamburg geplant. In Bremen beteiligten sich 1500 Männer und Frauen.

In Schleswig-Holstein seien Proteste in Flensburg, Itzehoe, Kiel, Lübeck und Rendsburg geplant. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es in Rostock eine zentrale Kundgebung, in Niedersachsen sind Aktionen in Cuxhaven, Emden, Nordenham, Papenburg und Rastede angekündigt. Zum Warnstreik aufgerufen seien Zehntausende Beschäftigte.

Die IG Metall Küste verhandelt für die 130.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein. Bereits am Freitag, 11. November und somit einen Tag nach der erfolglosen vierten Tarifrunde, hatten mehr als 6.300 Beschäftigte bei einem neuerlichen Warnstreik die Arbeit niedergelegt.

Forderung der IG Metall: Acht Prozent mehr in der Tarifrunde 2022

Die IG Metall verlangt für die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber hatten in den bislang regional geführten Verhandlungen jeweils Einmalzahlungen von 3.000 Euro und zudem bei einer Laufzeit von 30 Monaten eine nicht bezifferte Erhöhung der Lohntabellen angeboten.

Seit Montag, 14. November, keimt neue Hoffnung. Die IG Metall setzt auf einen Pilotabschluss im Südwesten. Der Bundesvorstand der Gewerkschaft hatte am Montagabend grünes Licht für einen Einigungsversuch im Bezirk Baden-Württemberg gegeben. Die Verhandlungen sollen in fünfter Runde am Donnerstag in Ludwigsburg beginnen. Friedrich betonte: „Die Beschäftigten müssen sofort massiv entlastet werden, die Monatsentgelte dauerhaft steigen und die unsägliche Forderung nach einem flexiblen Weihnachtsgeld vom Tisch“.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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