Plattenepithelkarzinom

Ex-Tennis-Star mit schockierender Diagnose – anhand welcher Symptome Sie Hautkrebs erkennen

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Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten. Auch der ehemalige Tennis-Profi Andy Roddick macht jetzt seine Diagnose öffentlich. Worauf Sie achten sollten.

München – Er gehörte zeitweise zu den besten Tennis-Spielern der Welt, jetzt gab Andy Roddick seine Krebs-Diagnose öffentlich bekannt. Seit seinem Karriereende im Jahr 2012 habe er mit gleich mehreren Hautkrebs-Arten zu kämpfen. Das teilte der ehemalige Tennis-Profi in seinem Video-Podcast „Served with Andy Roddick“ mit. Auch immer mehr Menschen in Bayern erhalten die Diagnose Hautkrebs.

Plattenepithelkarzinom: Tennis-Legende erkrankt an bösartigem Hautkrebs

Bereits vor fünf Jahren ist dem heute 41-Jährigen ein Plattenepithelkarzinom aus der Lippe entfernt worden. Roddick zufolge werde ihn der Hautkrebs aber ein Leben lang begleiten. Laut Deutscher Krebsgesellschaft ist dieser als zweithäufigster, bösartiger Hauttumor und auch als weißer Hautkrebs bekannt. Unterschieden wird in der medizinischen Fachwelt zwischen dem Basalzellkarzinom und dem Plattenepithelkarzinom, informiert gesund.bund, ein Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums.

Tennis-Star Andy Roddick macht seine Krebserkrankung öffentlich.

Obwohl Metastasenbildung beim weißen Hautkrebs selten vorkommt, gilt das Plattenepithelkarzinom als etwas aggressiver im Vergleich zum Basalzellkarzinom. Es entsteht oft aus Vorstufen von Hautkrebs, wie aktinischen Keratosen (Hautveränderungen durch UV-Strahlung).

Hautkrebs-Symptome oft unauffällig: Auf welche Warnzeichen Sie achten sollten

Die Symptome von Plattenepithelkarzinomen der Haut sind in der Regel unauffällig und verursachen keine Schmerzen, wie das Universitätsspital Zürich berichtet. Typische Anzeichen sind kleine, langsam wachsende Knoten oder Geschwüre, die nicht abheilen. Es wird dringend empfohlen, bei Verdacht auf Hautkrebs einen Arzt aufzusuchen. Anhand dieser Warnzeichen lässt sich ein Plattenepithelkarzinom auf der Haut erkennen:

  • Verhornte Hautstelle
  • Flaches Geschwür mit einem wallartigen Rand oder verhornter Knoten
  • Verhärtetes Gewebe
  • Schorfige Stellen
  • Rötungen
  • Schuppung
  • Blutung

Andy Roddick nach Hautkrebs-Diagnose mit dringendem Appell an Eltern

Meist tritt weißer Hautkrebs an Stellen des Körpers auf, die besonders der Sonne ausgesetzt sind, also Gesicht oder Ohren. Dabei können die Tumore oft ganz unterschiedlich aussehen. Daher sei selbst für Ärzte nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, um welche Art von Tumor es sich handelt. Die Deutsche Krebsgesellschaft betont, dass eine frühzeitige Erkennung und Behandlung von Plattenepithelkarzinomen die Prognose erheblich verbessert.

Krebserregende Viren: Diese Erreger können Krebs auslösen

Herpesvirus
Das Epstein-Barr-Virus (EBV) zählt zur Gruppe der Herpesviren. Dem Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) zufolge gilt als sicher, dass eine Infektion mit EBV zur Entstehung von B-Zell-Lymphomen beitragen kann, einer bösartigen Erkrankung von B-Lymphozyten. Mit Lymphom werden in der Medizin bösartige Tumoren des lymphatischen Systems bezeichnet. In Tumoren von T-Lymphozyten (T-Zell-Lymphome) konnte das Epstein-Barr-Virus ebenfalls nachgewiesen werden, so das dkfz. © Imago
Das Magenbakterium Helicobacter pylori
Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, Magenkrebs zu fördern. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblockern äußerst erfolgreich. © dpa
HIV: Eine Frau hat sich eine rote Schleife angeheftet
Die rote Schleife soll das Thema Aids und HIV in die Mitte der Gesellschaft rücken. Eine Infektion mit sogenannten HI-Viren (humane Immundefizienzviren) kann die Krankheit Aids auslösen. Menschen mit Aids sind häufiger von Krebs betroffen, vermutlich aufgrund ihres geschwächten Immunsystems, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert.  © Oliver Berg/dpa
Impfausweis
Hepatitis B fördert Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen. © Martin Wagner/Imago
Hepatitis C Viren
Gegen Hepatitis-C-Viren gibt es unglücklicherweise (noch) keinen Impfstoff. Die aggressiven Erreger zählen zu den häufigsten Ursachen für Leberkrebs. Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert, werden Hepatitis-C-Viren inzwischen aber auch mit weiteren Tumorarten in Zusammenhang gebracht: Auch Krebs der Gallenwege sowie das Multiple Myelom könnten durch eine Infektion begünstigt werden, heißt es.  © CAVALLINI JAMES/Imago
HPV (Humane Papillomviren)
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt Arten, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll. © CAVALLINI JAMES/Imago

Weißer Hautkrebs metastasiert zwar nur selten und weist daher gute Heilungschancen auf. Allerdings kann sich unbehandelter weißer Hautkrebs flächendeckend ausbreiten und in tiefere Gewebeschichten eindringen, so das Universitätsspital. Die Folge: „In diesen Stadien wird es immer komplizierter, sie ohne Nebenwirkungen herauszunehmen.“ Obwohl tödliche Verläufe selten sind, ist weißer Hautkrebs laut Deutscher Krebsgesellschaft nicht zu unterschätzen und kann die Lebensqualität von Patienten erheblich beeinträchtigen.

Die Diagnose von Andy Roddick dürfte dabei mit seiner Tennis-Karriere zusammenhängen. Denn starke UV-Belastung über einen längeren Zeitraum ist ein häufiger Auslöser für Plattenepithelkarzinome. Besonders betroffen sind Menschen, die sich häufig im Freien aufhalten. Der Tennis-Star appellierte in seinem Podcast daher: „Verwendet Sonnencreme. Und tragt euren Kindern Sonnencreme auf – besonders auf dem Tennisplatz.“ Kürzlich wurde auch bei Sarah Ferguson Hautkrebs diagnostiziert. Doch es gibt Hoffnung: Der erste Patient wurde bereits gegen Hautkrebs geimpft. (kas)

Rubriklistenbild: © Montage: Lou Novick/Cal Sport Media/imago; Manfred Segerer/imago

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