Schlimmer als im Katastrophenjahr 2022

Massive Trockenheit am Gardasee: Neue Daten zeigen, wie drastisch der Wasserstand gesunken ist

  • schließen
  • Helena Gries
    Helena Gries
    schließen

Der Gardasee in Italien führt immer weniger Wasser. Die extreme Trockenheit im Norden des Landes bricht zu Beginn der Tourismus- und Landwirtschaftssaison neue Rekorde.

Update vom 14. April, 15.01 Uhr: Die anhaltende Trockenheit macht Italien weiter zu schaffen. Nach Angaben der Comunità del Garda, dem Informationszentrum für die Gardasee-Region, hat sich der Wasserstand des Gardasees im Vergleich zum Vorjahr halbiert: Aktuell beträgt er lediglich 46 Zentimeter, während er im vergangenen Jahr im gleichen Zeitraum bei 99 Zentimetern lag.

Die Insel San Biagio, auch bekannt als Isola dei Conigli (Haseninsel) ist aktuell aufgrund der massiven Wasserknappheit sogar zu Fuß erreichbar. Fotos und Videos zeigen, dass sich zwischen der kleinen Insel und dem Festland ein dünner Landstreifen gebildet hat. Trotz einzelner kleiner Schauer der vergangenen Wochen hat sich die Lage in der Tourismus-Region bislang nicht entspannt.

Eine Reise nach Rom: Besuchen Sie die Hauptstadt Italiens

Vom Gianicolo, einem Hügel im Stadtteil Trastevere, hat man einen überragenden Blick über ganz Rom.
Vom Gianicolo, einem Hügel im Stadtteil Trastevere, hat man einen überragenden Blick über ganz Rom. © Simona Asam
Der Petersdom - oder Basilica Sancti Petri in Vaticano - ist eine der bedeutendsten Kirchen der Welt. Der Dom fasst rund 20.000 Menschen und damit eines der größten Kirchengebäude weltweit.
Der Petersdom - oder Basilica Sancti Petri in Vaticano - ist eine der bedeutendsten Kirchen der Welt. Der Dom fasst rund 20.000 Menschen und ist damit eines der größten Kirchengebäude weltweit. © Simona Asam
Das Forum Romanum liegt zwischen den drei von insgesamt sieben Hügeln, auf denen Rom erbaut ist: Kapitol, Palatin und Esquilin. Die anderen vier heißen Quirinal, Viminal, Aventin und Caelius. Das Forum Romanum war der Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens des antiken Roms.
Das Forum Romanum liegt zwischen den drei von insgesamt sieben Hügeln, auf denen Rom erbaut ist: Kapitol, Palatin und Esquilin. Die anderen vier heißen Quirinal, Viminal, Aventin und Caelius. Das Forum Romanum war der Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens des antiken Roms. © Simona Asam
Ein Spaziergang im Forum Romanum bietet ein Spektakel an antiken Ruinen und Bauwerken.
Ein Spaziergang im Forum Romanum bietet ein Spektakel an antiken Ruinen und Bauwerken. © Simona Asam
Der Largo di Torre Argentina ist ein Platz im Stadtviertel Pigna in Rom. Er enthält Ausgrabungen von antiken Tempeln und ist für Besucher nicht zugänglich. Dafür ist das Ausgrabungsareal aber für seine zahlreichen Katzen bekannt, die dort leben und von vielen Anwohner und einer Pflegestation am Rande des Platzes gefüttert und gepflegt werden.
Der Largo di Torre Argentina ist ein Platz im Stadtviertel Pigna in Rom. Er enthält Ausgrabungen von antiken Tempeln und ist für Besucher nicht zugänglich. Dafür ist das Ausgrabungsareal aber für seine zahlreichen Katzen bekannt, die dort leben und von vielen Anwohner und einer Pflegestation am Rande des Platzes gefüttert und gepflegt werden. © Simona Asam
Die spanische Treppe ist ein beliebter Ort bei Touristen, die sich auf ihren Stufen in der Sonne von ihrer Sightseeing-Tour erholen.
Die spanische Treppe ist ein beliebter Ort bei Touristen, die sich auf ihren Stufen in der Sonne von ihrer Sightseeing-Tour erholen. © Simona Asam
Das Vittorio-Emanuele-Monument: Die von Römern scherzhaft genannte "Schreibmaschine" befindet sich an der Piazza Venezia.
Das Vittorio-Emanuele-Monument: Die von Römern scherzhaft genannte "Schreibmaschine" befindet sich an der Piazza Venezia. © Simona Asam
Die Piazza del Popolo ist einer der bekanntesten und berühmtesten Plätze Roms. Von ihm weg führt die Via del Corso, auf der Urlauber ganz hervorragend flanieren und shoppen können.
Die Piazza del Popolo ist einer der bekanntesten und berühmtesten Plätze Roms. Von ihm weg führt die Via del Corso, auf der Urlauber ganz hervorragend flanieren und shoppen können. © Simona Asam
Blick in die Kuppel des Pantheons: Das Pantheon ist ein Bauwerk, das zur Kirche geweiht wurde. Es verfügt über die größte Kuppel weltweit und ist sehr gut erhalten.
Blick in die Kuppel des Pantheons: Das Pantheon ist ein Bauwerk, das zur Kirche geweiht wurde. Es verfügt über die größte Kuppel weltweit und ist sehr gut erhalten. © Simona Asam
Eine Kutschfahrt durch Rom ist nicht ganz günstig und durch das viele Kopfsteinpflaster eine wackelige Angelegenheit - umso schöner ist aber die Stimmung, die dabei aufkommt.
Eine Kutschfahrt durch Rom ist nicht ganz günstig und durch das viele Kopfsteinpflaster eine wackelige Angelegenheit - umso schöner ist aber die Stimmung, die dabei aufkommt. © Simona Asam
Von dem Hügel Gianicolo hat man einen tollen Blick auf die Kuppel des Petersdoms.
Von dem Hügel Gianicolo hat man einen tollen Blick auf die Kuppel des Petersdoms. © Simona Asam

Dramatische Krise am Gardasee: Extreme Dürre in Italien hat weitreichende Folgen

Erstmeldung vom 13. April: Rom – Die Lage in Italien bleibt angespannt, denn die Wasserstände in Norden des Landes liegen weiter auf Rekordtief. Bereits im vergangenen Jahr verzeichnete der Wasserpegel am Gardasee eine Situation, die er seit Menschengedenken nicht mehr erlebt hat. Extreme Hitze und Dürre plagen das beliebte Urlaubsland seit mehreren Jahren - und die Situation verschärft sich zunehmend. Denn nach dem Hitze-Sommer 2022 folgte ein trockener Winter, Winterregen und Schmelzwasser aus den Bergen sind weitgehend ausgeblieben.

Mit einer Fläche von 370 Quadratkilometern ist der Gardasee eines der größten Binnengewässer Italiens und zählt zum größten Wasserspeicher des ganzen Landes. Doch Ende März wurden aktuelle dramatische Zahlen zu den aktuellen Pegelständen veröffentlicht.

Wie Mitarbeitende des Portals Wetter Online aus Italien berichten, seien die Böden staubtrocken und die Flusspegel erreichen neue Rekordwerte. Am Po, dem längsten Fluss Italiens, wurde demnach im April ein neuer Negativrekord erreicht. Der Fluss gleiche Medienberichten zufolge einem Rinnsal. Die Ausgangssituation für den Sommer ist somit dramatisch. Maßnahmen, in der Hoffnung, der Wasserstand des Gardasees würde wieder steigen, zeigen kaum Wirkung. 

Touristen gehen über einen Streifen Land zwischen dem Festland und der Insel San Biagio am Gardasee, der sich aufgrund der Wasserkrise gebildet hat.

Extreme Dürre in Italien: Wasserstände von Gardasee und Po nahe historischem Tiefstand

Wie das Wetterportal Wetter Online berichtet, liege der Wasserstand des Gardasees derzeit nahe dem historischen Tiefststand. Der Pegel des beliebten Urlaubssees sei demnach knapp 60 Zentimeter tiefer als zur selben Zeit im Vorjahr. Ohne anhaltenden Regen drohe Italien eine Wasserkrise mit weitreichenden Folgen für die Landwirtschaft und die Lebensmittelversorgung.

Im vergangenen Jahr hatten sich in Italien bereits Verluste bei Wein, Olivenöl und Hartweizen angedeutet. Auch der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti hat Alarm geschlagen: „Die Situation ist schlimmer als im letzten Jahr“, warnt der Verband.

Pegelstände Gardasee
31. März 202347 Zentimeter
201890 Zentimeter
2013130 Zentimetern
Quelle: Agenzia Interregionale per il fiume PO (AIPO)

Wasserkrise in Italien: Urlaubssaison steht an - Gemeinden fordern zu Wassersparen auf

Für Urlauber ergeben sich durch die niedrigen Pegelstände neue Attraktionen und breitere Strände. Die meisten Menschen betrachten die Situation allerdings in Sorge. Die Gemeinden im Norden Italiens fordern nun dringend zum Wassersparen auf. Besonders mit Blick auf die anstehende Urlaubssaison und den heißen Sommer müsse die Wasser-Versorgung rund um den Gardasee und für die Landwirtschaft in der Po-Ebene gewährleistet werden.

Das Kabinett von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat daher ein entsprechendes Dekret verabschiedet. Hierin seien neue Schritte im Kampf gegen die Wasserknappheit und -verschwendung geplant. Ein Sonderkommissar mit weitreichenden Befugnissen soll ernannt sowie ein Gremium für die Kontrolle des Prozesses geschaffen werden, heißt es bei focus.de. Italien plane zudem acht Milliarden Euro für die Sanierung der Wasserleitungen, da ein Wasserverlust von bis zu 50 Prozent durch marode Leitungen in der Erde vermutet wird. (hg)

Rubriklistenbild: © Luca Bruno/dpa

Kommentare