VonJana Stäbenerschließen
„Absolut inakzeptabel“: Berlin will für die Instandhaltung von Kitas 2025 zwölf Millionen Euro weniger ausgeben. Diese Summe ist aber für das NFL-Spiel veranschlagt.
Im Land Berlin sind die umstrittenen Kürzungen von rund drei Milliarden Euro nun endgültig beschlossen. Eine Mehrheit aus CDU und SPD verabschiedete am 19. Dezember 2024 einen entsprechenden Nachtragshaushalt für 2025. In internen Dokumente, die BuzzFeed News Deutschland vorliegen, steht unter anderem, dass 2025 rund zwölf Millionen Euro für die Sanierung von Kitas (die sowieso schon unter Personalmangel leiden) und Spielplätzen gestrichen werden.
Diese Kürzung des Budgets für Kita-Sanierung und -Ausbau sei ein „Rückschlag für die Bemühungen, Kindern in Berlin die besten Startbedingungen zu bieten“, findet der Deutsche Kitaverband. Viele Spielplätze und Kitaräume befinden sich in einem Zustand, der nicht mehr modernen Standards entspricht. Das wirke sich, ähnlich wie die Ausbildung der Kitakräfte, auf die Qualität der frühen Bildung in Berlin aus.
„Frühe Bildung lebt vom Entdecken, Bewegen und gemeinsamen Erleben – marode Räume und fehlende Spielmöglichkeiten nehmen den Kindern diese Chancen“, sagt Jeanett Tschiersky BuzzFeed News Deutschland von IPPEN.MEDIA. Sie ist Landesvorständin Berlin vom Deutschen Kitaverband. „Wenn Kinder nicht mehr unbeschwert spielen können, verlieren sie wichtige Lern- und Bewegungsanreize, die für ihre motorischen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten entscheidend sind.“
Zwölf Millionen Euro Kürzung bei Kitas: „Kinder und Familien haben einfach keine Lobby“
Während Berlin 2025 zwölf Millionen Euro bei den Kitas (in denen sich viel ändern muss) kürzt, investiert die Stadt gleichzeitig 12,5 Millionen Euro in die Austragung des National Football League (NFL)-Spiels. Die Investition würde sich lohnen. Die Spiele in München und Frankfurt hätten den Städten 70 bis 110 Millionen Euro eingebracht, argumentierte die Berliner Sportsenatorin Iris Spranger.
Das Problem: Sportliche Großereignisse würden häufig viel teurer als geplant, was solche Einnahmen-Ausgaben-Rechnungen schwierig mache. Darauf verweist der Correctiv -Gründer Jonathan Sachse in einem LinkedIn-Beitrag Mitte Dezember. „Was für ein Armutszeugnis, Kinder, Familien und Kitas haben einfach keine Lobby und keine Priorität“, kommentiert eine Userin. Andere finden es „unfassbar“, „wirklich bedauerlich“ und „eine Schande“, dass in „Prestigeprojekte statt in die Zukunft Berlins, also in Kinder und Jugendliche“ investiert werde.
Ähnlich entsetzt zeigt sich auch Jeanett Tschiersky: „Es ist völlig inakzeptabel, dass Mittel für den Kita-Ausbau und dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen gestrichen werden, während gleichzeitig Millionenbeträge für ein Sportevent bereitgestellt werden.“ Natürlich begrüße der Verband sportliche Großereignisse, aber nicht auf Kosten von Kindern. „Die geplanten Einsparungen treffen die Jüngsten unserer Gesellschaft am härtesten und dürfen nicht zur Normalität werden“, sagt sie BuzzFeed News Deutschland.
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