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Karolin Schaefer
Kilian Bäuml
Bjarne Kommnick- Carmen Mörwald
Einbrecher stahlen am Sonntag wertvolle Schmuckstücke aus der Napoleon-Sammlung im Louvre. Nun sollen zwei der Verdächtigen gefasst worden sein.
Update vom 29. Oktober, 19.45 Uhr: Nach dem aufsehenerregenden Raubzug im Pariser Louvre haben die beiden festgenommenen Verdächtigen ein Teilgeständnis abgelegt. Staatsanwältin Laure Beccuau kündigte an, gegen die 34 und 39 Jahre alten Männer werde ein Ermittlungsverfahren wegen Bandendiebstahls sowie Bildung einer kriminellen Vereinigung eröffnet. Beide sollen in Untersuchungshaft genommen werden. Die Verdächtigen seien der Justiz bereits durch schwere Diebstähle bekannt. Die Ermittler hoffen darauf, dass die Männer womöglich noch weitere Aussagen machen werden.
Die geraubten Juwelen mit einem geschätzten Wert von 88 Millionen Euro bleiben jedoch verschwunden. „Ich möchte die Hoffnung bewahren, dass sie gefunden werden und an das Louvre-Museum und die Nation zurückgegeben werden können“, erklärte Beccuau bei einer Pressekonferenz im Pariser Justizpalast.
Nach Louvre-Einbruch: Staatsanwältin richtet Appell an die Täter
Die Staatsanwältin richtete einen eindringlichen Appell an die Täter: „Diese Juwelen sind nun unverkäuflich. Wer sie kaufen würde, würde sich der Hehlerei schuldig machen“, sagte sie. „Es ist noch Zeit, sie zurückzugeben.“ Womöglich verfolgten die noch flüchtigen Täter ihre Worte ja mit. Anhand von Aufnahmen der Videoüberwachung identifizierten die Ermittler vier unmittelbar am Einbruch beteiligte Täter. Allerdings sei durchaus denkbar, dass es eine „breitere Ebene mit einem Auftraggeber oder sogar den potenziellen Empfängern“ gebe.
Beccuau stellte klar, dass bisher keinerlei Hinweise auf eine Beteiligung von Museumsmitarbeitern vorliegen. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass die Täter von Komplizen innerhalb des Museums profitiert hätten.“
Update vom 26. Oktober, 10.32 Uhr: Nach dem aufsehenerregenden Kronjuwelen-Diebstahl im Pariser Louvre hat die Polizei nach Angaben aus Justizkreisen zwei Verdächtige festgenommen. Zwei Vertreter der Ermittlungsbehörden sagten am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP, die beiden Männer befänden sich wegen des Verdachts des Bandendiebstahls und der Bildung einer kriminellen Vereinigung in Untersuchungshaft. Zuvor hatten die Zeitung „Le Parisien“ und das Magazin „Paris Match“ berichtet, einer der beiden sei am Pariser Flughafen Charles de Gaulle kurz vor dem Besteigen eines Flugzeugs in Richtung Ausland gefasst worden.
Louvre-Direktorin räumt nach Kronjuwelen-Diebstahl Fehler ein
Update vom 22. Oktober, 18.46 Uhr: Nach dem spektakulären Kronjuwelen-Diebstahl räumte die Direktorin des Pariser Louvre schwerwiegende Sicherheitsmängel ein. Laurence des Cars bezeichnete die Kameraüberwachung der Museumsfassade als „unzureichend“ und sprach vor dem Senats-Kulturausschuss am Mittwoch von einem „schrecklichen Fehler“.
Sie habe sich seit ihrer Amtsübernahme 2021 dafür eingesetzt, „die Aufmerksamkeit auf den sich verschlechternden Zustand des Louvre zu lenken.“ Als Konsequenz bot des Cars ihren Rücktritt an, kündigte jedoch gleichzeitig an, die Umsetzung des Sicherheitsplans ohne Verzögerungen voranzutreiben. Ihre Forderung: Ein permanenter Polizeiposten im Museumsinneren.
Inzwischen können Besucher wieder Kunstwerke im Louvre bestaunen. Die Fahndung nach den Dieben läuft. Die Ermittler haben vier Verdächtige identifiziert und arbeiten an der Auswertung sichergestellter Fingerabdrücke.
Nach Louvre-Einbruch in Paris: Schaden wird auf 88 Millionen geschätzt
Update vom 21. Oktober, 20.08 Uhr: Nach dem spektakulären Einbruch in den Louvre sind nun erstmals konkrete Zahlen zum Schaden bekannt geworden. „Der Schaden wurde von der Konservatorin des Louvre auf 88 Millionen Euro geschätzt“, erklärte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau im Gespräch mit dem Sender RTL. Der immaterielle Schaden durch den Verlust der Kulturgüter sei jedoch noch wesentlich höher.
Diesen Preis würden die Täter jedoch nie wirklich bekommen, wenn sie auf die „sehr schlechte Idee“ kämen, die Schmuckstücke auseinanderzunehmen und das Gold einzuschmelzen. Sie appellierte an die Täter, über die Konsequenzen nachzudenken, bevor sie den Schmuck und die Juwelen zerstörten.
Update vom 21. Oktober, 5.44 Uhr: Nach dem spektakulären Juwelendiebstahl im Pariser Louvre fahndet die Polizei mit Hochdruck nach den Tätern und der gestohlenen Beute. Während die Ermittlungen bislang ohne entscheidenden Erfolg bleiben, wächst die Kritik an möglichen Sicherheitslücken im renommierten Museum. Offenbar sind nur wenige Ausstellungsräume mit Videokameras ausgestattet. Der französische Rechnungshof weist darauf hin, es habe „mehrere Vorfälle in jüngster Zeit, bei denen die Kunstwerke gefährdet waren“, gegeben.
Update vom 20. Oktober, 13.41 Uhr: Der Pariser Louvre bleibt nach dem spektakulären Einbruch vom Sonntag einen zusätzlichen Tag geschlossen. Besucher mit bereits erworbenen Eintrittskarten können diese zurückgeben, wie die Museumsleitung bekannt gab. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden sollen vier Personen am Sonntagmorgen in das weltberühmte Museum eingedrungen sein und kostbare Schmuckstücke entwendet haben.
Dabei kritisierte erst kürzlich der französische Rechnungshof den mangelhaften Schutz der im Louvre ausgestellten Werke, wie aus einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Bericht hervorgeht. Auch Kulturministerin Rachida Dati räumte ein, dass der Schutz vernachlässigt worden sei. „Hier haben wir es mit organisierter Kriminalität zu tun, deswegen müssen wir jetzt die nötigen Mittel bereitstellen“, sagte sie dem Sender Europe 1. Der nur sieben Minuten dauernde Einbruch, bei dem die Täter auf Motorrollern entkamen, vermittele „ein sehr negatives Bild von Frankreich“, sagte Justizminister Gerald Darmanin. „Da haben wir versagt.“
Neue Details zu Einbruch in den Louvre: Täter entwendeten acht Schmuckstücke
Update vom 20. Oktober, 5.53 Uhr: Nach dem Einbruch in den Louvre am frühen Sonntagmorgen sind nun weitere Einzelheiten zu den gestohlenen Kunstobjekten ans Licht gekommen. Laut Informationen aus Ermittlerkreisen, auf die sich der Stern beruft, entwendeten die Täter insgesamt acht kostbare Schmuckstücke aus der Napoleon-Sammlung. Darunter befinden sich eine Halskette aus dem 18. Jahrhundert mit Saphiren und Diamanten, smaragdverzierte Ohrringe von Kaiserin Joséphine, eine goldene Brosche mit Napoleons Wappen, eine Tiara von Kaiserin Eugénie mit Perlen und Diamanten, ein Siegelring Napoleons, ein Rubinarmband von Marie-Louise, eine Medaille der Ehrenlegion sowie eine goldene Schnupftabakdose.
Die Vorgehensweise der Einbrecher konnte inzwischen rekonstruiert werden: Sie parkten einen Lkw mit Hebebühne in unmittelbarer Nähe des Museums und zerstörten ein Fenster mithilfe eines Trennschleifers oder einer kleinen Säge. Zwei der Täter verschafften sich Zugang zum Gebäude, während ein Dritter draußen Schmiere stand. Die Überwachungskameras zeichneten ihre Flucht in Richtung der Autobahn A6 auf, wo sie auf zwei Motorrollern entkamen.
Update vom 19. Oktober, 22.40 Uhr: Angesichts des spektakulären Einbruchs in den Louvre bekräftigte Präsident Macron seine Entschlossenheit, sowohl die gestohlenen Kunstwerke zurückzuholen als auch die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. „Wir werden die Werke wiederfinden und die Täter vor Gericht stellen. Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Paris wird überall alles getan, um dies zu erreichen“, sagte Macron.
Unterdessen machte der Sender BFMTV Ausschnitte aus einem Amateurvideo öffentlich, das die Einbrecher bei ihrem spektakulären Coup in dem Ausstellungssaal mit den französischen Kronjuwelen zeigt.
Update vom 19. Oktober, 18.25 Uhr: Die Täter nutzten einen Lastenlift und brauchten gerade einmal sieben Minuten für ihren spektakulären Coup. Zuvor war von vier Minuten die Rede. Bei ihrem Diebstahl setzten die Täter auch einen Trennschleifer ein, um in die weltberühmte Apollon-Galerie im ersten Stock einzudringen.
Update vom 19. Oktober, 15.40 Uhr: Laut aktuellen Informationen der französischen Tageszeitung Le Parisien waren insgesamt vier Täter am Werk – zwei davon verkleidet als Bauarbeiter mit gelben Warnwesten. Sie erbeuteten insgesamt neun Schmuckstücke: ein Schmuckset, eine Halskette, Ohrringe, zwei Kronen – darunter die von Kaiserin Eugenie, die zerbrochen aufgefunden wurde – und eine Brosche. Zudem sei ein zweiter, bislang unbekannter Gegenstand aufgefunden worden.
Das Louvre-Museum habe laut der Leitung den ganzen Tag geschlossen, weil man „Spuren und Hinweise für die Ermittlungen sichern“ wolle, hieß es gegenüber der AFP. Die Evakuierung sei einem Augenzeugen zufolge „sehr ruhig, ohne Panik, ohne Aufhebens und auf eine sehr, sehr organisierte Art und Weise“ erfolgt. Das widerspricht der Aussage einer anderen Zeugin, die von panischen Besuchern berichtete, die gegen die Glastüren hämmerten (siehe Update vom 19. Oktober, 13.15 Uhr).
PANIQUE TOTALE au Musée du Louvre évacué d’urgence 🤯 Braquage confirmé par Rachida Dati. pic.twitter.com/p2c1Eo5XjT
— Raspoutine (@gregraspoutine) October 19, 2025
„Das sind Profis“: Louvre-Überfall soll nur vier Minuten gedauert haben
Update vom 19. Oktober, 14.40 Uhr: Beim Einbruch in das Louvre-Museum haben die Täter nach Angaben von Frankreichs Kulturministerin Rachida Dati keine Gewalt angewendet und lediglich vier Minuten benötigt. „Das sind Profis“, sagte sie dem Sender TF1. Sie habe Aufnahmen der Videoüberwachung gesehen. „Sie greifen niemanden an, sie gehen ganz ruhig hinein. In vier Minuten zerstören sie natürlich Vitrinen, nehmen ihre Beute und verschwinden ohne jegliche Gewaltanwendung.“
Zunächst hatten die Behörden von einem Raubüberfall gesprochen, es handele sich aber um einen Einbruchsdiebstahl, sagte die Ministerin in dem Interview. „Die Beute ist natürlich von unschätzbarem Wert. Es handelt sich um Juwelen, die entwendet, gestohlen wurden.“ Das eine auf der Flucht verlorene Schmuckstück sei sichergestellt worden und werde untersucht.
Täter fliehen mit Beute Richtung Autobahn – Panik bricht unter Louvre-Besuchern aus
Update vom 19. Oktober, 13.15 Uhr: Mehreren Medienberichten zufolge flüchteten die Diebe mit dem gestohlenen Schmuck in Richtung Autobahn A6, was durch Videoaufnahmen erfasst worden sei. Ihre Beute soll nach Angaben des Innen- und des Kulturministeriums über ihren Marktwert hinaus „einen unschätzbaren kulturellen und historischen Wert“ haben. Beide Ministerien bestätigten, dass die Täter das Fenster aufgebrochen und den Schmuck aus den Vitrinen gestohlen hätten.
Zwar sind alle Besucher wohlauf, trotzdem soll es laut Zeugen zu Panik gekommen sein: „Die Polizei rannte in die Nähe der Pyramide und versuchte, durch die seitlichen Glastüren in den Louvre zu gelangen, aber sie waren verschlossen und ließen sich nicht öffnen“, beschrieb eine Besucherin auf X auf Nachfrage eines Journalisten. „Drinnen rannten alle und hämmerten gegen die Glastüren, um herauszukommen, aber ohne Erfolg.“ Sie betätigte weiter, dass der Louvre geschlossen bleibe.
Hello, I am a french journalist could you give us more information ? What did you witness inside ?
— partyshirt (@patyshirtz) October 19, 2025
Louvre in Paris wird Ziel eines Überfalls – Museum den restlichen Tag geschlossen
Erstmeldung vom 19. Oktober: Paris – Laut Frankreichs Kulturministerin ist es am Sonntag (19. Oktober) im weltberühmten Louvre-Museum zu einem Überfall gekommen. „Heute Morgen kam es bei der Öffnung des Louvre-Museums zu einem Raubüberfall“, schrieb Dati auf der Plattform X. Verletzt wurde demnach niemand. Zum Ablauf oder zu möglicher Beute machte die Ministerin zunächst keine Angaben. Das Museum bleibt „aus außergewöhnlichen Gründen“ für den Tag geschlossen.
„Die Ermittlungen laufen“, erklärte Dati weiter. Aus ihrem Umfeld hieß es gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, ein oder mehrere Täter seien in das Pariser Wahrzeichen eingedrungen. Wie mehrere französische Medien berichten, soll es sich um mehrere Diebe handeln, denen es sogar gelang, wertvollen Schmuck aus dem Louvre zu stehlen. Der Schaden muss erst beziffert werden.
⚠️🇫🇷 Le musée du Louvre restera fermé aujourd'hui pour raisons exceptionnelles.
— Musée du Louvre (@MuseeLouvre) October 19, 2025
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⚠️🌍 The Musée du Louvre will remain closed today for exceptional reasons. pic.twitter.com/bFY1hRaW5k
Überfall auf Louvre in Paris: Täter haben es wohl auf Schmuck abgesehen
Laut dem französischen Nachrichtensender BFMTV ereignete sich der Vorfall gegen 9:30 Uhr. Die Täter kamen demnach auf T-Max-Rollern in die Umgebung des Museums und positionierten sich auf der zur Seine gelegenen Seite, wo derzeit Bauarbeiten laufen. Über einen Lastenaufzug gelangten sie direkt in den Zielraum in der Apollo-Galerie und brachen die Fenster ein, wie der Sender erfahren haben will. Das folgende Foto zeigt exemplarisch ein Abbild eines solchen Lastenaufzugs:
Bestätigt werden diese Informationen von der Pariser Tageszeitung Le Parisien. Demnach drangen zwei der vermummten Männer in das Louvre-Museum ein, während ein dritter im Erdgeschoss stationiert blieb. Im Visier: die Galerie Napoleons und die Galerie der französischen Herrscher. Insgesamt stahlen die Diebe den Berichten zufolge neun Stücke aus der Schmucksammlung vom ehemaligen Kaiser Napoleon und der Kaiserin Eugenie: eine Halskette, eine Brosche, eine Tiara und mehr.
Der berühmte Regent, der größte Diamant der Sammlung mit einem Gewicht von über 140 Karat, konnte nach Angaben von Le Parisien jedoch nicht gestohlen werden. Der Schaden werde derzeit anhand von Fotos der fehlenden Stücke ermittelt. Die Pariser Staatsanwaltschaft habe indes Ermittlungen eingeleitet und die Brigade de répression du banditisme (BRB) – eine Sondereinheit der Polizei, die gegen bewaffneten Raub und andere schwere Verbrechen kämpft – eingeschaltet.
Schrecklicher Verdacht nach Louvre-Überfall: „Einige der Diamanten im Einzelhandel verkauft“
Weiter berichtet Le Parisien, dass einer der gestohlenen Edelsteine im Freien gefunden wurde. Es handelt sich dabei offenbar um die wertvolle Krone der Kaiserin, die beschädigt wurde. Eine anonyme Quelle sagte der Zeitung: „Es besteht das Risiko, dass einige der Diamanten im Einzelhandel verkauft werden, was die Wiederbesorgung der Edelsteine sehr schwierig machen würde.“ Zudem steht im Raum, dass der Schmuck eingeschmolzen werde, damit die Diebe das Gold weiterverkaufen können.
Der Innenminister und ehemalige Pariser Polizeichef Laurent Nuñez wird heute Nachmittag sprechen und erste Einzelheiten der Ermittlungen bekannt geben. Die Apollo-Galerie, ein symbolträchtiger Ort im Louvre-Museum und -Palast, beherbergt einige der wertvollsten historischen Sammlungen des Museums. Nach langwierigen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten wurde sie im Januar 2020 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (Quellen: AFP, BFMTV, dpa, Le Parisien, Louvre, TF1, X) (cln)
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