Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

„Sibirien“-Wende im Oktober: Herbst-Wetter rauscht bald radikal ab

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Bis zum Wochenende bleibt das Wetter eintönig mild. Doch ab Montag kündigt sich ein markanter Luftmassenwechsel an. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Aktuell präsentiert sich das Wetter über Deutschland von seiner besonders ruhigen und unspektakulären Seite. Bis zum Wochenende ändert sich daran kaum etwas: Hochdruckeinfluss sorgt für ein sehr gleichförmiges und nahezu ereignisloses Wettergeschehen – aber auch für eine schlechte Luftqualität. Tag für Tag wiederholt sich das gleiche Muster: morgens Nebel oder Dunst, tagsüber teils freundliche Abschnitte, regional bleibt es jedoch auch ganztägig trüb. Die spannendste Frage vielerorts lautet derzeit: „Kommt die Sonne heute überhaupt durch?“ Für Meteorologen ist das eine typische Herbstlage – stabil, trocken, aber eben auch wenig aufregend.

Eisige Grüße aus Sibirien: aus Osteuropa weht bald ein anderer Wind nach Deutschland.

Mildes Wetter für die Jahreszeit – wärmende Decke über Deutschland

Bemerkenswert ist allerdings die Temperatur. Mit Tageshöchstwerten zwischen 15 und knapp 20 Grad ist es derzeit für Oktober ungewöhnlich mild. Auch die Nächte sind bislang vergleichsweise mild: Frost spielt derzeit kaum eine Rolle, selbst in typischen Kältelöchern bleibt es häufig über null Grad. Das liegt an der warmen Luftmasse, die unter dem Hochdruckeinfluss über Mitteleuropa liegt, sowie an den dichten Nebel- und Hochnebelfeldern, die nachts wie eine wärmende Decke wirken. Insgesamt erinnert das Wetter eher an einen verlängerten Spätsommer als an typischen Herbstbeginn.

Ab Montag kommt „Sibirienluft“ nach Deutschland – und bringt einen Wetter-Wechsel

Diese ruhige Wetterlage gerät jedoch zu Wochenbeginn ins Wanken. Ab Montag (13. Oktober) strömen aus Osteuropa deutlich kühlere Luftmassen in höheren Luftschichten nach Deutschland. Meteorologisch gesehen handelt es sich um einen Vorstoß kontinentaler Kaltluft – quasi „Sibirienluft“. Die Folge: Die Tageshöchstwerte sinken spürbar und liegen dann vielerorts nur noch zwischen 10 und 15 Grad. In klaren Nächten ist zudem zunehmend mit Bodenfrost, teils auch Luftfrost, zu rechnen. Damit rückt der Frühwinter gefühlt deutlich näher, auch wenn es noch nicht für eine echte Winterlage reicht.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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