Neue Prognose

Wetter in Deutschland: „Wärmepol in Europa“ – Experte wiegelt „arktischen Winter“ im Februar ab

  • schließen

Ein kräftiges Hochdruckgebiet sorgt in Deutschland für trockenes und mildes Wetter. Der Februar ist bisher zu mild. Traurige Nachrichten für Winterfans.

München – Der Februar dreht in Sachen Wärme auf. Uns steht eine sehr warme Wetterwoche bevor, prognostiziert Diplom-Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met. Es sei deutlich zu warm für die Jahreszeit. Die teils zweistelligen Tageshöchsttemperaturen haben mit Winter kaum etwas zu tun, heißt es beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Ein kräftiges Hochdruckgebiet namens Feuka bestimmt die Wetterlage in Deutschland in den kommenden Tagen.

Wetter in Deutschland: Februar bleibt „mild, mild und nochmals mild“

„Mild, mild und nochmals mild“, fasst Wetterexperte Jung die Aussichten zusammen. „Vom angedrohten arktischen Winter Mitte Februar fehlt in ganz Europa jede Spur. Nirgendwo kam diese ominöse Kälte an.“ Vor mehr als zwei Wochen hätten Nachrichten von einem arktischen Winter Mitte-Februar die Runde gemacht. Schon damals habe der Meteorologe das für einen ziemlichen Unsinn gehalten, unterstreicht er in einer Mitteilung. Und jetzt sähe es selbst bis Ende Februar weder nach Kälte noch nach Schnee aus.

„Europa ist unter warmen Luftmassen gefangen“, erklärt Jung in einem Video auf YouTube.com und vom Atlantik sei schon der nächste Wärmeberg auf dem Weg. Auf der Prognosekarte für Schneehöhen seien in Deutschland keine vorhanden. Das mag für Winterfans schon recht enttäuschend klingen. Doch es gibt wohl Regen! 40 bis 50 Liter pro Quadratmeter Niederschlag könnten im Norden bis zum Ende März zusammenkommen.

Wetterexperte Jung: „Deutschland ist der Wärmepol von Europa“

„Deutschland ist der Wärmepol von Europa“, erklärt Meteorologe Dominik Jung die Wetterlage im Februar.

Am Valentinstag (14. Februar) steigen die Temperaturen bei Sonnenschein schon auf bis zu 13 Grad an. Unter Nebel und Dunst bleibt es etwas kälter. Im Laufe der Woche bleibt es weiter mild mit 6 Grad im Nordosten, Niederbayern bis 14 Grad am Rhein.

Wetter im Februar: Wie lange hält das „Karnevalshoch“?

Ob das „Karnevalshoch“ uns erhalten bleibt, ist nach Angaben des DWD zunächst noch unklar. Nach den meisten Wettermodellen scheint das Hoch Feuka (übrigens nach einem Karnevalsverein benannt) am Donnerstag (Weiberfastnacht oder Weiberfasching) schlapp zu machen, teilt DWD-Meteorologe Simon Trippler mit. Über dem Balkan würde es sich „im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auflösen“, heißt es in seinem Beitrag zum DWD-Thema des Tages mit dem Titel „Macht Hoch Feuka zu früh schlapp?“ Das Hoch schaffe Platz für Tiefausläufer, es bleibe mild und gebe eine Tendenz zur Rückkehr des Hochdruckeinflusses.

Vom Winter keine Spur: Hochdruckgebiet Feuka sorgt für anhaltend ruhiges und mildes Wetter in Deutschland.

Im Norden zeichnet sich am Freitag eine schwere Sturmlage ab. Schleswig-Holstein, Hamburg und an der Nordsee schließt der DWD schwer Sturmböen (89 bis 102 km/h) momentan nicht aus.

Wetter-Aussichten für Deutschland: Bis zu 14 Grad am Valentinstag

  • Montag (13. Februar): 8 bis 13 Grad, teilweise Sonnenschein, teils Nebel und trocken
  • Dienstag (14. Februar): 7 bis 14 Grad, trockenes Hochdruckwetter, stellenweise Sonne, regional Nebel
  • Mittwoch (15. Februar): 8 bis 15 Grad, viel Sonnenschein, aber auch Dunst und Nebel, trocken
  • Altweiber (16. Februar): 8 bis 16 Grad, anfangs trocken, später aus Nordwesten zeitweise Regen, weiterhin mild
  • Freitag (17. Februar): 8 bis 13 Grad, viele Wolken, örtlich etwas Regen
  • Samstag (18. Februar): 7 bis 13 Grad, im Norden noch Regen, sonst stellenweise Sonnenschein und trocken
  • Sonntag (19. Februar): 7 bis 13 Grad, Mix aus Sonne und Wolken, kaum Regen, mild
  • Rosenmontag (20. Februar): 5 bis 11 Grad, etwas kühler, viele Wolken, wenig Sonnenschein, aber kaum Regenschauer
  • Dienstag (21. Februar): 7 bis 13 Grad, mal Sonne, mal Wolken und nur vereinzelt etwas Regen
  • Aschermittwoch (22. Februar): 9 bis 15 Grad, wieder wärmer, im Westen fast wie im Frühling mit Sonnenschein

Die Temperaturabweichung im Februar 2023 liegt laut Meteorologe Jung bis einschließlich 12. Februar bei plus 1,1 Grad. Der Wetterexperte geht davon aus, dass die Werte noch ansteigen werden. Dabei war schon der Januar viel zu mild. Die erste Trend-Prognose für den Sommer 2023 liegt schon vor. Deutschland könnte erneut ein „Hitzesommer“ drohen. (ml)

Rubriklistenbild: © Wetterpate.de/Jan Eifert/imago

Kommentare