- VonJennifer Battagliaschließen
Nicht blau oder grau, sondern rötlich-gelb leuchtet der Himmel gerade an vielen Orten in Deutschland. Das liegt an einem ganz bestimmten Wetterphänomen. Und schon bald wird der Blutregen einsetzen.
München - In ein nahezu unheimliches Licht ist der Himmel über Süddeutschland am Dienstag getaucht. Nicht grau, sondern rötlich-gelb leuchten die Wolken vielerorts. Dieses Wetterphänomen entsteht durch feine Sahara-Staubkörnchen, die aus Nordafrika nach Europa geweht werden. Die Staubpartikel hatten bereits am Montag Spanien und Frankreich erreicht, Dienstag ist nun Deutschland an der Reihe.
Wetter in Deutschland: Saharastaub - Von Nordafrika bis nach Europa
Dass Wüstensand bis zu uns nach Deutschland kommt, ist ein recht häufiges Phänomen und tritt vor allem im Frühjahr und Sommer auf. Der Grund dafür ist eine besonders warme Wetterlage in der Sahara in Nordafrika. Kommt es dort zu einem Sturm, treibt dieser die feinen Sandkörner in die Höhe und über Winde gelangen die Partikel bis nach Europa.
Die warme Wüstenluft sorgt dazu derzeit für milde Temperaturen - teilweise könnten sogar Werte um die 20 Grad erreicht werden. Werte zwischen zwölf und 16 Grad sind eigentlich der Normalfall. Der diesjährige März zeigt sich bisher überaus sonnig. Es könnte der trockenste März seit über 140 Jahren werden.
Saharastaub: Social-Media-Nutzer teilen Bilder
In sozialen Netzwerken teilen User gerade viele Bilder des gelblich-roten Himmels. Manche scherzen, dass hier wohl ein Retrofilter zum Einsatz kam:
Heute machen die Webcams von https://t.co/syiup0ralb einen auf Retrofilter #SaharanDust #Saharastaub pic.twitter.com/fkk4guu3kt
— Martin Fischer (@cyclingfisch) March 15, 2022
Saharastaub: Es wird „Blutregen“ geben
Regnet es, wird es den sogenannten Blutregen geben. Die winzigen Sandpartikel sind mit dem Wasserdampf in den Wolken verbunden. Werden diese ausgewaschen, hat der Niederschlag eine rötlich-braune Farbe. In München erwartet man dieses Phänomen noch am Nachmittag, denn dort soll es laut Wetterbericht verstärkt regnen. Auch Schnee kann sich durch den Sahara-Staub rot-bräunlich färben. Hier spricht man dann vom Blutschnee.
Den Begriff Blutregen gibt es schon seit dem Mittelalter. Damals glaubten die Menschen laut galileo.tv, dass es tatsächlich Blut regnen würde. Dies galt als schlechtes Omen, als Zeichen für Krieg und Pest. Heutzutage haben vor allem Autobesitzer ein Problem mit dem Blutregen. Beim trockenen Abwischen der feinen Sandkörner kann nämlich der Autolack Schaden nehmen. Der Schmutz sollte deshalb immer mit Wasser beseitigt werden. Dabei gilt: Erst abspülen, dann zum Lappen greifen. (jb)