Schwerer Orkan möglich

Wetter-Experte beunruhigt: Hurrikan Kirk auf Kurs Richtung Deutschland

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Wieder einmal ist ein Hurrikan auf dem Weg nach Europa. Er könnte nächste Woche als Ex-Wirbelsturm auch das Wetter in Deutschland beeinflussen.

Kassel – Aktuell hat sich mitten im Atlantik, irgendwo in der Nähe des Äquators, ein tropisches Tief gebildet. Noch ist es unscheinbar. Allerdings wird sich das Tief rasch zu einem ausgewachsenen Hurrikan entwickeln und dann passiert etwas Spannendes.

„Nach anfänglicher Zugrichtung nach Nordamerika wird der Hurrikan mit dem Namen Kirk beidrehen und dann Kurs auf Europa nehmen. Am Donnerstag (10. Oktober) könnte uns der Sturm dann auch in Deutschland erreichen und für Sturm- und Orkanböen sorgen“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Das ist eine faszinierende Wetterentwicklung, wie aus dem Lehrbuch. Bereits Ende September gab es diese Situation schon einmal.

Der Hurrikan Kirk ändert seine Route und zieht statt Richtung Nordamerika Richtung West- und Mitteleuropa und damit in Richtung Deutschland.

Hurrikan Kirk erreicht als Orkantief Europa und Deutschland

In den nächsten Stunden wird das tropische Sturmtief dann ein Hurrikan sein. Dabei kommt es zu Spitzenböen um 150 bis 180 km/h. Am Sonntag (6. Oktober) wird dieser Hurrikan in der Nähe der Azoren vorbeiziehen und dann Kurs auf Europa nehmen. Lange Zeit hat er dabei die Struktur eines Hurrikans und kommt Europa somit gefährlich nah. Erst unmittelbar vor Ankunft ist er dann nur noch ein außertropisches Sturm- beziehungsweise Orkantief.

Die neusten Prognosen des europäischen Wettermodells (ECMWF) gehen bei Ankunft in Europa von Orkanstärke aus. Am Donnerstag (10. Oktober) zieht das Zentrum des Orkantiefs dann über den Ärmelkanal und wird auch Deutschland im Westen und Norden erreichen.

Die Lage vorn Ex-Hurrikan Kirk als schweres Orkantief bei den Azoren mit Zugbahn Richtung West- und Mitteleuropa.

Schwerer Sturm und Orkanböen möglich

„Wir erwarten nach aktuellem Stand über dem Ärmelkanal Spitzenböen bis 170 km/h. Im Westen und Norden von Deutschland sind bis zu 110 oder 120 km/h möglich. In den höheren Lagen der westdeutschen Mittelgebirge und im Harz sind sogar bis zu 130 oder 140 km/h nicht ausgeschlossen“ warnt Wetter- und Klimaexperte Jung. Allerdings gibt es derzeit bei den Berechnungen der Spitzenböen noch größere Unterschiede, je nach Wettermodell. Immerhin sind es noch sieben Tage, bis der Ex-Hurrikan in Mittel- und Westeuropa ankommen soll. Da werden die Prognosen sich noch ein paar mal ändern beziehungsweise anpassen.

„So oder so ist das eine spannende Wetterentwicklung, aber auch eine gefährliche“ erklärt Jung in seinem neusten Wettervideo. Auf seiner Vorderseite schiebt der Ex-Hurrikan warme Luftmassen bis nach Deutschland. Daher sind wie bereits berichtet nächste Woche bei uns Höchstwerte um oder über 20 Grad möglich.

Häufung von Ex-Hurrikans über Europa – Wird es künftig auch Hurrikans in Deutschland geben?

In den kommenden Jahren könnten wir in Europa und Deutschland vermehrt mit den Auswirkungen von ehemaligen Hurrikans zu kämpfen haben, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung. „Ja, es ist durchaus möglich, dass solche Ex-Hurrikans auch bei uns stärkere Stürme auslösen.“ Das hat mit dem Klimawandel zu tun, der nicht nur die Intensität der Stürme erhöht, sondern auch die Wetterbedingungen verändert. „Hurrikans entstehen über dem warmen Wasser der Tropen, verlieren aber auf ihrem Weg nach Europa an Energie. Dennoch können sie als Tiefdruckgebiete bei uns für schwere Stürme und viel Regen sorgen“, erklärt Jung.

Klimaexperte Dominik Jung äußert sich besorgt über die weitere Entwicklung von Hurrikan Kirk und rechnet auch in Zukunft mit starken Stürmen in Europa und Deutschland.

Dass ein Hurrikan direkt als solcher Deutschland erreicht, sei aber sehr unwahrscheinlich, fügt Jung hinzu. „Hurrikans schwächen sich auf ihrem Weg über den kühleren Atlantik ab. Aber die Überreste, sogenannte extratropische Stürme, können auch hier für ungemütliches Wetter sorgen.“ Sein Fazit: Ex-Hurrikans werden uns vermutlich öfter beschäftigen.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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