- VonLeoni Unfriedschließen
Eine 75 Jahre alte Bauernregel will den Winter vorhersagen. Dafür ist ein bestimmter Tag im November entscheidend. Er soll zeigen, wie kalt der Winter wird.
München – Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Bauernregeln, die vorhersagen sollen, wie sich das Wetter in den kommenden Wochen entwickeln könnte. Während Meteorologen mit komplexen Modellen das Winterwetter prognostizieren, schwören einige seit Jahrhunderten auf einfache Beobachtungen. Eine Regel sticht dabei besonders hervor, denn sie soll prognostizieren können, ob es ein kalter oder milder Winter wird.
Eine der Wetterregeln gilt als besonders zuverlässig. Laut alter Bauernweisheiten gilt: „Friert im November zeitig das Wasser, wird‘s im Januar umso nasser“. Diese Bauernweisheit bezieht sich auf die ersten zehn Tage des Novembers, also vom 1. bis 10. November. Laut wetter.com haben Meteorologen tatsächlich einen Zusammenhang entdeckt. Ein früher Wintereinbruch soll für die kommenden Wintermonate nichts Gutes verheißen, heißt es weiter. Ist die Anzahl der Frosttage in der ersten Novemberdekade überdurchschnittlich hoch, fällt im Januar häufig Regen statt Schnee.
Hohe Genauigkeit bei spezieller Bauernregel für November
Die Trefferquote ist beeindruckend. In drei von vier Jahren bestätigt sich diese Vorhersage. Laut dem Wetterportal habe die Weisheit damit einen Wahrheitsgehalt von 75 Prozent. Allerdings zeigen sich nicht alle bekannten Bauernregeln für den November so zuverlässig. Die Weisheit „Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter“ konnte meteorologisch nicht bestätigt werden, wie die Uni Graz berichtet.
Auch der Martinstag am 11. November taugt nicht zur Winterprognose: „Hat Martini einen weißen Bart, dann wird der Winter lang und hart“. Diese Regel hat laut Wetterexperten einen Wahrheitsgehalt von null Prozent. Aber es gibt noch eine Ausnahme, die ähnlich hohe Trefferquoten erreicht. Die Allerheiligen-Regel besagt: „Allerheiligen (1.11.) bringt den Nachsommer“. Sie soll in etwa 70 Prozent der Fälle zutreffen. Hohe Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad sind dieses Jahr laut Deutschem Wetterdienst um den 1. November durchaus möglich.
Die hohe Trefferquote der Frost-Regel erklärt sich durch meteorologische Zusammenhänge. Frühe Kälteeinbrüche im November stören oft die normale Entwicklung der Großwetterlage. Dies kann zu einem milderen, aber feuchteren Januar führen, genau wie die Bauernregel vorhersagt. Diese Beobachtung stammt aus Erfahrungen von Landwirten, die bemerkten, dass Jahre mit frühem Frost im Herbst später oft keine strengen Wintermonate hatten. Für den Winter 2025 bleibt abzuwarten, wie sich die ersten November-Tage entwickeln. Wer auf Schnee im Januar hofft, sollte auf milde Temperaturen in der ersten Monatshälfte setzen. (Quellen: wetter.com, Uni Graz, DWD) (lu)
Rubriklistenbild: © Eibner Europa/imago
