VonMarcus Giebelschließen
Der Hollywood-Film Titanic kehrt nach 25 Jahren in die Kinos zurück. Aus diesem Anlass werden auch bisher unveröffentlichte Aufnahmen des Wracks aus den Tiefen an die Oberfläche geholt.
München – Das Schicksal der Titanic ist hinlänglich bekannt. Vor mehr als 110 Jahren kollidierte das seinerzeit größte Schiff der Welt während seiner Jungfernfahrt im Nordatlantik mit einem Eisberg und sank binnen weniger Stunden. Anschließend war der Dampfer jahrzehntelang wie vom Erdboden verschluckt, geriet aber nie aus dem Fokus der Weltöffentlichkeit. Vielmehr war er Gegenstand diverser Mythen.
Wohl kein Schifffahrtsunglück bewegte und bewegt die Menschheit mehr als jenes vom 14. April 1912, das mehr als 1500 Menschenleben kostete. Dazu trug vor gut 25 Jahren auch der gleichnamige Blockbuster von James Cameron bei, der die Geschichte hollywoodreif mit Stars wie Kate Winslet und Leonardo DiCaprio ausschmückte. Damals lag die Entdeckung des Wracks erst gut ein Jahrzehnt zurück.
Titanic kommt wieder in die Kinos: Neue Aufnahmen zeigen Wrack auf dem Grund des Nordatlantik
Seither wurden immer mal wieder Bilder der gesunkenen Titanic an die Oberfläche geholt. Nun wurden weitere Aufnahmen aus den Tiefen des Ozeans veröffentlicht, die über den Verbleib des Kolosses aufklären. Ein neues Video zeigt zuvor nicht zugängliches Material aus dem Jahr 1986. Zu sehen ist der 80 Minuten dauernde Clip auf dem YouToube-Kanal des US-amerikanischen Forschungsinstituts Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI), das sich gemeinsam mit dem französischen Meeresforschungsinstitut Ifremer die Entdeckung auf die Fahnen schreiben darf.
In insgesamt elf Tauchfängen wurden vor knapp 37 Jahren ein bemanntes Tauchboot und ein kleines ferngesteuertes Schiff, das auch durch enge Räume manövrieren kann, zum etwa 3800 Meter unter der Wasseroberfläche verendeten Wrack herabgelassen, um der Öffentlichkeit nun zeigen zu können, was tatsächlich noch übrig ist vom 269 Meter langen einstigen Traum der Meere. In körnigen Schwarz-Weiß-Bildern sind unter anderem der Bug und einige Geländer auf einem der Decks zu sehen.
Experten tauchen Tausende Meter zur Titanic hinab: „Riesige Wand aus genietetem Stahl“
Der Ozeanograph Robert Ballard, der an der Expedition in die Tiefe teilnahm, spricht laut Sky davon, eine „riesige Wand aus genietetem Stahl“ vor sich gesehen zu haben, „die sich über 100 und mehr Meter über uns erhob“. Er habe zu dem Wrack aufgeschaut: „Nichts daran war klein.“
Es seien keine menschlichen Überreste mehr zu sehen gewesen – weder Fleisch noch Knochen. Allerdings Schuhe – die einer Mutter und eines Babys. Sehr wahrscheinlich zwei der unzähligen Opfer. Auch für die WHOI-Crew selbst war das Unterfangen alles andere als ungefährlich. So habe das mit drei Mann besetzte U-Boot auftauchen müssen, als die Batterien Wasser aufnahmen.
Blick zurück zum Titanic-Wrack: „Als ob die Menschen zu uns zurückblickten“
Auf dem Weg zurück zur Oberfläche fühlte sich zumindest Ballard beobachtet, wenn er die Bullaugen des Schiffes anblickte: „Es war, als ob die Menschen zu uns zurückblickten. Das war schon ziemlich gespenstisch.“
Eine andere Herausforderung nannte WHOI-Ingenieur Andy Bowen, der die „Abgeschiedenheit des Ortes“ betonte. Außerdem sei „das Wasser fast gefroren“.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Die neuen Bilder wurden zu Ehren von Camerons mit elf Oscars prämiertem Film veröffentlicht, der im 25. Jahr seines Bestehens in die Kinos zurückkehrt. „Die menschlichen Geschichten, die das große Schiff verkörpert, sind nach wie vor von Bedeutung“, erklärte der Regisseur, der gerade erst mit dem Blockbuster Avatar 2 die Kassen klingeln ließ, das Comeback: „Mit der Veröffentlichung dieses Materials trägt das WHOI dazu bei, einen wichtigen Teil einer Geschichte zu erzählen, die Generationen zusammenführt und den Globus umschließt.“ (mg)
Rubriklistenbild: © Screenshot YouTube/WHOI



