VonMaria Sandigschließen
Sikhulile Moyo war der Erste, der die Omikron-Variante entdeckt hat. Er erklärt, welche Viren nach Corona herausfordernd sein könnten.
Während sich seit Ausbruch der Pandemie immer wieder neue Varianten des Corona-Virus zeigten, kommen aktuell nur noch Omikron-Subvarianten vor. Neue Varianten des Virus setzen sich nicht mehr durch und auch Infektionswellen bleiben bislang aus. Doch woran liegt das?
„Das Virus hat sich in dieser Omikron-Nische festgefahren“, sagte Virologe Sikhulile Moyo, der als Erster die Omikron-Variante entdeckt hat, gegenüber dem Tagesspiegel. Der Virus verändert sich also nicht. In Betracht auf die Evolution des Virus zeige sich, dass daran auch Impfungen und aufgebaute Immunität beteiligt sind.
Omikron: Was uns vor einer tödlichen Infektionswelle schützen wird
Weltweit wird das Virus nach wie vor auf hohem Niveau übertragen. Aber: Es schlägt sich nicht mehr in Krankenhausaufenthalten und Todesfällen nieder, weil die Bevölkerung immunisiert ist. Aktuell glauben Virologen, dass – selbst bei neuen Varianten – die Immunität in der Bevölkerung, die Welt vor einer nächsten tödlichen Infektionswelle schützen würde.
Sikhulile Moyo ist Virologe am Botswana Harvard AIDS Institute Partnership. Er leitet das Labor des botswanischen Harvard-HIV-Referenzlabors und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Harvard T.H Chan School of Public Health. Im November 2021 waren er und sein Labor die Ersten, die die Sars-CoV-2 Omikron-Variante identifizierten. 2022 wurde Moyo in die Liste der Time 100 wichtigsten Persönlichkeiten aufgenommen.
Nach Corona in Deutschland: Diese Viren werden in Zukunft herausfordernd sein
„Wir beobachten eine starke Zunahme von Ausbrüchen von Zika, Dengue, Chikungunya und Gelbfieber“, sagt Sikhulile Moyo. Die Viren werden durch Mücken oder Zecken übertragen. Das ist auch für Europa eine schlechte Nachricht: Auch hier gab es in den letzten Jahren Ausbrüche von Dengue und Chikungunya. Moyo: „Wir gründen gerade ein globales Konsortium zur genomischen Überwachung und Identifizierung von Krankheitserregern.“
Der Virologe glaubt, dass diese Viren die nächste globale Herausforderung werden könnten. Umso wichtiger sei es, in die globale Gesundheit zu investieren. „Damit wir ein Frühwarn- und Reaktionssystem haben“, sagt Moyo. „Damit Ausbrüche nicht zu Epidemien und Epidemien nicht zu Pandemien werden.“
Wegen Omikron BQ.1.1: Anzeichen für ein baldiges Ende der Pandemie?
Auch Virologe Christian Drosten sieht in der raschen Abfolge der neusten Corona-Wellen ein Anzeichen für ein baldiges Ende der Corona-Pandemie. Ein Winter mit Omikron BF.7 wäre nach Ansicht des Berliner Virologen Christian Drosten der deutlich „bessere Fall“, wie er im Gespräch mit der Zeit sagt. Warum er darauf hofft, dass Omikron BF.7 und nicht der Omikron-Subtyp BQ.1.1 bald die dominante Variante wird.
Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

