VonChristina Denkschließen
Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion haben sich in Paris an Luxus-Sportwagen festgeklebt. Zwei Tage zuvor gab es ähnliche Proteste in Wolfsburg bei VW. Festnahmen folgten.
Paris – Klimaaktivsten knien vor roten Luxus-Sportwagen, ihre Hände an den Motorhauben festgeklebt. Dieses Bild bot sich Messebesuchern der Auto-Messe Mondial de l‘Auto in Paris am Freitagabend. Die Gruppe Extiction Rebellion hatte auf der Messe eine Protestaktion gestartet. Ein Video wurde auf Twitter veröffentlicht.
Paris: Extiction Rebellion protestiert auf Automesse – Aktivisten kleben sich an Luxus-Sportwagen fest
Elf Aktivisten nahmen nach Angaben der Gruppe auf Twitter an dem Protest teil. Wie das Video zeigt, hatten sich einige der Aktivisten an rote Luxus-Autos geklebt, andere hielten Banner hoch und riefen Parolen.
Die Aktivisten hätten „eine umweltschädliche Industrie angeprangert, die versucht, ihr Image mit Hilfe ‚grüner‘ Fahrzeuge reinzuwaschen, aber weiterhin das Privatauto als Transportmittel der Zukunft propagiert“, erklärte die Klimaschutzbewegung. Sie forderte ein Ende der Werbung für den individuellen Besitz von Privatfahrzeugen und Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr. Nach Angaben der Gruppe wurden elf Menschen festgenommen.
🔥Une dizaine de rebelles occupent le stand de voitures "d'exception" du salon de l'automobile. Ils dénoncent une industrie polluante qui cherche à laver son image avec des véhicules "verts" mais qui continue à promouvoir la voiture individuelle comme transport d'avenir pic.twitter.com/LnfD17C0HL
— Extinction Rebellion France 🐝🌺 (@xrFrance) October 21, 2022
In Frankreich wurden im Sommer bereits Klimaaktivisten einer anderen Gruppe in Paris von der Straße getragen. Sie protestierten vor dem Büro des Internationalen Währungsfonds.
Protestaktion bei VW: Verwandte Gruppe protestierte zwei Tage festgeklebt im Autohaus
Eine ähnliche Aktion lief seit dem 19. Oktober in Wolfsburg bei VW. Aktivisten der Gruppe Scientist Rebellion hatten sich im Porsche-Pavillon der Autostadt von Volkswagen an den Fußboden geklebt, um nach eigenen Angaben auf Twitter mit CEO Oliver Blume zu sprechen. Sie wollen, dass sich der Porsche-CEO hinter ein Tempolimit stelle. Zudem protestierten sie gegen den CO₂-Ausstoß der deutschen Autoindustrie und deren Beitrag zum Klimawandel. Einige der Aktivisten traten zudem wohl in einen Hungerstreik.
VW schaltete in dem Showroom nach einiger Zeit das Licht aus. Am Freitag, 21. Oktober, wurden die Aktivisten von der Polizei abgeführt und angezeigt, berichtet welt.de.
Extiction Rebellion: Immer wieder organisiert die internationale Protest-Gruppe Klebe-Aktionen
Immer wieder gibt es Protestaktionen von Klimaaktivsten, bei denen sich die Mitglieder der Gruppen aus Protest festkleben. Anfang September hatten sich Aktivisten von Extinction Rebellion am Stuhl des Unterhaussprechers festgeklebt. Die Gruppe Extinction Rebellion existiert in ihrer Form seit 2018. Nach eigenen Aussagen rebelliert die Gruppe mit Aktionen des „zivilen Ungehorsams“ gegen das Aussterben von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen aufgrund des Klimawandels. (chd)
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