Immunschutz umgangen

Zahlen könnten weiter steigen: Wie gefährlich ist die Corona-Variante XEC?

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Die Corona-Variante XEC könnte sich in den kommenden Wochen weiter ausbreiten. Was die ansteckendere Version mit ihren neuen Fähigkeiten für Erkrankte bedeutet.

Berlin – Die Variante XEC stellt eine neue Herausforderung in der Corona-Epidemie dar. Sie breitet sich weltweit rasant aus und hat die Fähigkeit, das Immunsystem mit einem Trick zu umgehen. Wie Experten das neue Verhalten einschätzen und welches Risiko das für die Gesundheit von Betroffenen mit sich bringt.

Corona-Variante XEC: Aktuelle Lage in Deutschland

Der aktuelle Wochenbericht des RKI (24. Oktober) zeigt: Die XEC-Variante macht mit 39 Prozent nun einen fast gleich hohen Anteil an den Covid-Erkrankungen aus wie die seit Juli dominante Variante KP 3.1.1 (40 Prozent). Die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen bleibt mit 6,9 Millionen für diese Jahreszeit hoch. Die gemeldeten SARS-CoV-2-Fälle sind mit 8200 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner leicht zurückgegangen. Doch die Zahl könnte täuschen. Zunächst basieren sie nur auf freiwilligen Meldungen von Erkrankten auf dem Portal GrippeWeb.

Mit dem Ende der Herbstferien und der Rückkehr von mehr als sechs Millionen Schülern könnte die Zahl der gemeldeten Fälle in der kommenden Woche deutlich ansteigen. Zudem könnten die vermehrten Kontakte in Innenräumen mit Beginn der kalten Jahreszeit zur Verbreitung des Virus beitragen. Laut Abwasserproben spielen Influenza-Viren in diesem Jahr eine eher unbedeutende Rolle für Infektionen.

Varianten von Coronavirus im Fokus von Virologen

Besonders die FLIRT-Varianten des Coronavirus beschäftigen die Virologen: Seit April verbreiten sie sich weltweit in rasantem Tempo. Virologen der japanischen Universität Kobe sind sich sicher: Neue Varianten von SARS-CoV-2 sind ansteckender als die Viren von SARS und MERS. Dies liegt an einem Enzym, das sowohl den angeborenen als auch den erworbenen Immunschutz des Menschen umgeht.

Gesund altern: Zehn Gewohnheiten, die Sie länger leben lassen

Motivierte Frau hebt die Arme in die Höhe
Wer gesund alt werden und lange leben möchte, sollte schon morgens auf seine Gewohnheiten achten. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Langlebigkeit unterstützt wird, wenn man mit einem gewissen Ziel in den Tag startet. Weiß man also, wofür man Tag für Tag aufsteht, kann man sich meist einer besseren Lebensqualität erfreuen. Dies kann sich wiederum positiv auf die Gesundheit und folglich auf das Lebensalter auswirken.  © Kniel Synnatzschke/IMAGO
Schüssel mit Haferflocken-Müsli
Ein gesundes Frühstück spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die Langlebigkeit und zählt zu den entscheidenden Gewohnheiten für ein langes Leben. Die erste Mahlzeit am Tag sollte aus komplexen Kohlenhydraten bestehen und mit Proteinen sowie Omega-3-Fettsäuren kombiniert werden. Dafür eignen sich beispielsweise Haferflocken mit Nüssen und Sojamilch.  © imageBROKER/Herbert Berger/IMAGO
Mann trinkt Kaffee
Eine Tasse Kaffee am Morgen ist ein guter Start in den Tag, den viele Menschen, die besonders alt werden, praktizieren. Viele von ihnen trinken ihn schwarz, in jedem Fall jedoch ohne Zucker, Sirup und Süßstoff.  © Cavan Images/IMAGO
Mann hält Pfanne in der Hand
Viele Menschen, die besonders alt werden, achten darauf, regelmäßig am Tag zu essen. Dabei lassen sie keine Mahlzeiten aus. Wichtig ist allerdings, nicht über den Hunger zu essen.  © Vira Simon/IMAGO
Gemüse
Während auf Fleisch weitestgehend verzichtet werden sollte, wenn man ein langes und gesundes Leben anstrebt, sollten stattdessen vor allem pflanzliche Lebensmittel auf dem Teller landen. Auch künstliche oder stark verarbeitete Produkte sollten vermieden werden.  © Wolfilser/IMAGO
Rotwein
Menschen, die besonders lange leben, verzichten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge meist nicht vollkommen auf Alkohol. Anstatt Bier und Schnaps gönnen sie sich jedoch manchmal nur ein kleines Glas Rotwein.  © Anna Bogush/IMAGO
Fahrradfahren
Viel Bewegung an der frischen Luft ist ein weiterer Faktor, der Langlebigkeit begünstigt. Menschen, die überdurchschnittlich alt werden, bauen Aktivitäten in ihren Alltag ein, indem sie zum Beispiel regelmäßig Fahrrad fahren, viel zu Fuß erledigen oder Treppenstufen anstatt einem Aufzug nehmen. © Gabriele Hanke/IMAGO
Familie
Das Familienleben kann ebenfalls die Langlebigkeit fördern. Dafür sollten familiäre Beziehungen eng in den Alltag integriert werden. Zudem werden in Regionen, in denen Menschen besonders alt werden, Familienangehörige häufig zu Hause gepflegt anstatt in einem Heim untergebracht. Wenn diese nicht mehr fit genug sind, um alleine zu leben. © Bonninstudio/IMAGO
Freundinnen sitzen zusammen auf einer Couch
Neben der Familie spielen Freundschaften auch eine wichtige Rolle für ein langes Leben. Freundschaften sollten gepflegt werden. Denn Freunde, denen man blind vertrauen kann und die einem in einer Notlage helfen, verschaffen ein Gefühl von Sicherheit. Dies wirkt sich positiv auf die Lebensqualität aus und trägt somit wiederum zu einem steigenden Lebensalter bei.  © OneInchPunch/IMAGO
Frau meditiert
Menschen, die überdurchschnittlich lange leben, versuchen bei Stress, schnell wieder zur Ruhe zu kommen. Dafür machen sie beispielsweise einen Spaziergang im Freien oder halten ein kurzes Schläfchen und finden so wieder zur Entspannung. Dabei treten sie dem Stress nicht entgegen, sondern entziehen sich der Situation vielmehr.  © Kate Bagler/IMAGO

Eine davon ist der Subtyp XEC, eine Kombination der Omikron-Untervarianten KS.1.1 und KP.3.3. Forscher der Universität Tokyo gehen davon aus, dass sich XEC gegenüber anderen Varianten durchsetzen und fürs Erste die weltweit vorherrschende Variante von SARS-CoV-2 sein wird. Der deutsche Virologe Prof. Dr. Timo Ulrichs hingegen ist vorsichtiger mit Prognosen über vorherrschende Varianten. Er sagte gegenüber IPPEN.MEDIA: „Schon morgen kann sich irgendwo auf der Welt eine neuere, noch fittere Variante durch eine oder mehrere Mutationen entwickeln – und gerade die Herbst- bzw. Wintersaison mit größeren zirkulierenden Virusmengen ist geeignet dafür“. 2024 ist auch die Zahl der Lebensmittelinfektionen in die Höhe gegangen.

Neue Corona-Erkenntnisse für antivirales Medikament?

Prof. Dr. Christian Jassoy von der Uniklinik Leipzig erklärt gegenüber IPPEN.MEDIA, dass sich sowohl die Zelle selbst gegen Erreger wehrt (angeboren) als auch der Körper in Form von Antikörpern (erworben). Erworbener Immunschutz entstehe durch eine Impfung oder eine durchgemachte Infektion in ähnlichem Maße. Beides könne nicht vor einer neuen Ansteckung schützen, aber vor schweren Verläufen, so Jassoy. Dass sich XEC so schnell ausbreiten kann, sehe der Institutsleiter nicht im Virus selbst bedingt, sondern im nachlassenden Immunschutz der Bevölkerung.

Nach dem Ende der Herbstferien wird sich die Corona-Variante XEC vermutlich noch mehr ausbreiten. Was ihr verändertes Verhalten bedeutet. (Symbolbild)

Er geht davon aus, dass die Impfungen gegen Omikron auch vor der XEC-Variante schützen würden, weil die Stämme „verwandt“ seien. Körperliche Fitness und ein guter Immunschutz etwa durch Auffrischungsimpfungen seien hilfreich für die Erregerabwehr. Auch den Ausblick auf ein antivirales Medikament, das Forscher der Kobe-Universität in Japan auf Basis der neuen Erkenntnisse entwickeln möchten, will Ulrichs genau wie sein Leipziger Kollege nicht bekräftigen. Wegen des festgestellten Enzyms in neuen Varianten soll der Wirkstoff auf das Protein abzielen, durch das sich die Virenstrukturen binden.

Virologe empfehlen, Impfschutz anzupassen

Prof. Dr. Jassoy macht auf die Schwierigkeit wegen der Beschaffenheit eines Virus aufmerksam. Dessen rasche Wandlungsfähigkeit stehe einer Breitbandwirkung von Medikamenten im Weg. Beide Virologen halten es für wichtiger, den Impfschutz anzupassen, vor allem für Risikogruppen. Laut RKI steigt das Risiko für eine Infektion ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren stetig an. Außerdem erhöhen bestimmte Vorerkrankungen das Risiko, etwa Krebserkrankungen, chronische Nieren-, Leber- oder Lungenerkrankungen, aber auch Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurologische Störungen wie Demenz.

Prof. Dr. Ulrichs geht davon aus, dass das Infektionsgeschehen im Winter zu schwereren Krankheitsverläufen führen wird. Schwer bedeutet in diesem Kontext jedoch, dass es unterhalb einer Krankenhauseinweisung bleibt. Wie gut die Immunantwort von XEC-Infizierten bei einer neuen Ansteckung mit demselben Typ in kurzer Zeit sein wird, lässt sich vom jetzigen Stand der Forschung noch nicht beurteilen.

Corona-Variante bietet „Potenzial für eine Verbreitung“

„Die Veränderungen in einem Virus sind mal geringer und mal größer“, sagt Prof. Dr. Christian Jassoy. „Hier hat sich mit der Variante etwas entwickelt, was mehr Potenzial für eine Verbreitung hat.“ Der Experte sehe deshalb keinen Grund zur Panik wegen XEC. „Wir stehen hier nicht vor etwas noch nie da gewesenem“, sagt er im Vergleich zum Forschungsstand vom Jahr 2020. In der Forschung zum Thema Alzheimer setzen Experten ihre Hoffnung auf ein neues Medikament. (diase)

Rubriklistenbild: © Dmitrii Marchenko/Imago

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