2000 Euro steuerfrei für Rentner: Merz-Regierung bekommt Widerspruch
VonMax Schäfer
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Die neue Regierung möchte Anreize für Arbeit neben der Rente setzen. Eine Fachfrau warnt vor neuen Bestimmungen und betont das hohe Maß an Gestaltungsfreiheit.
Berlin – Die werdende Regierung von Union und SPD unter Führung von Friedrich Merz plant keine Änderungen am Rentenalter. Auch die „Rente mit 63“, die einen abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Beitragsjahren ermöglicht, bleibt bestehen. Die künftige Regierung unter Friedrich Merz möchte jedoch Anreize schaffen, damit Menschen freiwillig später in Rente gehen oder im Ruhestand weiterarbeiten.
CDU und SPD wollen „Flexibilität“ bei der Rente – und setzen auf Anreize zur Arbeit
Die kommende Merz-Regierung betont: „Statt einer weiteren Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters wollen wir mehr Flexibilität beim Übergang vom Beruf in die Rente“. Der Eindruck entsteht, dass die bisherigen Regeln zum Ruhestand zu starr seien und die Menschen an der Weiterarbeit hinderten. Dabei gibt es schon jetzt keine Pflicht, beim Erreichen der Regelaltersgrenze auch wirklich in Rente zu gehen.
Bereits jetzt ist die Rente „so flexibel wie nie zuvor“ – widerspricht Expertin dem CDU-Eindruck
Darauf verweist auch Dina Frommert, Forschungschefin der Deutschen Rentenversicherung (DRV), in einem Gastbeitrag für die Gesellschaft für Versicherungswissenschaften und -gestaltung. Die gesetzliche Rente sei inzwischen „so flexibel aufgestellt wie wohl nie zuvor“. Bereits jetzt arbeiten vielen Rentner weiter.
„Spätestens seit dem vollständigen Wegfall der Hinzuverdienstgrenzen für Altersrenten auch vor Erreichen der Regelaltersgrenze sind der individuellen Gestaltung des Übergangs in den Ruhestand zumindest aus rentenrechtlicher Perspektive kaum noch Grenzen gesetzt“, so Frommert.
Rentensystem erlaubt früheren und späteren Ruhestand: „Hohes Maß an Gestaltungsfreiheit“
Sie hebt die Optionen der Frührente und der „Rente mit 63“ hervor, die den Ruhestand „mehrere Jahre vor der Regelaltersgrenze“ ermöglichen. Abschläge könnten durch Sonderzahlungen ausgeglichen werden. Ein späterer Rentenbeginn sei „ohne Einschränkungen“ möglich, wobei Rentner von einem monatlichen Zuschlag von 0,5 Prozent profitieren. Auch die Teilrente sei eine Option.
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Angesichts der Pläne der Merz-Koalition bei der Rente warnt Frommert, neue zusätzliche Regelungen könnten „wenig zielführend“ sein. Bereits jetzt gebe es ein „hohes Maß an Gestaltungsfreiheit“ mit „verschiedenen Entscheidungspfaden“. Hier könnten „einfache und transparente Regelungen“ die Entscheidungsfindung erleichtern.
Rentenexpertin verweist auf Faktoren, die Erwerbstätigkeit im Alter beeinflussen
Neben finanziellen Aspekten seien laut Frommert weitere Faktoren für eine Weiterarbeit neben der Rente entscheidend. Dazu zählen der Gesundheitszustand, die familiäre Situation, altersgerechte Arbeitsbedingungen und die Bereitschaft des Arbeitgebers, eine Weiterarbeit zu ermöglichen. Auch steuerrechtliche Gründe könnten den Rentenübergang beeinflussen.
Das Zusammenspiel der drei Rentensäulen – gesetzlich, betrieblich, privat – unterstütze laut Frommert nicht immer einen flexiblen Übergang in den Ruhestand. Bei einer Teilrente über die gesetzliche Rentenversicherung entstehe etwa bei einer Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst erst bei der vollen Rente ein Anspruch, erklärte sie.