Lukratives Geschäft

Deutsche Autobauer in der Krise? Zahlen belegen anderes - doch Experte prophezeit Schmerzen

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Im zweiten Quartal 2023 verdienten deutsche Autobauer kräftig. Zwei Konzerne gehören zu den profitabelsten der Welt. Doch tun sich am Horizont Wolken auf.

München - Handelt es sich um den letzten Höhenflug vor dem Absturz? Deutsche Autobauer rüsten sich vor dem harten Wettbewerb um E-Autos, moderne Technologien und der gewachsenen Konkurrenz aus Fernost. Doch die Geschäftszahlen des vergangenen Quartals zeigen, dass hiesige Premiumhersteller finanziell nach wie vor gut gebettet sind. Zwei der drei profitabelsten Konzerne im Sektor Autoindustrie kommen aus der Bundesrepublik. Experten warnen jedoch vor dem Einsetzen des Abschwungs.

Rendite-Ranking: Deutsche Autobauer an der Spitze

Denn obwohl sich Europa in einer wirtschaftlich enorm angespannten Lage befindet, verzeichnen die größten Autobauer der Welt für den Zeitraum April bis Juli Zuwächse in Sachen Absatz und Umsatz. Das geht aus einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervor, welche die veröffentlichten Zwischenergebnisse der Hersteller verglichen hat. Zusammen genommen sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um prächtige 31,3 Prozent gewachsen.

Konkret wurde auch die Profitabilität der Marken unter die Lupe genommen - hierbei zeigt sich, dass der rentabelste Autokonzern in Deutschland beheimatet ist. Mercedes-Benz erwirtschaftete nach eigenen Angaben im zweiten Quartal 2023 eine Rendite von 13,5 Prozent, die Luxusstrategie von CEO Ola Källenius scheint also ungeachtet der Kritik aus dem eigenen Lager bis dato aufzugehen. 

Mercedes und BMW am lukrativsten - dazwischen eine koreanische Marke

Mit BMW befindet sich der heimische Premiumrivale im Ranking auf Platz drei. Die Münchner verzeichnen weltweit weiterhin volle Auftragsbücher und konnten ihre Profitabilität gegenüber dem Vorjahreszeitraum offenbar um satte 27 Prozent steigern. Der Gewinn betrage 4,3 Milliarden Euro, die Umsatzrendite stieg von 9,9 auf 11,7 Prozent. 

Zwischen den deutschen Autoriesen befindet sich eine koreanische Marke auf Rang zwei: Kia hat im Vergleich zu Mercedes und BMW zwar nur knapp die Hälfte an Umsatz (18,3 Mrd. Euro) hingelegt, in Sachen Marge ist der Hersteller jedoch vorne dabei: Der operative Gewinn beträgt laut Handelsblatt fünf Mrd. Euro, die Rendite beträgt im zweiten Quartal demnach 13,0 Prozent.

Am Horizont gibt es dunkle Wolken: Bis dato floriert jedoch das Neuwagengeschäft bei deutschen Herstellern.

Zu den Verlierern im Ranking gehören ausgerechnet zwei US-Konzerne: Sowohl Tesla als auch Ford verzeichneten für das zweite Quartal des Jahres einen Gewinnrückgang. Ford ist in den Top 10 demzufolge gar nicht vorhanden, bei Tesla mache sich dem Bericht zufolge der Preiskampf der vergangenen Monate bemerkbar, wodurch die Marge bei den Elektroauto-Modellen gesunken ist. Jedoch gilt CEO Elon Musk als jemand, der finanzielle Einbußen zugunsten des Wachstums in Kauf nimmt. Nach 14,6 Prozent im Vorjahres-Zeitraum beträgt der aktuelle Wert den Angaben zufolge 9,6 Prozent.

VW und Co. mit Mega-Umsatz - Experte prophezeit jedoch Schmerzen

Und Deutschlands Vorzeige-Autobauer? Volkswagen war der Auswertung zufolge im zweiten Quartal der umsatzstärkste Autobauer der Welt und konnte weltweit über 80 Mrd. Euro einnehmen. Während die Kernmarke strategisch zugunsten einer größeren Effizienz umgebaut wird, steigerten die Niedersachsen die Rendite offenbar von 6,5 auf 7,0 Prozent. Im Bereich Marge landet VW damit jedoch gerade so auf Platz zehn im Ranking. 

Constantin Gall, Leiter der Mobilitätssparte Westeuropa bei EY, rechnet jedoch mit einem Wandel und härteren Zeiten für die Riege der Autobauer: „Viele Konzerne wirtschaften aktuell sehr profitabel und werden auch zukünftig keine Abstriche bei der Marge zulassen wollen.“ Sie müssten ihm zufolge nun verstärkt auf sämtliche Kostenarten achten, wie die Personalausgaben. „Gerade am Standort Deutschland mit sehr hohen Energie- und Arbeitskosten und der hohen Steuerbelastung wird der Druck deutlich steigen“, ist sich der Experte sicher. Bei der Prognose spiele auch die Abschwächung der Dynamik bei Elektroautos eine Rolle, die seiner Meinung nach vielen Unternehmen „richtig weh“ tun wird. 

Die schönsten Autos aller Zeiten: Zehn Exemplare, die uns faszinieren

Ein Porsche 928
Platz 10 – Porsche 928: Wie bitte? Ausgerechnet der 928 hat es in unsere Top 10 geschafft? Ja. Auch, wenn dem Gran Turismo aus Zuffenhausen nie das gelang, wozu er eigentlich entwickelt worden war – nämlich, eines Tages den 911er zu ersetzen. Ab 1977 wurde der 928 mit V8-Frontmotor in Transaxle-Bauweise produziert, 1995 war schon wieder Schluss. Das Design war dennoch ein großer Wurf – auch, wenn man darüber streiten kann, wie der 928 mit aufgeklappten Scheinwerfern aussieht. Uns gefällt vor allem das Heck – allerdings in der Vor-Facelift-Version mit den vertikalen Rückleuchten. © agefotostock/Imago
Ein Ferrari Enzo
Platz 9 – Ferrari Enzo Ferrari: In einer Auflistung der schönsten Autos darf natürlich auch ein Ferrari nicht fehlen. Wir haben uns für den zwischen 2002 und 2004 gebauten Supersportwagen entschieden, der nach dem Firmengründer Enzo Ferrari benannt wurde. 399 Exemplare des V12-Boliden wurden produziert – und waren ab etwa 660.000 Euro zu haben. Doch selbst wer so viel Geld parat hatte, ging möglicherweise leer aus – denn der Enzo wurde nur an ausgewählte Kunden verkauft. © Heritage Images/Imago
Ein BMW 507
Platz 8 – BMW 507: Im Jahr 1955 präsentierte BMW auf der IAA in Frankfurt den zweisitzigen Roadster 507. Der von Graf von Goertz designte Sportwagen wurde nur 252 Mal gebaut. Tatsächlich erinnerte man sich bei BMW Ende der 1990er-Jahre wieder an diesen Design-Ikone – und lehnte die Gestaltung des Z8 daran an. © Heritage Images/Imago
Ein Audi R8
Platz 7 — Audi R8: Was war das für ein Paukenschlag: Mitte der 2000er-Jahre präsentierte die Marke Audi mit dem R8 einen eigenen Supersportwagen. Und was für einen! Der designtechnisch gelungene Sportler zahlte viel auf das Image der Ingolstädter Marke ein, die lange Zeit als bieder galt – ganz im Gegensatz zu heute. Charakteristisch sind vor allem die Sideblades des R8, die sich zumeist von der Wagenfarbe abheben. © Martin Vogt/Imago
Ein Ford Mustang der ersten Generation
Platz 6 – Ford Mustang: Auch ein klassischer US-Sportwagen hat es in unsere Top 10 geschafft – wir haben uns für die erste Generation des „Pony Cars“ entschieden. Der ab 1964 gebaute Ford Mustang war von Anfang an ein großer Erfolg – was auch mit seinem für damalige Verhältnisse moderaten Preis zu tun hatte. Mittlerweile trägt mit dem Mustang Mach E auch ein Elektro-SUV den legendären Namen – eine Entscheidung, die nicht bei allen Mustang-Fans gut ankam. © Zoonar/Imago
Ein BMW 7er (E38)
Platz 5 – BMW 7er (E38): In Ranglisten der schönsten Autos tauchen zumeist Sportwagen auf – doch es gibt auch schicke Limousinen: Im Jahr 1994 kam die dritte Generation der 7er-Baureihe von BMW auf den Markt – knapp 330.000 Exemplare wurden bis Sommer 2001 gebaut. Oft tragen Limousinen der Oberklasse ziemlich dick auf – doch dieser Münchner überzeugte durch sein schlichtes und extrem elegantes Design. © BMW
Ein Lamborghini Countach
Platz 4 – Lamborghini Countach: Flach, flacher, Countach. Mit dem Mittelmotor-Sportwagen trieb Lamborghini das Automobilddesign auf die Spitze. Bis heute ist der Countach mit seinen Scherentüren eine Ikone in Sachen Design. Produziert wurde er über einen ziemlich langen Zeitraum: von 1974 bis 1990. © Heritage Images/Imago
Ein McLaren F1
Platz 3 – McLaren F1: Superschnell – und wie wir finden, auch superschön: Der McLaren F1 gehört zu den spektakulärsten Supersportwagen der 1990-Jahre. Ein V12-Motor von BMW befeuerte den von 1993 bis 1997 gebauten McLaren auf eine Spitzengeschwindigkeit von rund 370 km/h. Schmetterlingstüren und die mittige Sitzposition gehören zu den Markenzeichen dieser Design-Legende. © Heritage Images/Imago
Ein Mercedes 300 SL
Platz 2 – Mercedes 300 SL: Weniger autoaffine Menschen können mit dem Kürzel W 198 nichts anfangen. Erklärt man aber, dass es sich dabei um „den mit den Flügeltüren“ handelt, haben sie meist doch ein Bild dieses klassisch schönen Sportwagen im Kopf, der nur von 1954 bis 1957 gebaut wurde. Ab 1957 bis 1963 wurde nur noch die Roadster-Variante hergestellt. Der W 198 war der darüber hinaus der schnellste Sportwagen seiner Zeit. Die Abkürzung „SL“ steht übrigens für „super-leicht“. © Heritage Images/Imago
Ein Jaguar E-Type
Platz 1 – Jaguar E-Type: Was für eine Silhouette! Den Jaguar E-Type, der im März 1961 auf dem Genfer Autosalon vorgestellt wurde, gab es auch als Roadster, doch die geschlossene Version ist unserer Meinung nach, noch deutlich schöner. Zu größeren Leinwand-Ehren kam der britische Sportwagen übrigens im Kultfilm „Harold and Maude“ – darin wird der E-Type allerdings in einen Leichenwagen umgebaut. © Heritage Images/Imago

Auch Deutschlands „Autopapst“ Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer prognostiziert düstere Zeiten für die Branche. Eine große Rolle spiele hierbei auch Elektroauto-Pionier Tesla. (PF)

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago

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