Satte Rentenerhöhung 2024: Deutliches Plus bei der Rente erwartet - dann folgt der Schock
VonMarkus Hofstetter
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Zum 1. Juli sind die Renten in Deutschland deutlich gestiegen. Auch im kommenden Jahr könnten sich die Bezüge wieder deutlich erhöhen. Doch dann soll Schluss sein.
Berlin - Auch in diesem Jahr, Stichtag ist der 1. Juli, können sich die rund 21 Millionen Rentner über mehr Geld freuen. Im Westen steigen die Altersbezüge um 4,39 Prozent, im Osten um 5,86 Prozent. Die Tabelle zeigt die Erhöhung in West und Ost. Dabei handelt es sich allerdings um Bruttobeträge - also vor dem Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.
Rentenerhöhung 2023: Rentenwert Ost und West werden nach mehr als 30 Jahren angeglichen
Außerdem wird mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung der Rentenwert Ost an den im Westen angeglichen. Er beträgt nun einheitlich 37,60 Euro. Der Rentenwert gibt an, wie viel ein sogenannter Entgeltpunkt wert ist. Entgeltpunkte sammeln Versicherte über die Jahre. Multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert ergibt sich daraus später die Rente.
Nach Angaben des Bundessozialministeriums bleibt die aktuelle Erhöhung zwar hinter der Inflation zurück. Dies sei aber nur eine Momentaufnahme. Im Jahresschnitt sei der Rentenwert seit 2012 im Westen insgesamt um 26 Prozent und im Osten um 40 Prozent gestiegen, die Preise im gleichen Zeitraum aber nur um 20 Prozent, hieß es.
Experten weisen zudem darauf hin, dass im kommenden Jahr erneut mit einer deutlichen Erhöhung der Rente zu rechnen ist, da diese von der Lohnentwicklung abhängt. „Ab Mitte 2024 bekommen Rentner ein Plus von mindestens 5,5 bis sechs Prozent“, sagte der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen in der Samstagsausgabe der Bild. „Wenn es noch weitere Erhöhungen bei den Lohntarifen in diesem Jahr gibt, könnten die Renten sogar noch weit über sechs Prozent steigen.“
Auch Jens Boysen-Hogrefe vom Kiel Institut für Weltwirtschaft hält dies für möglich. Der Zeitung sagte er: „Die Rentenanpassung im kommenden Jahr könnte noch mal stärker ausfallen als dieses Jahr.“
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Weitere Entwicklung der Rente: Ab 2025 sind größere Sprünge unwahrscheinlich
Der Rentenexperte Johannes Geyer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DiW) erwartet allerdings ein baldiges Ende der deutlichen Rentenerhöhungen. Ab 2025 könne damit „Schluss sein“, sagte er der Bild.
Denn dann gebe es keine Haltelinie für das Rentenniveau mehr, „stattdessen greift der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel“. Dann werden die Renten nicht so stark steigen wie die Löhne. Ein Plus von über drei beziehungsweise fünf Prozent sei dann „äußerst unwahrscheinlich“.