VonAnnika Ketzlerschließen
Für 49 Euro im Monat können Verbraucher deutschlandweit den Nahverkehr der Bahn nutzen. Einige Beschäftigte können mit Deutschlandticket auch Steuern sparen.
Hamm – Das Deutschlandticket ist seit dem 1. Mai auf dem Markt. Seither können Pendler und Reisende den Nahverkehr der Deutschen Bahn in ganz Deutschland für 49 Euro im Monat nutzen. Mit einigen Zügen kann man mit dem Deutschlandticket sogar bis in die Niederlande reisen. Doch lassen sich mit dem Ticket auch Steuern sparen?
Deutschlandticket zum Steuersparen: Nutzung als Jobticket
Arbeitgeber haben die Möglichkeit, ihren Arbeitnehmern das Deutschlandticket als Jobticket zur Verfügung zu stellen. Der Arbeitgeber darf das eigentlich 49 Euro teure Ticket entweder bezuschussen oder die Kosten sogar komplett übernehmen – und zwar steuerfrei nach § 3 Nr. 15 EstG als Jobticket. „Allerdings muss die Kostenübernahme oder Bezuschussung des Deutschlandticket-Jobtickets zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgen“, heißt es von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe e.V.
Und: Die Arbeitgeber können hierbei einen Rabatt von 5 Prozent auf den Kaufpreis erhalten, wenn sie ihren Arbeitnehmern einen Zuschuss von mindestens 25 Prozent auf den Ausgabepreis des Tickets gewähren. Demnach könnten Arbeitnehmer eine steuervergünstigte Version des 49-Euro-Tickets für 34,30 Euro bekommen.
Deutschlandticket vs. Pendlerpauschale: Was ist sinnvoller?
Egal ob mit Auto oder Bahn - Wer zur Arbeit fährt, kann sich Wegekosten von der Steuer absetzen lassen. Das gilt somit auch für Arbeitnehmer, die mit dem Deutschlandticket zur Arbeit fahren. Und: Für einige lohnt es sich. Dies gilt dann, wenn sie bei Abrechnung mit der üblichen Pendlerpauschale weniger absetzen können als mit dem Deutschlandticket. „Die Kosten des Deutschlandtickets sind – wie auch die Kosten der Bahncard – absetzbar, wenn die Fahrtkarte für berufliche Fahrten genutzt wird und das günstiger ist als die regulären Tickets“, heißt es laut Vereinigter Lohnsteuerhilfe e.V. Dennoch lohnt sich das nicht im jedem Fall.
49-Euro-Ticket: Kann man mit dem Deutschlandticket Steuern sparen?
Zumindest für einige Beschäftigte lohnt es sich, das Ticket direkt als Wegekosten von der Steuer abzusetzen. Dies gilt dann, wenn sie bei der Abrechnung mit der üblichen Pendlerpauschale weniger absetzen können als mit dem Deutschlandticket. Vorab sollte jedoch überprüft werden, ob mit der Pendlerpauschale nicht mehr rausgeholt werden kann.
Eine Beispiel-Rechnung könnte dies veranschaulichen. Mit dieser kann man überprüfen, inwiefern sich das Absetzen des Deutschlandtickets lohnt:
| Kosten pro Monat | 49 Euro |
| Kosten pro Jahr | 588 Euro |
Teilt man 588 Euro – die Kosten pro Jahr – durch 230 Arbeitstage, sind dies 2,56 Euro am Tag. Pro Kilometer Fahrstrecke können Arbeitnehmer 0,30 Euro am Tag als Fahrtkosten absetzen. Dies bedeutet: Bürger, deren einfacher Weg zur Arbeit bei knapp neun Kilometern oder darunter liegt, könnten davon profitieren, das Deutschlandticket statt der Pendlerpauschale abzurechnen .
Wer einen längeren Fahrtweg zur Arbeit hat und diesen mit der Bahn zurücklegt, kann außerdem von einem großen finanziellen Vorteil profitieren. Obwohl Arbeitnehmer mit dem Deutschlandticket viel günstiger als früher auch auf langen Strecken unterwegs sein können, besteht die Möglichkeit, die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsplatz weiterhin von der Steuer abzusetzen.
Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa
