Haftbefehl

Auf der Flucht: Abgetauchter „Karstadt-Retter“ meldet sich bei Mitarbeitern

+
Friedrich-Wilhelm Göbel, der Chef des Modehauses Aachener, ist vor der Polizei untergetaucht.
  • schließen

Friedrich-Wilhelm Göbel, der Chef des Modehauses Aachener, ist vor der Polizei untergetaucht, meldet sich aber bei seinen Mitarbeitern. Göbel wollte insolvente Karstadt-Filialen übernehmen.

Dortmund – In der Öffentlichkeit hatte er sich als Retter der insolventen Karstadt-Filialen und deren Mitarbeiter profiliert: Der Dortmunder Unternehmer Friedrich-Wilhelm Göbel wollte noch vor wenigen Monaten mit seiner Modekette Aachener einige der ehemaligen Filialen des insolventen Warnhausriesen Galeria Karstadt Kaufhof übernehmen. Für die Häuser in Coburg, Cottbus, auf der Frankfurter Zeil, in Nürnberg-Langwasser, Dortmund, Saarbrücken und Leverkusen wurden bereits Mietverträge unterzeichnet. Und die betroffenen Karstadt-Mitarbeiter sollten Jobangebote bekommen.

Auf der Flucht: Untergetauchter „Karstadt-Retter“ schreibt Mitarbeitern

Nun ist Göbel aber auf der Flucht vor der Polizei, weil seit der vergangenen Woche ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt. Der Unternehmer war Anfang November nicht zu einem Porzesstermin erschienen, in dem verhandelt wird, ob Göbel 2020 eine falsche eidesstattliche Erklärung abgegeben hatte. Der Vorwurf: Gegenüber einem Gerichtsvollzieher soll er ein zu niedriges Gehalt angegeben haben. Zudem sei er laut Bild nicht zu einer Gefängnisstrafe angetreten, die gegen ihn wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Führerschein verhängt wurde.

Laut mehreren Medienberichten, darunter der Textilwirtschaft und Bild, hat sich Göbel nun am Montag per Mail bei den Führungskräften seiner Modefirma Aachener gemeldet. Dabei entschuldigt er sich „in aller Form für die Sorgen, Unannehmlichkeiten und zusätzlichen Belastungen“, die den Mitarbeitern durch ihn und die Geschehnisse entstanden seien, zitiert die Bild aus der Mail.

Er habe gehofft, seine „privaten Dinge so lange stabilisieren zu können“, bis die neuen Standorte eröffnet seien. Dies habe aber nicht geklappt. Ziel sei nun „die Fortführung des aktuellen Geschäftsbetriebes und die Eröffnung aller neuen Standorte“. Bis Mitte der Woche bestünde Klarheit, „wie es weitergeht“, kündigt Göbel demnach in der Mail an.

Zukunft der betroffenen Karstadt-Filialen unklar

Es bleibt weiter unklar, wo sich Göbel momentan befindet. Sein Unternehmen mit der Modekette Aachener sieht sich zwar trotz des Haftbefehls gegen ihren Geschäftsführer weiterhin handlungsfähig. Ob es nun aber zur eigentlich schon im Herbst geplanten Übernahme der Karstadt-Filialen kommt, ist fraglich.

Kommentare