Große Probleme

„Absolutes Alarmsignal“ zur Rente: Merz-Regierung muss „klare Signale“ senden

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Die gesetzliche Rente verliert Vertrauen. Nur wenige Deutsche meinen, dass die Merz-Regierung die Probleme bewältigt. Ein Sozialverband verlangt jetzt „klare Signale“.

Berlin – Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) „muss hier dringend gegensteuern“, forderte Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD) gegenüber IPPEN.MEDIA. „Die allermeisten Menschen verlassen sich bislang noch auf eine ausreichende Rente in ihrem Ruhestand“, sagte Engelmeier angesichts einer Umfrage zum Vertrauen in die Rente.

Rente verliert Vertrauen: Sozialverbandschefin fordert „klare Signale“ von Merz-Regierung

Dabei sieht eine sehr große Mehrheit von 94 Prozent der Befragten im ZDF-Politbarometer die Rentenversicherung mit großen oder sehr großen Problemen konfrontiert. Nur fünf Prozent denken das nicht. Dazu glaubt etwas weniger als ein Viertel (24 Prozent), dass die Merz-Regierung einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme leisten könne. 74 Prozent rechnen nicht damit. Auch die Anhänger der Regierungsparteien Union (52 Prozent) und SPD (60 Prozent) sind mehrheitlich skeptisch.

Eine große Mehrheit der Deutschen glaubt laut ZDF-Politbarometer nicht, dass die Merz-Regierung die Probleme der Rente löst. (Montage)

Sozialverbandschefin Engelmeier bezeichnete die Umfrageergebnisse als „ein absolutes Alarmzeichen und auch eine Folge eines fast schon kampagnenartigen Schlechtredens der gesetzlichen Rente“. Die Bundesregierung müsse „klare Signale senden“, forderte Engelmeier. „Denn Millionen haben am Ende des Monats keinen Euro übrig, um zusätzlich privat vorzusorgen.“

Merz-Regierung muss bei Rente handeln – Sozialverband fordert „Erwerbstätigenversicherung“

Die Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent sei dabei „wichtig“, erklärte Engelmeier. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, in dem sie das Niveau einer Standardrente bei 48 Prozent im Vergleich zu einem durchschnittlichen Gehalt bis 2031 stabilisiert. Damit können die Renten im Vergleich zur Lohnentwicklung wie bisher steigen.

„Darüber hinaus muss eine echte Erwerbstätigenversicherung entwickelt werden, in die alle einzahlen – auch Beamte und Mandatsträger“, forderte Engelmeier eine größere Renten-Reform. „Das würde das Gerechtigkeits- und Solidaritätsgefühl der Menschen stärken und so das Vertrauen in den Sozialstaat wieder aufbauen.“

Umfrage zeigt: Lösungsansätze für Rente finden keine Mehrheit

Die ZDF-Umfrage zeigt dagegen ein gemischtes Bild, wie die Rente gesichert werden könnte. Die bisher von Politikern und Ökonomen diskutierten Lösungsansätze finden dabei keine Mehrheit. Höhere Rentenbeiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber finden demnach nur bei 17 Prozent der Befragten Zustimmung. Ein späterer Rentenbeginn bei 20 Prozent. Größer ist die Zustimmung mit 32 Prozent für langsamer steigende Renten. Mit fast 31 Prozent wollte fast ein Drittel jedoch kein Urteil abgeben. (mit dpa)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/Bernd Weißbrod/dpa

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