- VonStephanie Bachschließen
Die Zahl der Insolvenzen in Baden-Württemberg stieg 2024 um 30,4 Prozent. Besonders betroffen sind das Baugewerbe und der Handel, auch Privathaushalte sind stärker betroffen.
In Baden-Württemberg ist 2024 die Zahl der Unternehmensinsolvenzen deutlich gestiegen – stärker als im bundesweiten Durchschnitt. Laut dem Statistischen Landesamt wurden im vergangenen Jahr 2.445 Insolvenzanträge bei den Amtsgerichten im Südwesten gestellt, was einem Anstieg von 30,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Insolvenzen im Südwesten: Anstieg übertrifft den Bundestrend
Im bundesweiten Vergleich stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen 2024 um 22,4 Prozent auf insgesamt 21.812 Anträge, wie das Statistische Bundesamt kürzlich mitteilte. In Baden-Württemberg hingegen war der Anstieg noch markanter, was auf die schwierige wirtschaftliche Lage für viele Unternehmen in der Region hinweist. Vor kurzem meldete auch eine bekannte Restaurantkette Insolvenz an.
Am stärksten betroffen war laut den Zahlen das Baugewerbe, wo 439 Insolvenzanträge gestellt wurden. Direkt dahinter folgt der Handel mit 356 Anträgen. Die Zahl der eröffneten Insolvenzverfahren im Südwesten lag bei 1.669, jedoch wurden aufgrund mangelnder Masse 776 Verfahren abgewiesen. Insgesamt belaufen sich die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger auf mehr als vier Milliarden Euro.
Privathaushalte im Südwesten ebenfalls von Insolvenzflut betroffen
Doch nicht nur Unternehmen haben mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen: Auch die Zahl der Insolvenzanträge von Privatschuldnern stieg deutlich. 2024 beantragten 10.886 Privathaushalte in Baden-Württemberg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, was einen Anstieg von 15,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Forderungen belaufen sich hier auf über eine Milliarde Euro.
Die steigenden Insolvenzzahlen spiegeln die weiterhin herausfordernde wirtschaftliche Lage wider, in der insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Privathaushalte unter den Belastungen hoher Kosten und unsicherer Zukunftsperspektiven leiden. (sba/dpa)
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