Die Audi AG gehört zu den weltweit absatzstärksten Automobilherstellern. Wie entstand der Konzern und welche sind die aktuellsten Modelle? Ein Überblick.
Ingolstadt – Die Audi AG ist ein deutscher Automobilhersteller und Teil des Volkswagen-Konzerns. Firmensitz ist Ingolstadt in Bayern. Die Ursprünge der Marke Audi gehen auf August Horch zurück, einen der deutschen Pionieringenieure des Automobilbaus. Der Markenname entstand, indem Horch seinen Nachnamen ins Lateinische übersetzte – Audi, höre.
| Name | Audi AG |
|---|---|
| Hauptsitz | Ingolstadt |
| Gründung | 16. Juli 1909, Zwickau |
| CEO | Gernot Döllner |
| Gründer | August Horch |
| Dachorganisation | Volkswagen AG |
Unter dem Konzerndach von Volkswagen kam erstmals 1965 ein Modell mit dem Markennamen Audi auf den Markt und leitete die Entstehung des Unternehmens Audi AG ein. Seit 1998 gehört der italienische Automobilhersteller Lamborghini zur Audi AG, 2012 folgte dann der Motorradhersteller Ducati unter das Unternehmensdach mit den vier Ringen.
Audi diversifiziert die Produktpalette
Am 1. September 2023 übernahm Gernot Döllner den Vorsitz des Vorstands der Audi AG. Döllner ist außerdem Mitglied des Vorstands des Volkswagen Konzerns sowie Leiter der Markengruppe Progressive. Diese beinhaltet die Marken Audi, Bentley, Lamborghini und Ducati. Vorstandsvorsitzender des Mutterkonzerns Volkswagen ist der gebürtige Braunschweiger Dr. Oliver Blume, er übernahm den Posten am 1. September 2022 von Herbert Diess. Den aktuellsten Zahlen nach beschäftigte die AUDI AG zum Jahresende 2022 weltweit rund 88.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2022 lieferte der Audi Konzern 1,64 Millionen Automobile aus.
Seit den 1990er Jahren hat die Ingolstädter Audi AG ihre Produktpalette kontinuierlich erweitert und diversifiziert. Das Tochterunternehmen der Volkswagen AG bietet folgende Modelle in den unterschiedlichen Fahrzeugklassen an (Stand: 2023):
- Kleinwagen: A1 (nur in Varianten Sportback und allstreet neu konfigurierbar)
- Kompaktklasse: A3
- Mittelklasse: A4, A5
- Obere Mittelklasse: A6, A7
- Oberklasse: A8, S8
- Coupés / Roadster: TT
- Sportwagen: R8, e-tron GT
- SUV: Q2, Q3, Q4 e-tron, Q5, Q6 e-tron (voraussichtlich ab 2024), Q7, Q8, Q8 e-tron
Viele der Modelle präsentiert Audi in verschiedenen Varianten. Das Mittelklasse-Modell A4 beispielsweise ist auch als Avant und mit g-tron im Angebot. Zahlreiche Modelle stehen zusätzlich als Allradvariante Quattro oder als Sportback zur Auswahl. Auch Cabriolets bietet der Autohersteller mit Sitz in Ingolstadt für zahlreiche Fahrzeugmodelle an. Neben konventionellen Dieselantrieben und Benzinern offeriert Audi auch den e-tron mit vollelektrischem Antrieb und die Variante g-tron, einen mittels CNG-Technologie (Compressed Natural Gas) betriebenen Erdgasantrieb. Auch Fahrzeuge von Lamborghini und Motorräder von Ducati gehören neben den Fahrzeugen der eigenen Marke zur Produktpalette der Audi AG.
Die Marke Audi – der Aufstieg zum Global Player
2022 produzierte Audi rund 1,64 Millionen Fahrzeuge weltweit und generierte einen Umsatz von 61,8 Milliarden Euro. Wie Audi dazu mitteilte, erreichte die Markengruppe ein Rekordergebnis. Das operative Ergebnis lag 2022 bei 7,6 Milliarden Euro. Bis 1998 produzierte Audi seine Fahrzeuge ausschließlich an den deutschen Standorten Ingolstadt, Neckarsulm und Heilbronn. 1997 produzierte Audi 557.777 Pkw und erreichte die Kapazitätsgrenze der deutschen Produktionsstandorte.
Als Konsequenz investierte das Unternehmen in internationale Produktionskapazität. Als erster Produktionsstandort außerhalb Deutschlands begann das Werk im ungarischen Győr 1998 mit der Montage des Audi TT Coupé. Weitere Produktionsstandorte in der Übersicht:
- Brüssel (Belgien)
- Kaluga (Russland)
- Bratislava (Slovakei)
- Aurangabad (Indien)
- San José Chiapa (Mexiko)
- Curitiba (Brasilien)
- Changchun, Foshan, Tianjin, Qingdao, Anting und Ningbo (in Kooperation mit FAW in China)
Die Produktionskapazität der Werke in China beträgt derzeit mehr als 600.000 Fahrzeuge. Insgesamt unterhält die Audi AG weltweit 21 Produktionsstätten in 12 Ländern.
Hinter der Eigenmarke VW (8,263 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge, Stand 2023) ist Audi mit 1,64 Millionen Fahrzeugen (Stand 2023) die absatzstärkste Automarke des Volkswagen-Konzerns. Dieser vermeldete für das Jahr 2022 einen Jahresumsatz von 279,2 Milliarden Euro, eine Steigerung von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Geschichte von Audi
Die Audi AG aus Ingolstadt gehört also zu den weltweit absatzstärksten Automobilherstellern. Mit einer über hundertjährigen Unternehmensgeschichte kann Audi auf eine bewegte Vergangenheit zurückschauen.
Nachdem August Horch sein 1904 gegründetes Unternehmen A.Hoch & Cie Motorwagenwerke im Streit verlassen hatte, ließ er 1909 sein neues Unternehmen August Horch Automobilwerke GmbH ins Handelsregister der Stadt Zwickau eintragen. Nach einem Rechtsstreit aufgrund der Nutzung des Markennamens Horch änderte dieser den Unternehmensnamen am 25. April 1910 in Audi Automobilwerke GmbH. Der neue Name ist die direkte Übersetzung des Imperativs „horch!“ (höre = audi). Mitte des Jahres 1932 fusionierten schließlich die 4 Unternehmen Audi, Zschopauer, Horchwerke AG und Siegmar zur Auto Union AG, deren Zusammenschluss der Ursprung für das heutige Firmenlogo mit den vier ineinander verschlungenen Ringen ist.
Daimler-Benz erlangte 1958 die Mehrheit des Stammkapitals der Auto Union AG, doch ab 1964 übernahm Volkswagen dann schrittweise die Unternehmensanteile. Aufgrund der Fusion von Auto Union mit den NSU Motorenwerken entstand 1969 die Audi NSU Auto Union AG mit Sitz in Neckarsulm. Als 1985 die Rechte an der Marke NSU ausliefen, verkürzte man den Firmennamen auf Audi AG und verlegte den Firmensitz ins bayerische Ingolstadt. Volkswagen hielt Mitte 2020 bereits 99,64 Prozent der Anteile an der Audi AG, unterbreitete den Audi-Kleinaktionären am 16. Juni 2020 aber auch ein Übernahmeangebot für die verbleibenden 0,36 Prozent der Audi-Anteile. Auf der Audi-Jahreshauptversammlung nahmen die Aktionäre das Übernahmeangebot von Volkswagen an.
Innovationen aus Ingolstadt
Vorsprung durch Technik: So heißt seit 1971 der Werbeslogan der Audi AG. Und in der Tat kann das Unternehmen aus Ingolstadt seitdem zahlreiche Innovationen vorweisen. Ein Beispiel hierfür ist der 1980 unter der Bezeichnung „Quattro“ vorgestellte erste permanente Allradantrieb, der in einem deutschen Pkw verbaut wurde.
Die Präsentation der neuen Modellreihe A4 als Nachfolger des Audi 80 im Jahr 1994 gilt ebenfalls als ein mutiger Schritt. Audi veränderte sowohl die Innenausstattung als auch das äußere Erscheinungsbild des Autos komplett. Mit fast 1,7 Millionen produzierten Fahrzeugen gehört die Modellreihe A4 zu den absatzstärksten Autos der Volkswagen-Tochter. Die Baureihe C6 des als Nachfolger des Audi 100 eingeführten Modells A6 heimste in ihrem Einführungsjahr 2004 zahlreiche Preise ein und verdrängte 2005 die E-Klasse von Mercedes-Benz als meistgekauftes Auto der oberen Mittelklasse in Deutschland.
Alternative Antriebe bei Audi
Auch das Thema „Alternative Antriebstechnik“ hat Audi im Blick. Mit dem Audi e-tron haben die Ingolstädter seit 2018 ein batterieelektrisch angetriebenes Oberklasse-SUV im Sortiment. Derzeit verfolgen die Ingolstädter das Ziel, sich zu einem führenden Anbieter „vernetzter und vollelektrischer Premiummobilität“ zu entwickeln. Es kann also nicht verwundern, dass die Auslieferzahlen vollelektrischer Modelle 2022 deutlich anstiegen. Technische Innovationen, wie zum Beispiel der Allradantrieb Quattro, die Turbodiesel-Direkteinspritzung TDI sowie die Aluminiumkarosserie sollen einen „Vorsprung durch Technik“ bringen - ganz nach dem Firmenslogan von Audi.
Mit dem neuen Q6 e-tron bringt das Unternehmen das erste E-Modell auf den Markt, das auf der Premium Platform Electric (PPE) basiert. Dabei handelt es sich um ein Plattform-Baukastensystem für Premium-E-Fahrzeuge des VW-Konzerns. Die Antriebsvariante g-tron wiederum verwendet eine komprimierte Form von Erdgas als Antriebskraft und emittiert nur sehr geringe Mengen Feinstaub.
Mission:Zero
Die nachhaltigen Bestrebungen der Ingolstädter beschränkt sich dabei keineswegs auf die Fahrzeuge. Im Rahmen des Umweltprogramms Mission:Zero plant Audi, bis 2025 in sämtlichen Werken bilanziell CO₂-neutral zu arbeiten. Über die kommenden Jahre will der Hersteller außerdem mehr als 30 elektrifizierte Fahrzeugmodelle auf den Markt bringen, von denen etwa 20 rein elektrisch funktionieren sollen. Für das Jahr 2024 ist zum Beispiel die neue Baureihe Q6 e-tron geplant. (Sebastian Reif)
Rubriklistenbild: © Audi

