ETF-Sparplan 2025

ETF-Sparplan-Geheimnis gelüftet: 25-Jahre-Analyse zeigt überraschende Wahrheit über den perfekten Kauftag

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Sie fragen sich, ob es den perfekten Zeitpunkt im Monat gibt, um Ihren ETF-Sparplan auszuführen? Finanztip hat analysiert, welche Rolle das Timing wirklich spielt. Von Timo Halbe und Giulia Tita.

Mit einem ETF-Sparplan investieren Sie regelmäßig einen festen Betrag in einen oder mehrere ETFs. Und zwar je nach Broker zu unterschiedlichen Zeitpunkten: Während die Ausführung Anfang des Monats am häufigsten ist, können Sie bei manchen Brokern auch andere Tage auswählen.

Aber hat der Tag, an dem der Sparplan jeden Monat ausgeführt wird, auch Einfluss auf Ihre Rendite? Diese Frage erreicht uns aus der Finanztip Community immer wieder. Deshalb haben wir das mal analysiert.

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So haben wir gerechnet

Wir haben den MSCI World in Euro seit 2001 untersucht. Dabei haben wir für jeden Tag im Monat einen Sparplan über fünf Jahre simuliert und geschaut, wie viele Anteile man, je nach Tag, im Schnitt für einhundert Euro gekauft hätte.

Wir haben diesen Zeitraum dann über mehrere Jahre hinweg verschoben, also zum Beispiel zuerst von 2001 bis 2006, dann von 2002 bis 2007 und so weiter. Das Ergebnis haben wir in einer Heatmap zusammengetragen. Je grüner, desto besser. Hier ein Auszug:

Wir haben den MSCI World in Euro seit 2001 untersucht. Dabei haben wir für jeden Tag im Monat einen Sparplan über fünf Jahre simuliert und geschaut, wie viele Anteile man, je nach Tag, im Schnitt für einhundert Euro gekauft hätte.

Wie Sie die Heatmap lesen

Jede Spalte steht für ein Startjahr für den Fünf-Jahres-Sparplan, und jede Zeile zeigt die Tage im Monat. Der Wert und die Farbe in jeder Zelle stellen dar, wie viele fiktive Anteile Sie durchschnittlich an diesem Tag des Monats im jeweiligen Fünf-Jahres-Zeitraum für einhundert Euro kaufen konnten.

Lohnt sich perfektes Timing beim ETF-Sparplan wirklich? Wir zeigen, ob der Ausführungstag Ihre Rendite beeinflusst mit klaren Zahlen.

Beispiel: Wenn Sie beispielsweise ab Januar 2007 fünf Jahre lang immer am sechsten des Monats investiert hätten, hätten Sie im Schnitt 0,9398 Anteile des ETFs für einhundert Euro erworben. Hätten Sie im Gegenzug immer am zwanzigsten des Monats investiert, hätten Sie im Schnitt 0,9483 Anteile für einhundert Euro erworben. Mit einem Sparplan am zwanzigsten des Monats wären Sie also minimal besser gefahren als mit einem am sechsten des Monats.

Wichtig: Die Zahlen in einer Zeile sind nicht miteinander vergleichbar, sondern nur innerhalb der Spalte. Das bedeutet, dass der Wert von 0,9398 Anteilen im Jahr 2007 nicht direkt mit den 0,6792 Anteilen im Jahr 2011 verglichen werden kann. Ein niedrigerer Wert in einer anderen Spalte (zum Beispiel 2011) bedeutet nicht, dass Sie „Verlust“ gemacht haben, sondern spiegelt einfach die unterschiedliche Marktentwicklung wider.

Unterschiede im Ausführungstag

Unten in der Tabelle sehen Sie die Differenz – also den Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten Kaufzeitpunkt im Monat. In unserem Heatmap-Auszug oben liegt er zwischen 0,81 Prozent (Startjahr 2008) und 1,25 Prozent (2009/2012). Den größten Unterschied in der gesamten Analyse gab es aber 2004 mit 1,3 Prozent, den kleinsten 2003 mit 0,54 Prozent.

Heißt: Der Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten Ausführungstag im Monat in einem Zeitraum von fünf Jahren beträgt maximal 1,3 Prozent, aber nicht mehr. Achtung: nicht jährlich, sondern über den gesamten Zeitraum von fünf Jahren.

Wie viel das in Euro ausmacht?

Hätten Sie von 2004 bis 2008 jeden Monat am im Schnitt schlechtesten Tag einhundert Euro investiert (insgesamt also sechstausend Euro), wären nach den fünf Jahren 4.306 Euro übrig geblieben. Mit dem besten Tag wären es 4.362 Euro gewesen, also gerade einmal 56 Euro beziehungsweise 1,3 Prozent mehr. Das insgesamt hohe Minus in beiden Fällen liegt an der Finanzkrise in diesem Zeitraum.

Disclaimer: Es geht hier um den Index, ETF-Kosten sind also nicht berücksichtigt, sodass das Ergebnis in der Praxis leicht abweichen kann.

In der Zeile über der Differenz haben wir zusammengetragen, welcher Tag des Monats der beste Ausführungstag war. Wie Sie in der Heatmap sehen können, war 2007 im Schnitt der zwanzigste des Monats der beste Ausführungstag. So war es auch in den drei Jahren davor. 2009 und 2010 war dagegen der erste des Monats im Schnitt der beste Tag.

Wann könnte das Timing doch relevant sein?

Auf der Heatmap können Sie außerdem sehen, dass bis 2008 tatsächlich das Monatsende etwas besser war als der Monatsanfang. Danach hat sich das gedreht und in den letzten Jahren war der Monatsanfang besser.

In beiden Zeiträumen (bis 2008 und ab 2008) gibt es aber auch Ausreißer in die andere Richtung: Mal weichen der Monatsanfang und mal das Monatsende ungewöhnlich stark in eine Richtung ab. Das bestätigt, dass der Kaufzeitpunkt doch einen gewissen, aber kleinen Einfluss haben kann. Im Voraus wissen können Sie das aber nicht.

Aber wie sieht es langfristiger aus? Dafür haben wir zusätzlich noch einen längeren Sparplan als die Fünf-Jahres-Zeiträume simuliert: 2001 bis heute, 2002 bis heute und so weiter. Das Ergebnis: Je länger Ihr Sparplan läuft, desto geringer werden tendenziell auch die Unterschiede zwischen den Ausführungstagen. Von 2001 bis heute liegt der Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten Tag bei 0,58 Prozent – und das ist über fast fünfundzwanzig Jahre quasi nichts.

Fazit: Der Tag spielt kaum eine Rolle

Einen bestimmten Tag, der immer besser wäre als andere Tage, konnten wir nicht ermitteln. Und selbst wenn Sie immer den langfristig besten Tag im Monat erwischt hätten, hätten Sie nur einen minimal höheren Depotwert erzielt. Das Timing bringt langfristig also kaum einen Vorteil. Außerdem können Sie sowieso nicht vorhersagen, welcher Tag der beste im Monat sein wird.

Flexibilität bei der Ausführung: Was bieten die Broker?

Sie möchten trotzdem genauer einstellen können, an welchem Tag Ihre Sparpläne ausgeführt werden sollen? Zum Beispiel, damit Sie das Sparen beziehungsweise Investieren immer direkt nach Ihrem Gehaltseingang erledigen können?

Hier ist eine Übersicht über einige Broker, die Finanztip empfiehlt:

  • Einer unserer Preis-Leistungssieger, Traders Place, ermöglicht den 5., 15. oder 28.
  • Finanzen.net Zero bietet Ihnen diese Tage an:  6., 14., 21. und 29.
  • Scalable Capital hat gleich neun verschiedene Termine im Monat.
  • Trade Republic: 2., 9., 16. und 23. im Monat
  • Bei ING und Comdirect können Sie zwischen dem 1., 7., 15. und 23. des Monats wählen.

Details zu diesen und unsere weiteren Finanztip-Empfehlungen finden Sie in unserem Depotvergleich. Wie Sie Ihren ersten Sparplan starten, erfahren Sie in unserem Sparplan-Ratgeber. Und den passenden ETF dazu liefert Ihnen unser ETF-Finder.

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Dieser Artikel liegt IPPEN.MEDIA im Zuge einer Kooperation mit Finanztip, Deutschlands führendem Geldratgeber, vor – das Original zu diesem Beitrag „Perfektes Timing für Deinen ETF-Sparplan – gibt es das? stammt aus dem wöchentlichen Finanztip Newsletter vom 01. August 2025.

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