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Die Bundesbauministerin warnt vor Schwarzmalerei in der Baubranche. Die Zeiten sind herausfordernd, doch einen kompletten Einbruch sehe sie nicht.
Berlin – Bundesbauministerin Klara Geywitz hält Warnungen vor einem Zusammenbruch der Bauwirtschaft für falsch. „Ich sehe keinen Niedergang auf den Bau zukommen“, sagte die SPD-Politikerin der Neuen Osnabrücker Zeitung am Samstag. Ihrer Ansicht nach gebe es „eine kurze konjunkturelle Herausforderung“.
Im Hinblick auf die Zukunft der Baubranche zeigte sich die Ministerin mit Einschränkungen vorsichtig optimistisch. Das kommende Jahr werde schwer werden, doch dafür komme staatliche Unterstützung. Zudem seien die Zinsen nicht historisch hoch und für 2025 erwarteten quasi alle Experten eine Gewöhnung des Marktes an das neue Zinsniveau.
Baukrise in Deutschland: Ministerin Geywitz beklagt Schwarzmalerei in der Branche
Handwerkspräsident Jörg Dittrich hatte jüngst vor einem Kollaps und dem drohendem Einbruch des Baugewerbes gewarnt. „Wir fahren beim Bau mit hohem Tempo auf eine Mauer zu, und die Bundesregierung schafft es einfach nicht, auf die Bremse zu treten“, hatte Dittrich der Bild am Sonntag gesagt. „Das Baugewerbe mit seinen 2,33 Millionen Beschäftigten ist eine Schlüsselbranche für das Handwerk. Und dieser Sektor droht gerade komplett einzubrechen.“
Geywitz hingegen warnte vor Schwarzmalerei: „Es macht mir Sorge, dass wir die Lage schlechter reden, als sie tatsächlich ist.“ Die Ministerin stellte eine Erhöhung des Baugeldes für Familien in Aussicht, das die Wohnungsnot in Deutschland lindern soll, obwohl Experten wie Thomas Nostadt, Geschäftsführer vom Wohnbau Lörrach, in der FAZ davon sprechen, dass der „Wohnungsmarkt gerade mit Vollgas an die Wand fährt“.
Wohnungsnot in Deutschland: Geywitz arbeitet „mit Hochdruck“ an Förderprogramm
„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Wohneigentumsförderung für junge Familien zu verbessern“, sagte Geywitz der Neuen Osnabrücker Zeitung in Bezug auf die Wohnungsnot in Deutschland und die Förderung für Familien, da vor allem immer mehr Familien nach Angaben der BAGW von Wohnungslosigkeit bedroht sind.
Geywitz verwies auf das laufende, aber wenig genutzte Programm für Familien mit einem Jahreseinkommen bis 60.000 Euro. „Diese Grenze sollte angehoben werden. Zudem könnten die Kredithöhen steigen.“ Sie sei zuversichtlich, dass die verbesserten Konditionen in wenigen Wochen stehen.
Baukrise in Deutschland: Hohe Preise und gestiegene Zinsen belasten die Branche
Hohe Preise und gestiegene Zinsen belasten seit Monaten die Nachfrage und tragen zur Baukrise in Deutschland bei. Vor allem der Wohnungsbau stockt. Der Handwerkspräsident hatte betont, noch würden Projekte abgearbeitet, die vor mehreren Jahren beschlossen und finanziert worden seien. Die Baufinanzierungen für künftige Projekte seien eingebrochen. „Wenn die Politik nicht gegensteuert, wird sich das im Abbau von Kapazitäten niederschlagen“, erklärte Dittrich.
Bereits vergangene Woche hatte das Münchner Ifo-Institut vor massivem Wohnungsmangel gewarnt. Schrumpften die Kapazitäten, würde das zum Hemmnis für eine künftige Wiederbelebung. Dazu sagte Geywitz, es müsse mit aller Kraft verhindert werden, dass Fachkräfte der Branche den Rücken kehrten. „Ein Kapazitätsabbau könnte sich fatal auswirken.“ (mit Material der dpa)
Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

