Verkehrswende

Automesse IAA: Rekordverdächtige Rabatte – allerdings nur für Verbrenner

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Elektroautokäufer in Deutschland müssen einer Studie zufolge deutlich tiefer in die Taschen greifen (Symbolbild).
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Kurz vor dem Start der Autoschau IAA in München haben viele Hersteller bei ihren Verbrennermodellen höhere Kaufanreize gesetzt. Bei den Elektromodellen sieht das ganz anders aus.

Berlin – Ausgerechnet kurz vor dem Start der Automesse IAA gerät die deutsche Verkehrswende ins Stocken. Das legt eine neue Marktstudie des Duisburger CAR-Instituts nahe. Demnach müssen Elektroautokäufer in Deutschland deutlich tiefer in die Taschen greifen, während bei Verbrennern hohe Rabatte angeboten werden.

Kurz vor IAA: Preisschock für E-Auto-Käufer

Der Analyse zufolge droht den Käufern bei E-Autos ein Preisschock – auch weil der deutsche Staat zum Jahreswechsel seine Subventionen kürzt. Nur noch 3000 statt 4500 Euro „Umweltprämie“ gibt es ab dem 1. Januar 2024 für Privatkäufer kleinerer E-Autos, was viele Hersteller wegen ihrer langen Lieferfristen bereits in ihre aktuellen Angebote einrechnen, beschreibt Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer die Lage. Unternehmen können bereits ab dem 1. September 2023 gar keine Umweltprämie mehr für ihre Neuwagenkäufe erhalten.

Derzeit sei zwar unter anderem der VW-Konzern noch in der Lage, bestimmte Modelle innerhalb dieses Jahres zu den alten, günstigeren Förder-Konditionen zu liefern. Doch schon bald dürfte Tesla nach Dudenhöffers Einschätzung eine neue Preissenkungsrunde einläuten, was wiederum zu deutlichen Gewinneinschnitten insbesondere bei den deutschen Herstellern führen werde.

Insgesamt lag der Preisnachlass demnach im August mit 16,2 Prozent im Schnitt um drei Prozentpunkte unter dem Niveau vom Juli. Es handle sich der Studie zufolge um einen „von der Bundespolitik verursachten Preisschock bei den Elektroautos kurz vor der IAA“. Private Käufer dürften daher sehr vorsichtig mit Bestellungen umgehen.

Hohe Rabatte für Verbrenner vor Automesse IAA

Anders sieht es bei Verbrennerfahrzeugen aus, für die die Autobauer kurz vor der Automesse IAA in München immer höhere Preisnachlässe gewährten. Im Schnitt lagen die Rabatte bei 17,8 Prozent und damit so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Der Trend dürfte auch in den nächsten Monaten anhalten, hieß es: Die wirtschaftlichen Daten seien wenig erfreulich, Kaufzurückhaltung präge das Bild und die hohen Auftragsbestände zu Jahresbeginn seien „Schnee von gestern“. Vor allem VW biete seine Fahrzeuge mit höheren Nachlässen an.

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Mit Material von dpa und Reuters

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