Autozulieferer startet Sparprogramm mit konzernweitem Stellenabbau
VonJulian Baumann
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Wie Bosch, ZF, Mahle und Co. muss auch der Autozulieferer ElringKlinger Ausgaben einsparen. Dies führt zu einem konzernweiten Stellenabbau.
Dettingen an der Erms – Vor der Krise der globalen Autoindustrie kann sich auch ElringKlinger mit Sitz in Dettingen (Erms) bei Reutlingen (Baden-Württemberg) nicht verwehren. Nachdem der Autozulieferer Ende vergangen Jahres die Schließung eines deutschen Werkes angekündigt hat, wurde nun ein Kosteneffizienzprogramm namens „STREAMLINE“ beschlossen, mit dem der börsennotierte Konzern ab 2026 mindestens 30 Millionen Euro pro Jahr einsparen will, wie ElringKlinger am 8. Mai in einer Pressemitteilung verkündete. Diese Sparmaßnahmen sind mit einem Stellenabbau verbunden.
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„Um ElringKlinger weiter zielgerichtet für die Zukunft aufzustellen und die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns nachhaltig zu verbessern, hat der Vorstand das Programm STREAMLINE zur Überprüfung und Reduzierung der Personalkostenstruktur beschlossen“, heißt es konkret in der Mitteilung. Der Stellenabbau soll laut der Südwestpresse (SWP) auf Freiwilligkeit basieren und ist mit Abfindungen verbunden. Auch Autokonzern Mercedes-Benz setzt bei der Personalreduktion auf Freiwilligkeit, die aber offenbar nicht ganz so freiwillig ist.
ElringKlinger: Stellenabbau bei Autozulieferer auf Basis der doppelten Freiwilligkeit
ElringKlinger erklärt in der Pressemitteilung, dass für die Mitarbeiter der deutschen Standorte die sogenannte „doppelte Freiwilligkeit“ gelten wird. Das bedeutet konkret, dass sowohl der Angestellte, als auch der Konzern einem Abschied zustimmen müssen. Wie viele Stellen durch das Programm entfallen sollen und wie hoch die Abfindung sein wird, teilt der Konzern nicht mit. Auf Nachfrage der SWP wollte ein Sprecher die zirkulierende Summe von bis zu 250.000 Euro pro Kopf nicht kommentieren. Allerdings müssen sich die Beschäftigten vergleichsweise schnell entscheiden, da das Sparprogramm bereits Mitte Mai starten soll.
Name
ElringKlinger AG
Gründung
1879
Sitz
Dettingen an der Erms, Baden-Württemberg
Branche
Automobilzulieferer
Mitarbeiter
9.083 (Ende März 2025)
Umsatz
1,8 Milliarden Euro (2024)
Der freiwillige Personalabbau ist allerdings nicht der einzige Bestandteil des „STREAMLINE“-Programms bei ElringKlinger. „Im Zuge des Wandels unserer Branche haben wir bereits strategische Entscheidungen zur Fokussierung getroffen und konzentrieren uns künftig auf unsere profitablen Bereiche“, erklärt Konzernchef Thomas Jessulat in der Mitteilung. Im vergangenen Jahr hatte sich der Autozulieferer von zwei Konzerngesellschaften getrennt, wovon rund 650 Mitarbeiter betroffen waren.
ElringKlinger rechnet 2025 weiterhin mit Umsatz der dem Vorjahreswert entspricht
Die ElringKlinger AG geht auf ein 1879 in Stuttgart gegründetes Handelsunternehmen für Dichtungen und technische Produkte zurück und beschäftigt heute weltweit 9.083 Mitarbeiter (Stand: 1. Quartal 2025). Das sind zwar mehr als 500 weniger als im Vorjahreszeitraum, der Konzern zählt aber dennoch zu den größten Autozulieferern aus Baden-Württemberg. Obwohl der Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen ist, rechnet ElringKlinger für das Gesamtjahr weiterhin mit einem Betrag, der organisch dem Vorjahreswert entspricht.