GDL verhandelt mit Transdev

Bahnstreik in NRW beendet – doch Zugverkehr könnte bald wieder stillstehen

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Ein Bahnstreik hat am Samstag Teile des NRW-Zugverkehrs lahmgelegt. Die GDL hatte zur Arbeitsniederlegung bei Transdev aufgerufen. Auf mehreren Zuglinien kam es zu Ausfällen.

  • Die GDL hatte die Beschäftigten des Bahnkonzerns Transdev am Samstag (21. Oktober) zum Streik aufgerufen.
  • In NRW waren elf Zuglinien betroffen, darunter die RheinRuhrBahn und die NordWestBahn.
  • Der Bahnstreik wurde nach zwölf Stunden Stillstand wieder beendet – doch es droht ein weiterer Arbeitskampf.

Update vom 21. Oktober, 14:45 Uhr: Der Streik beim Bahnunternehmen Transdev ist beendet. Das hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mitgeteilt. Betroffen waren in NRW unter anderem die RheinRuhrBahn und die NordWestBahn. Bei der RheinRuhrBahn läuft der Bahnverkehr nun nach und nach wieder an. „Es muss aber auch noch weiterhin mit Einschränkungen gerechnet werden“, so das Unternehmen. Zum Betriebsstart am Sonntagmorgen sollen die Züge der RheinRuhrBahn wieder weitgehend planmäßig fahren. Auch bei der NordWestBahn sollen die Züge jetzt wieder anrollen. Bei der NordWestBahn könne es ebenfalls „bis in die Abendstunden zu Einschränkungen auf einzelnen Strecken kommen“.

Die GDL zeigte sich auch nach Ende des Arbeitskampfes kampfbetont. „Ohne Absenkung der Arbeitszeit für Schichtarbeiter und deutlich mehr Entgelt für alle Eisenbahner wird der Eisenbahnverkehr schon bald wieder zum Erliegen kommen“, sagte der zuständige GDL-Bezirksvorsitzende NRW Sven Schmitte. Sollten sich Gewerkschaft und Bahnkonzern also nicht bald einigen, könnte es einen erneuten Bahnstreik im Westen geben.

Solobus der RheinRuhrBahn pendelt zwischen Coesfeld und Dorsten

Update vom 21. Oktober, 11:03 Uhr: Seit 11 Uhr pendelt bei der RheinRuhrBahn nun auch ein Solobus zwischen Coesfeld und Dorsten, teilt das Verkehrsunternehmen mit. Dieser hält an allen Unterwegsbahnhöfen ohne feste Fahrtzeiten bis 15:00 Uhr.

Ausfälle und Verspätungen: Welche Bahnlinien vom GDL-Streik am Samstag betroffen sind

Update vom 21. Oktober, 10:34 Uhr: Der 12-stündige Warnstreik beim Bahnkonzern Transdev in NRW ist im vollen Gange. Betroffen sind laut GDL elf Zuglinien des Bahnkonzerns Transdev in Nordrhein-Westfalen, darunter die NordWestBahn mit Schwerpunkt Paderborn und Bielefeld und die Rhein-Ruhr-Bahn am Niederrhein sowie von Essen nach Coesfeld.

„Der GDL-Streik sorgt für massive Beeinträchtigungen im Zugverkehr der RheinRuhrBahn. Busnotverkehre sind eingerichtet“, teilte das Verkehrsunternehmen am Morgen mit. Laut einem GDL-Sprecher seien bei der Rhein-Ruhr-Bahn alle Züge ausgefallen. „Wir hatten 100 Prozent Beteiligung“, sagte er der Deutschen-Presse-Agentur. Bei der NordWestBahn steuere demnach wohl eine Führungskraft des Unternehmens mit dem nötigen Führerschein einen Zug, weshalb einige Verbindungen trotz Streik bedient werden. Auf folgende Linien gibt es seit dem frühen Morgen größere Einschränkungen:

  • RE 10: In der Zeit des Streiks werden einige Fahrten der Linie RE 10 zwischen Krefeld Hbf und Kleve durch einen Schienenersatzverkehr mit Bussen bedient. Reisende können stattdessen zwischen Krefeld Hbf und Düsseldorf Hbf alternativ auch die Stadtbahnlinien U 70 und U 76, zwischen Krefeld Hbf und Krefeld Oppum die Züge der Linie RB 33, zwischen Meerbusch-Osterath und Düsseldorf Hbf die Stadtbahnlinie U 79, sowie zwischen Düsseldorf-Bilk und Düsseldorf Hbf die Züge der Linien S 8 und S 11 nutzen.
  • RE 14/RE 44: Einige Züge durch Schienenersatzverkehr mit Bussen bedient. Von 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr pendelt zusätzlich zwischen Coesfeld (Westf) und Dorsten mit allen Unterwegshalten ein Busnotverkehr mit einem Bus ohne feste Fahrzeiten
  • RB 31: Einige Züge werden durch einen Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen bedient. Fahrten ab Duisburg Hbf von 09:30 Uhr und Fahrten ab Moers von 10:28 Uhr verkehren stündlich bis 16:30 Uhr bzw. 14:28 Uhr. Fahrten ab Xanten von 08:00 Uhr und Fahrten ab Moers von 09:37 Uhr verkehren stündlich bis 14:00 Uhr bzw. 16:37 Uhr.
  • RB 36: Einige Züge werden durch einen Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen bedient.
  • RB74: Zwischen Bielefeld und Paderborn nur noch im Drei-Stunden-Takt. Offenbar steuere hier eine Führungskraft des Unternehmens mit dem nötigen Führerschein den Zug, sagte der GDL-Sprecher.
  • RB75: Zwischen Bielefeld und Halle fallen alle Züge aus, da kein Bus-Notverkehr eingerichtet werden konnte.

Bahnstreik am Samstag in NRW: Die wichtigsten Infos im Überblick

► Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen ruft die GDL ihre Mitglieder bei Transdev am 21. Oktober 2023 zum Streik auf.

► Der Streik beginnt um 2:30 Uhr und soll am Samstag um 14:30 Uhr enden.

► Der Streikaufruf der GDL betrifft Lokomotivführer, Zugbegleiter, Werkstattmitarbeiter und Disponenten bei der NordWestBahn GmbH, Transdev Hannover GmbH, Transdev Mitteldeutschland GmbH, Transdev Regio Ost GmbH, Transdev Rhein-Ruhr GmbH sowie die Trans Regio Deutsche Regionalbahn GmbH erfasst.

► Dadurch kann es auch zu Störungen, Ausfällen und Verspätungen bei mehreren Bahnlinien kommen. Welche Auswirkungen die Streik-Ankündigung hat, ist noch nicht bekannt.

Deutsche Bahn nicht vom Bahnstreik in NRW betroffen

Update vom 20. Oktober, 8:20 Uhr: In NRW gibt es am Samstag, 21. Oktober, einen größeren Bahnstreik, der Teile des Zugverkehrs lahmzulegen droht. Die Deutsche Bahn ist aber nicht beteiligt, obwohl dort ebenfalls in den kommenden Wochen und Monaten Streiks drohen. Vielmehr geht es diesmal um einen Tarifstreit zwischen der Bahngewerkschaft GDL und dem Bahnbetreiber Transdev. In Nordrhein-Westfalen gehören unter anderem die Nordwestbahn und die Rhein-Ruhr-Bahn zu Transdev.

GDL ruft in NRW zu Streik auf: Wichtige Infos im Überblick

Die GDL ruft zum zwölfstündigen Warnstreik auf. Davon betroffen sind in NRW elf Zuglinien des Bahnkonzerns Transdev. Betroffen seien vier Linien der NordWestBahn mit Schwerpunkt Paderborn und Bielefeld, vier Linien der Rhein-Ruhrbahn am Niederrhein und von Essen nach Coesfeld, die Regionalbahn Köln-Mainz sowie die S-Bahn-Verbindungen Minden-Haste (Niedersachsen) und Paderborn-Hannover-Flughafen.

Diese Zuglinien könnten in NRW bestreikt werden

  • RE10: Kleve – Düsseldorf (Rhein-Ruhr-Bahn)
  • RE14: Essen – Coesfeld/Borken (Rhein-Ruhr-Bahn)
  • RB26: Köln – Mainz (Trans Regio Deutsche Regionalbahn)
  • RB31: Duisburg – Xanten (Rhein-Ruhr-Bahn)
  • RE44: Moers – Bottrop (Rhein-Ruhr-Bahn)
  • RB74: Bielefeld – Osnabrück (Nordwestbahn)
  • RB75: Bielefeld – Paderborn (Nordwestbahn)
  • RB84: Paderborn Kraiensen/Holzminden (Nordwestbahn)
  • RB85: Ottbergen – Göttingen (Nordwestbahn)
  • S1 in Niedersachsen (fährt auch durch NRW): Minden – Haste
  • S5 in Niedersachsen (fährt auch durch NRW): Paderborn – Hannover Flughafen
  • Quelle: GDL

GDL-Verhandlungen mit Transdev drohen zu eskalieren

Erstmeldung vom 19. Oktober: Köln – Die Verhandlungen zwischen GDL und Transdev sind aktuell gehörig ins Stocken geraten. Laut Angaben der GDL habe Transdev als Arbeitgeber bei der zweiten Verhandlungsrunde am 13. Oktober kein verbessertes Angebot vorgelegt. Die GDL reagiert darauf jetzt mit einer Streik-Ankündigung. „Dieses Verhalten wird nun mit Arbeitskampfmaßnahmen beantwortet, wofür die Arbeitgeberseite die volle Verantwortung trägt“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky. Man rufe „Lokomotivführer, Zugbegleiter, Werkstattmitarbeiter und Disponenten“ zum Streik auf, so die GDL.

Laut Angaben der Gewerkschaft könnten in NRW insgesamt elf Zug-Linien von mehreren Transdev-Unternehmen bestreikt werden, darunter RE-, RB- und S-Bahn-Linien. Unklar ist allerdings noch, wann genau gestreikt werden soll. Den Zeitpunkt der Streiks wolle man „rechtzeitig bekannt geben“, hieß es am Mittwoch (18. Oktober) von der GDL.

Transdev betreibt in NRW unter anderem auch die Rhein-Ruhr-Bahn.

GDL-Streik bei Transdev könnte nur Vorgeschmack sein

Die GDL und Transdev verhandeln seit dem 18. September. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Lohnerhöhung von 555 Euro, beziehungsweise eine Zulagenerhöhung von 25 Prozent über zwölf Monate sowie eine Senkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden. Von einer Einigung ist man nach aktuellen GDL-Angaben offenbar noch weit entfernt. Daher will die Gewerkschaft nun mit Streiks Druck auf die Arbeitgeberseite ausüben.

Das könnte nur ein Vorgeschmack auf eine regelrechte Streikwelle in den kommenden Wochen und Monaten sein. Denn im November beginnen auch Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der GDL – mit denselben Forderungen von Gewerkschaftsseite. „Die Tarifrunde 2023 wird etwas anstrengender“, hatte GDL-Chef Claus Weselsky bereits im September im Gespräch mit Ippen.Media gesagt. Als Forderung mit größtem Konfliktpotenzial gilt auch bei den anstehenden Verhandlungen mit der Bahn die Senkung der Wochenarbeitszeit. Die Zeichen stehen daher auch dort schon im Vorfeld eher auf Streit und Streik, als auf schnelle Einigung. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk/Imago

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