Steigende Preise für Energie bedrohen die bayerische Metallindustrie. Laut einer Umfrage fürchtet jedes achte Unternehmen um seine Existenz.
München – Die starken Preisanstiege bei Materialien und Energie bringen viele Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie in eine bedrohliche Lage. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Arbeitgeberverbände bayme vbm berichtete jedes achte Unternehmen von Preisanstiegen in existenzbedrohendem Ausmaß. Im Schnitt hätten sich die Einkaufskosten der Unternehmen um rund 40 Prozent erhöht. Besonders starker Treiber waren die gestiegenen Energiekosten in Folge des Ukraine-Krieges, die 110 Prozent zulegten.
Energiekrise: Fast 90 Prozent der Unternehmen erwarten Gewinnrückgang
Als Folgen des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds erwarten 88 Prozent der Unternehmen einen Gewinn- und 74 Prozent einen Auftragsrückgang. Als Reaktion wollen sie vor allem Investitionen reduzieren oder verschieben, die Lieferketten diversifizieren und auf finanzielle Rücklagen zurückgreifen. Allerdings plant auch gut ein Viertel Kurzarbeit und gut 22 Prozent planen, Personal abzubauen.
Bayme-vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sprach von dramatischen Entwicklungen, „die unseren Standort auch über das Jahr 2023 hinaus schwer belasten werden“. Der Anstieg bedrohe den Ertrag der Unternehmen. „Mittel- und langfristig stehen damit Arbeitsplätze auf dem Spiel“, warnte er. (dpa/lf)