VonAndreas Hößschließen
Die BayWa-Krise treibt Landwirten in Bayern die Sorgenfalten in die Stirn. Was, wenn das Unternehmen sie nicht mehr bezahlen kann? Die SPD fordert daher eine Rettung.
München – In den Turbulenzen rund um die BayWa erhöht die Opposition den Druck auf die bisher schweigende Staatsregierung. Die Bayern-SPD fordert eine Rettung der BayWa, sofern sich die Probleme verschärfen, sowie einen Schutz für Landwirte. „Ein Zusammenbruch der BayWa hätte nicht nur fatale Auswirkungen auf die Konzernbeschäftigten, sondern würde auch die landwirtschaftliche Versorgungskette im Freistaat empfindlich stören“, schreibt der SPD-Landtagsabgeordnete Harry Scheuenstuhl in einem Brief an Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.
BayWa in der Krise: SPD fordert Rettung des Konzerns
Konkret geht es um die Bezahlung der Getreidelieferungen von Landwirten an die BayWa. Der Konzern musste jüngst bereits besorgte Bauern beruhigen, dass ihre Ernte bezahlt werde. Der Bayerische Bauernverband riet Landwirten dazu, einen Eigentumsvorbehalt zu vereinbaren. Laut Scheuenstuhl drohen Landwirten im Falle einer Insolvenz der BayWa dennoch Einbußen. Sollte die BayWa in so einem Szenario das gelieferte Getreide bereits weiterverkauft haben, das dafür erhaltene Geld aber nicht an die Bauern weitergeben, könnten diese lediglich Forderungen in der Insolvenztabelle anmelden.
„Ohne den entsprechenden verlängerten Eigentumsvorbehalt bliebe der Erzeuger gänzlich auf dem finanziellen Schaden sitzen“, so Scheuenstuhl. Er appelliert an die Staatsregierung, „alle verfügbaren Mittel und Kapazitäten des Freistaats zu mobilisieren“, um den Schutz der Landwirte zu gewährleisten und das Unternehmen zu stabilisieren.
Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) wollte das Schreiben auf Nachfrage nicht kommentieren und verwies auf das Wirtschaftsministerium. Auch von dort gab es keinen Kommentar. Experten können sich jedoch durchaus vorstellen, dass die Staatsregierung der BayWa und den Bauern beispielsweise mit Garantien beispringen könnte, sollte sich die Lage weiter zuspitzen.
BayWa-Krise hat personelle Konsequenzen für Finanzchefin
„Die Landwirte sind eine starke Wählergruppe von CSU und Freien Wählern“, so ein Branchenkenner, zudem seien in die BayWa-Krise CSU-Mitglieder wie Ex-Chef Klaus Josef Lutz, Ex-Aufsichtsratschef Manfred Nüssel oder die Europa-Parlamentarierin Monika Hohlmeier involviert.
Bei der BayWa gab es auch erste personelle Konsequenzen: Die Finanzchefin für die Erneuerbaren-Energien-Sparte BayWa, Mihaela Seidl, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Das erhöhe auch den Druck auf Andreas Helber, den Finanzchef des Gesamtkonzerns, hieß es aus Unternehmenskreisen.
