Bekannter Maschinenbauer baut 430 Stellen am Stammsitz ab
VonJulian Baumann
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Der angesehene Laserfachmann Trumpf kann der momentanen Konjunkturabkühlung nicht trotzen und entlässt am Ursprungsort in Ditzingen 430 Mitarbeiter.
Ditzingen – Die Herausforderungen der Weltwirtschaft belasten auch den familiengeführten Maschinenbauer Trumpf mit Stammsitz in Ditzingen bei Stuttgart (Baden-Württemberg) bereits seit einiger Zeit. Nachdem der Laserspezialist im vergangenen Jahr die Arbeitszeit und die Gehälter von rund 500 Mitarbeitern gekürzt hat, sind nun drastischere Maßnahmen notwendig. Wie der Maschinenbauer basierend auf Informationen von IPPEN.MEDIA bestätigt, plant Trumpf am Hauptsitz rund 430 von insgesamt 6.200 Stellen abzubauen.
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Die Maschinenbaubranche hat bereits seit einiger Zeit mit steigenden Kosten und gleichzeitig einer sinkenden Nachfrage sowie Investitionsbereitschaft zu kämpfen. Dem kann sich auch das 1923 gegründete Traditionsunternehmen Trumpf nicht entziehen. „Aufgrund der damit verbundenen Auftragsrückgänge passen wir unsere Strukturen in der gesamten TRUMPF Gruppe an“, erklärte ein Sprecher gegenüber unserer Redaktion. „Wir wollen mit den Strukturanpassungen TRUMPF robust und zukunftsfähig aufstellen.“
Trumpf reagiert mit Stellenabbau auf Auftragsrückgang – fast 1400 Mitarbeiter verzichten aktuell auf Gehalt
Im vergangenen Jahr hatte die Trumpf-Gruppe, die weltweit mehr als 19.000 Mitarbeiter beschäftigt, einen deutlichen Umsatz- und Auftragseingang verzeichnet, wie das Unternehmen zum Ende des Geschäftsjahres 2023/2024 am 30. Juni 2024 verkündet hatte. Auch beim Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr erwartete der Konzern weitere Herausforderungen. „Beim Ausblick gehen wir davon aus, dass die anhaltend schwache Nachfrage auch die kommenden Monate des laufenden Geschäftsjahrs prägen wird“, hatte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller erklärt.
Name
TRUMPF SE + Co. KG
Gründung
1923
Sitz
Ditzingen, Baden-Württemberg
Branche
Maschinenbau
Mitarbeiter
19.018 (2023/2024)
Umsatz
5,2 Milliarden Euro (2023/2024)
Diese Voraussage hat sich offenbar bewahrheitet, weshalb das Familienunternehmen nun auch am Stammsitz im schwäbischen Ditzingen mit einem Personalabbau gegensteuern muss. Laut dem Konzernsprecher soll der Abbau von rund 430 Stellen möglichst sozial verträglich erfolgen. Die Gespräche mit dem Betriebsrat seien bereits angelaufen. Außerdem verzichten mittlerweile fast 1400 Mitarbeiter auf einen Teil ihres Gehalts. Zu Beginn des vergangenen Jahres hatte Trumpf auch an einem Standort in der Schweiz temporär Kurzarbeit eingeführt.
Maschinenbauer Trumpf erwägt angesichts der Weltlage Einstieg in Rüstungsbranche
Der Maschinenbauer Trumpf wurde ursprünglich in Stuttgart gegründet und verlegte seinen Sitz 1933 zunächst in den heutigen Stadtbezirk Weilimdorf und schließlich nach Ditzingen. Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs setzte das Unternehmen weiterhin auf die Herstellung von Wellen und elektrischen Handscheren und stieg nicht in die Rüstungsproduktion ein. Aufgrund der aktuellen Weltlage überlegt das Familienunternehmen derzeit aber, zum ersten Mal in der Firmengeschichte in diese Branche einzusteigen.