VonMark Stoffersschließen
Nach den Insolvenzen in der Signa-Gruppe droht René Benko das nächste Problem. Liechtenstein hat nun ein Strafverfahren gegen den Milliardär eingeleitet.
Vaduz – Die Probleme für Signa-Gründer René Benko reißen nicht ab. Nach der Insolvenz der Signa Holding und der damit einhergehenden Konkurs-Anmeldung muss der österreichische Geschäftsmann sich nun offenbar als Privatperson auch strafrechtlich Gedanken machen.
Paukenschlag für René Benko: Staatsanwaltschaft Liechtenstein leitet Strafverfahren gegen Signa-Gründer ein
Schließlich hat Liechtenstein ein Strafverfahren gegen den Milliardär eröffnet. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft des Fürstentums gegenüber Insider Paradeplatz, ohne den Namen Benko explizit zu nennen. „Über Antrag der Staatsanwaltschaft werden beim Fürstlichen Landgericht gegen eine natürliche Person sowie gegen unbekannte Täter Vorerhebungen wegen des Verdachts der Verbrechen der betrügerischen Krida und der Geldwäscherei geführt“, erklärte der leitende Staatsanwalt, Fran Haun, dem Schweizer Finanzmedium. Unter Krida versteht sich die „betrügerische oder grob fahrlässige Herbeiführung der Zahlungsunfähigkeit durch einen Schuldner“.
Strafverfahren gegen Benko: Liechtenstein leitet „eigenständiges Inlandsverfahren“ ein
Es handle sich dabei um ein „eigenständiges Inlandsverfahren“, erklärt der leitende Staatsanwalt, Fran Haun, dem Schweizer Finanzmedium weiter. In Wien und München haben die Behörden bereits vor einiger Zeit Ermittlungen aufgenommen. Die österreichischen Fahnder haben dafür eine Sonderkommission – die SoKo Benko – gebildet.
Liechtenstein sei „derzeit nicht Teil der koordinierten Ermittlungsgruppe“, so Haun weiter und betonte: „Es gilt die Unschuldsvermutung.“ Über den genauen Inhalt der Untersuchungen gab der Staatsanwalt auch bei Insider Paradeplatz keine Einblicke. Was Liechtenstein genau untersucht, dazu hält sich der Staatsanwalt ebenfalls bedeckt, sodass er keine Auskunft über den aktuellen Stand des eingeleiteten Strafverfahrens gegen René Benko gab. „Beim derzeitigen Verfahrensstand werden keine Angaben zum konkreten Ermittlungsstand gemacht, ebenso wenig zu juristischen Personen.“
Strafverfahren gegen René Benko: Stiftung des Gründers der insolventen Signa-Gruppe im Fokus?
Bereits am Mittwoch (10. April) berichtete die Kronen-Zeitung von einer Stiftung im Dunstkreis von René Benko, die bei Recherchen in Liechtenstein neu aufgetaucht sei. Ihr Name „Arual“ liest sich rückwärts wie der Name von Benkos Tochter Laura. In der Story leuchtet der Name eines bekannten Schweizer Bankers auf: Eduardo „Edi“ Leemann, der langjährige Chef der Falcon Bank, bei welcher Benko riesige Vermögen hatte und die inzwischen untergegangen ist.
Die Kronen-Zeitung spekuliert über Arual als einen „Schutzwall“ von Benko für den Fall, dass seine anderen Vehikel Pleite gehen. Dann wäre ein Rückgriff auf die Arual nicht mehr möglich.
Nach den Insolvenzen der Signa-Gruppe: Strafverfahren gegen René Benko ein weiteres Kapitel
Es ist keine leichte Aufgabe, im insolventen Firmenimperium von René Benko den Überblick zu behalten: Ende November meldete die Signa Holding als oberste Konzerngesellschaft die Insolvenz an, wonach die Investoren Strafanzeige stellten. Ende Dezember waren Signa Prime und die Signa Development insolvent, damit schlitterten die beiden wesentlichen Kerngesellschaften in die Pleite.
Mitte März meldete Signa-Gründer René Benko die Privatinsolvenz in Innsbruck den Weg zum Konkursgericht an, Ende März die ebenfalls in Tirol sitzende Familie Benko Privatstiftung, in der die mittlerweile wertlosen Signa-Anteile geparkt sind. Auf ihr lastet eine erstaunliche Schuldensumme: 1,14 Milliarden Euro. Und mit dem offenbar eingeleiteten Strafverfahren in Liechtenstein endet der tiefe Fall von René Benko wohl nicht, sondern wird um ein neues Kapitel erweitert.
Rubriklistenbild: © dpa

