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Seit Juli bekommen Rentner mit Erwerbsminderung mehr Geld. Allerdings ist die Auszahlung der Zuschläge komplizierter als erwartet.
Berlin – Die Erwerbsminderungsrente, die an Personen ausgezahlt wird, die aufgrund von Gesundheitsproblemen nicht mehr arbeiten können, wurde seit Juli erhöht. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat begonnen, Zuschläge zu etwa drei Millionen Erwerbsminderungsrenten zu zahlen. Auch Renten für ältere Menschen und Hinterbliebene, die unmittelbar nach der Erwerbsminderungsrente gezahlt werden, sind nun höher.
Zuschläge für die Erwerbsminderungsrente – so viel mehr Geld gibt es 2024
Die Empfänger der Erwerbsminderungsrente müssen keinen Antrag auf die Zuschläge stellen. Laut DRV erhalten die Berechtigten den Zuschlag automatisch. Im Juli 2024 werden die Berechtigten von der DRV über ihren Anspruch informiert. Der Bescheid enthält auch Informationen über die Höhe des Zuschlags und den Zahlungszeitraum. Die Auszahlung erfolgt zunächst unabhängig von der Rente zwischen dem 10. und 20. des Monats in einer separaten Überweisung. Ab Dezember 2025 sollen Zuschlag und Rente gemeinsam ausgezahlt werden, so die DRV.
Wer kann sich über Zuschläge zur Erwerbsminderungsrente freuen?
Die Höhe des Zuschlags zur Rente hängt vom Beginn der Erwerbsminderungsrente ab. Anspruchsberechtigt sind Personen, die eine Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung erhalten, sofern die Rente zwischen 2001 und 2018 begonnen hat. Bei einem Rentenbeginn zwischen Januar 2001 und Juni 2014 beträgt der Zuschlag 7,5 Prozent, bei einem Rentenbeginn zwischen Juli 2014 und Dezember 2018 sind es 4,5 Prozent. Ende 2023 betrug die durchschnittliche volle Erwerbsminderungsrente laut DRV 1012 Euro pro Monat, zuzüglich der Zuschläge.
Was ist die Erwerbsminderungsrente?
Die Erwerbsminderungsrente greift, wenn die bisherige Erwerbstätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im gleichen Umfang ausgeübt werden kann. Sie soll das Einkommen ersetzen. Mit Erreichen der jeweils aktuell geltenden Regelaltersgrenze wird die Rente wegen Erwerbsminderung automatisch durch die Altersrente ersetzt. Doch nicht jeder, der über einige Zeit krank ist, bekommt Erwerbsminderungsrente. Die Deutsche Rentenversicherung ist für die Prüfung und Auszahlung zuständig.
Automatisierte Zuschläge für Erwerbsminderungsrentner verzögert
Die vor zwei Jahren beschlossene Verbesserung sollte ursprünglich ab dem 1. Juli in einer Gesamtsumme zusammen mit der eigentlichen Erwerbsminderungsrente ausgezahlt werden. Aufgrund von technischen Schwierigkeiten bei der automatisierten Zahlung wird das Geld jedoch ab Juli zunächst als monatlicher Rentenzuschlag getrennt von der Grundrente überwiesen. Erst ab Ende 2025 soll der Zuschlag als direkter Bestandteil der Rente berechnet und ausgezahlt werden.
Die Zuschläge betreffen Verbesserungen für die Empfänger von Erwerbsminderungsrenten oder Renten wegen Todes, deren Rentenzahlung zwischen dem 1. Januar 2001 und dem 31. Dezember 2018 begonnen hat. Oppositionsvertreter warfen der Koalition vor, ein Gesetzeschaos und teure Vorgaben für die Rentenversicherung zu schaffen: Die Auszahlung des Zuschlags nach dem neuen Gesetz kostet einmalig rund 19 Millionen Euro. Im Entwurf der Koalition wird ein „erhöhten Umsetzungsaufwand“ angeführt. Die automatisierte Zahlung durch die Rentenversicherung hat sich als komplizierter erwiesen als ursprünglich geplant. Für die Betroffenen ändert sich jedoch nichts, betonen die Sprecher der Koalition. (bohy mit Material der dpa)
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