VonPatricia Huberschließen
Immer mehr Banken machen Ernst: Wer den AGB-Änderungen nicht zustimmt, muss mit Kündigung rechnen. Das droht nun auch DKB-Kunden mit Gratis-Konto.
Berlin – Sowohl für Banken als auch für Kunden gab es wichtige rechtliche Neuerungen bei den Gebühren und der Zustimmung zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Vor rund zwei Jahren urteilte der Bundesgerichtshof (BGH), dass Banken bei Änderungen der AGB die Zustimmung ihrer Kunden einholen müssen. Wer also seine Gebühren erhöht, muss zuvor die Zustimmung der Kunden erhalten. Eine Preisanpassung, ohne vorher die Kunden zu informieren, ist somit nicht mehr möglich.
Girokonto kostenpflichtig: DKB kündigt Kunden mit Gratis-Karten ohne Zustimmung
Infolgedessen kam es schon bei einigen Banken zu Kontokündigungen. Nun droht auch Kunden der DKB, die noch eine kostenlose Girocard nutzen, eine Änderung. Seit dem 1. Januar 2023 wurde diese Karte eigentlich schon abgeschafft – doch nach dem BGH-Urteil müssen Kunden auch erst bezahlen, wenn sie der Preisänderung in den ABG zugestimmt haben.
Bis vor kurzem blieb das auch ohne Konsequenzen. Doch nun scheint die DKB ernst zu machen, wie MobiFlip berichtet. Kunden, die den Vertragsänderungen noch nicht zugestimmt haben, wird jetzt mit der Kündigung der Gratis-Karte gedroht. Konkret heißt es in dem Schreiben: „Ihre aktive Zustimmung ist für das weitere Bestehen unserer Geschäftsbeziehung mit Ihnen erforderlich. Daher werden wir für alle Karten, die zu Ihrem privaten Girokonto gehören, die Kündigung aussprechen, falls wir Ihre Zustimmung nicht bis zum XX.06.2023 erhalten. Darüber würden wir Sie in einem separaten Schreiben informieren.“
DKB-Girokonto: So viel kann es kosten
Heißt also: Wer nicht zustimmt, der muss nun damit rechnen, dass seine Gratis-Karten gekündigt werden. Aber: Die Gebühren fallen nur für Neukunden an, wenn der Mindesteingang bei dem Girokonto bei unter 700 Euro liegen. Wer das DKB-Konto also auch als Hauptkonto nutzt und beispielsweise sein Gehalt von mindestens 700 Euro dorthin überwiesen bekommt, sollte in der Regel keine Probleme haben. Bei einem Geldeingang von unter 700 Euro pro Monat fallen dann aber monatlich 4,50 Euro Gebühr an. Für Bestandskunden bleibt das erste Konto weiterhin kostenfrei. (ph)
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