VonAmy Walkerschließen
Der Verkauf von Feuerwerk hat am 28. Dezember 2023 begonnen. Für Silvester decken sich viele Menschen im Supermarkt ein. Doch nicht überall werden die Raketen verkauft.
Berlin - Das Thema Feuerwerk an Silvester wird in Deutschland kontrovers diskutiert. Immer mehr Menschen sind Umfragen zufolge dafür, dass es ein privates Böllerverbot gibt. Zu gefährlich seien die Feuerwerkskörper, ganz abgesehen von den Umweltfolgen der Silvesternacht.
Doch es gibt 2023 kein Verbot von Feuerwerk, am 28. Dezember startete der Verkauf der Böller wie geplant. Die Branche erwartet hohe Umsätze nach zwei Jahren Pandemie, wo es Verkaufsverbote gab.
Obi, Bauhaus, Hagebau: Wo es kein Feuerwerk zu kaufen gibt
Der Verband der pyrotechnischen Industrie rechnet zum Jahreswechsel mit einer ähnlich hohen Nachfrage nach Silvesterfeuerwerk wie im vorigen Jahr. 2022 hatte die Branche einen Rekordumsatz von 180 Millionen Euro erzielt. „Die Nachfrage war riesig, der Nachholbedarf ganz offensichtlich hoch“, sagte Geschäftsführer Klaus Gotzen. Feuerwerk war coronabedingt an Silvester 2020 und 2021 verboten worden. Die Branche sei optimistisch, dass die Nachfrage in diesem Jahr wieder groß sein werde, betonte Gotzen.
Doch nicht alle Läden wollen 2023 Silvesterfeuerwerk überhaupt anbieten. Aus Umwelt- und Tierschutzgründen verkaufen folgende Märkte keine Raketen oder Böller mehr:
- Obi
- Hornbach
- Toom
- Globus Baumarkt
- Bauhaus
In einigen Märkten entscheiden die jeweiligen Filialleiter, ob Feuerwerk verkauft wird, oder nicht. Die Baumarkt-Kette Hagebau macht das schon seit ein paar Jahren so. Entsprechend kann es sein, dass ein Markt die Feuerwerkskörper verkauft, während andere darauf verzichten.
DUH fordert sofortiges Böllerverbot an Silvester 2023
Derweil fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ein sofortiges Verbot von Silvesterfeuerwerk. „Wir brauchen ein Ende der Schwarzpulver-Silvester-Böllerei - und zwar sofort“, sagte DUH-Chef Jürgen Resch der Rheinischen Post. Er verwies auf mit Raketen angegriffene Einsatzkräfte und Verletzungen durch Feuerwerkskörper. Der DUH-Geschäftsführer warnte zudem vor in Panik geratenden Tieren und orientierungslosen Wildvögeln.
„Seit Jahren verweigern sich alle Bundesinnenminister und jetzt auch die SPD-Innenministerin, mit uns auch nur ein Gespräch über das von einer Mehrheit der Bundesbürger geforderte Böllerverbot zu führen“, sagte Resch weiter. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) habe noch wenige Tage Zeit, das Böllerverbot auszusprechen. „Wenn nicht, trägt sie die Verantwortung für all die Ausschreitungen, Haus- und Wohnungsbrände, die vergiftete Luft und vielen tausend verletzten Menschen.“
Das Umweltbundesamt (UBA) hält ein generelles Verbot von Böllern und Raketen an Silvester aus Umweltgesichtspunkten hingegen nicht für notwendig. „Aus Sicht der Luftreinhaltung ist ein generelles Verbot von Silvesterfeuerwerk nicht angemessen“, sagte Ute Dauert, Leiterin des Fachgebiets zur Beurteilung der Luftqualität. Feuerwerk sei für etwas mehr als ein Prozent der jährlich in Deutschland freigesetzten Feinstaubmenge verantwortlich. Andere Quellen wie etwa Holzverbrennung in privaten Haushalten, Energieerzeugung oder der Straßenverkehr würden mit jeweils rund 19 Prozent deutlich mehr zu den Feinstaubemissionen beitragen.
Mit Material von dpa und AFP
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