„Jahrhundertreform“

Absurder Vorwurf der „Casino-Rente“: Neues Rentenpaket sichert Rente und niedrige Beiträge

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FDP-Fraktionschef Christian Dürr befürwortet die Aktienrente im neuen Rentenpaket der Ampel. Für die Zukunft der Rente ist Generationenkapital entscheidend.

Berlin – Mit dem neuen Rentenpaket will die Ampel die Rente nicht nur stabilisieren, sondern diese auch in Zukunft auf sichere Beine stellen. Während Arbeitsminister Heil (SPD) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) in der vergangenen Woche ihren Entwurf für das Rentenpaket II vorgestellt haben, rechnet der Wirschaftsweise Martin Werding vor, welche Gruppe beim neuen Rentenpaket „am stärksten belastet“ wird.

„Jahrhundertreform für Deutschland“: Aktienrente sorgt für „sichere Rente und niedrige Beiträge“

Werding ist nicht der einzige Experte, der Löcher im neuen Rentenpaket, in dem Heil wie Österreich auch Beamte in die Rentenkasse einzahlen lassen will, sieht. Allerdings gibt es auch positive Stimmen – vor allem aus der Ampel-Koalition. Besonders die Liberalen feiern aller Kritik zum Trotz die Reform der Rente als „Riesenerfolg“.

Ein Teilaspekt des neuen Rentenpakets der Ampel verdiente sich dabei sogar Sonderlob aus den eigenen Reihen. Denn der FDP-Fraktionschef Christian Dürr hat die geplante Einführung des Generationenkapitals in der Rente als „Jahrhundertreform für Deutschland“ bezeichnet. Der Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte Dürr über die Aktienrente: „Wir hätten heute sicherere Renten und niedrigere Beiträge, wenn wir den Kapitalstock bereits früher eingeführt hätten, dafür hatten Vorgängerregierungen aber nie die Kraft. Wir bringen jetzt endlich mehr Kapitaldeckung ins Rentensystem.“

Kritik an der Aktienrente im neuen Rentenpaket: Generationenkapital eine „Casino-Rente“

Auch aus der Politik gab es immer wieder Vorwürfe am neuen Rentenpaket der Ampel. Insbesondere rückte immer wieder die Aktienrente in den Fokus. Sahra Wagenknecht und Vertreter der Linken gaben den Vorwurf von sich, dass es sich beim Generationenkapital um eine „Casino-Rente“ handele. Auch die VdK-Präsidentin Bentele warnte davor, dass die „Rente kein Börsenspielchen“ sei. Rufe wurden sogar laut, dass die Ampel die Rente aufs Spiel setze und am Ende sogar die Beitragszahler für die Aktienrente geradestehen müssten.

Die Aktienrente im neuen Rentenpaket der Ampel muss sich den Vorwurf der „Casino-Rente“ gefallen lassen. Ein FDP-Politiker sieht das aber ganz anders.

Dürr hingegen nannte den Vorwurf in der NOZ „absurd“ und vertritt offenbar die Ansicht, dass die Ampel die Rente mit dem neuen Rentenpaket retten kann. „Wir stellen die Rente auf breitere Füße und profitieren davon, dass wir an den Aktienmärkten Rendite erzielen. Diese Form der Altersversorgung führt in Dutzenden Ländern der Welt dazu, dass Menschen im Alter ein gutes Einkommen haben. Das ist für Deutschland vielleicht noch ein Lernprozess, aber wir müssen ihn gehen.“

Nach dem Rentenpaket: Rentenalter flexibilisieren – „explodierende Sozialbeiträge“ verhindern

Um „explodierende Sozialbeiträge“ zu verhindern, müsste „in einem nächsten Schritt, das Renteneintrittsalter flexibilisiert und die Kapitaldeckung noch weiter ausgebaut werden“. Dürr sagte: „Es ist unser Ziel, dass die Abgabenlast nicht steigt. Sie muss bei 40 Prozent oder besser noch darunter bleiben. Die Lohnnebenkosten müssen stabilisiert werden“, so der FDP-Fraktionschef.

Mit dieser Aussage wird der FDP-Politiker wohl aber keine offenen Türen beim SPD-Arbeitsminister einrennen. Schließlich fand Heil zu einer Erhöhung des Renteneintrittsalters klare Worte. Denn der SPD-Politiker betonte unlängst in einem Gespräch mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, dass es „mit uns keine weitere Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters geben“ werde. Seiner Ansicht nach wäre „eine Rente mit 69 oder 70“ für viele hart arbeitende Menschen, etwa in der Pflege und Logistik, „ebenfalls eine Rentenkürzung“.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Christian Ohde

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