Sofortprogramm

CDU plant Renten-Reform direkt nach der Wahl: Rentner sollen bei der Steuer profitieren

  • schließen

Die CDU will direkt nach der Wahl die „Aktivrente“ umsetzen. Rentner könnten bis zu 2000 Euro steuerfrei dazuverdienen. Die potenziellen finanziellen Folgen sind gewaltig.

Berlin – Die Rente ist ein zentrales Thema im Wahlkampf vor der Bundestagswahl. Das Rentenalter jedoch spielt bei den Parteien keine Rolle, zu unbeliebt sind Forderungen nach einem späteren Ruhestand – selbst wenn Fachleute das schon lange fordern. Die CDU will die Lebensarbeitszeit über ein anderes Werkzeug erhöhen: Die sogenannte „Aktivrente“. Kanzlerkandidat Friedrich Merz will diese direkt nach der Wahl umsetzen – sollte er die Bundestagswahl gewinnen.

2000 Euro neben der Rente steuerfrei verdienen: CDU will Beschäftigung im Alter erhöhen

Der Plan: Wer neben der Rente freiwillig arbeitet, soll auf ein Gehalt von bis zu 2000 Euro im Monat keine Steuern zahlen. Konservative und Liberale haben dabei große Hoffnungen: Laut einer Prognos-Untersuchung im Auftrag der neoliberalen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) könne die Maßnahme zu einer zusätzlichen Wertschöpfung zwischen 3,6 und 18,2 Milliarden Euro führen. Zudem würden zusätzliche Steuern und Sozialabgaben von 1,3 bis 5,2 Milliarden Euro möglich.

Friedrich Merz und die Union wollen nach der Bundestagswahl einen „Politikwechsel“. Direkt nach der Wahl soll es eine Renten-Reform geben.

Die „Aktivrente“ ist eine zentrale Forderung der Union. Zudem ist sie Teil des „Sofortprogramms für Wohlstand und Sicherheit“ der CDU. Bedeutet: Im Falle eines Wahlsieges soll sie zu einer der ersten Maßnahmen der möglichen Regierung unter einem Kanzler Friedrich Merz gehören.

Zuverdienst neben der Rente ist möglich – allerdings häufig nicht steuerfrei

Die Möglichkeit, neben der Rente zu arbeiten, besteht bereits. Ein Hinzuverdienst ist unbegrenzt möglich, ohne dass das Gehalt auf die Rente angerechnet wird. Allerdings ist es Teil des Einkommens, das besteuert werden muss. Entscheidend ist dabei, ob es über dem Grundfreibetrag von 12.096 Euro liegt. Erwerbstätige Rentner:innen können zudem freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen. Sie sammeln damit zusätzliche Entgeltpunkte. Ihre Rentenzahlung erhöht sich dadurch ab dem Juli des Folgejahres.

Erwerbstätige haben außerdem die Option, den Renteneintritt über die reguläre Altersgrenze hinaus zu verschieben. Sie können weiterarbeiten und Rentenbeiträge leisten, was doppelt vorteilhaft ist. Zum einen steigt der Rentenanspruch monatlich um 0,5 Prozent, zum anderen sammeln sie weiterhin Rentenpunkte.

Rubriklistenbild: © Frank Hoermann/Imago

Kommentare