Ausgewischt

Chef von großem deutschen Familienunternehmen teilt gegen Habeck aus: „Fehlt die Kompetenz“

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Kärcher-Chef Hartmut Jenner kritisiert Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Laut dem Familienunternehmer ist der Grünen-Politiker ungeeignet.

Winnenden/Berlin - Hartmut Jenner (59), der Leiter des Reinigungsspezialisten Kärcher aus Baden-Württemberg, legt sowohl privat als auch beruflich großen Wert auf Sauberkeit. „Ich sehe überall Schmutz – selbst in diesem Besprechungsraum habe ich noch ein wenig aufgeräumt“, verriet er in einem Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen. Er gibt zu, dass er es genießt, samstags selbst zu putzen. Zudem rät er: „Wenn ich fliege, betrachte ich meinen Sitzplatz zunächst besonders gründlich und schaue genau in die Ritzen rein. Davon kann ich allen abraten, sonst entdecken Sie Dinge, auf die Sie besser nicht stoßen wollen.“

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Kärcher-Chef Jenner: „Deutschland ist nicht mehr wettbewerbsfähig“

Im Interview betonte Jenner auch die Bedeutung von „Werte-Sauberkeit“. Er bemängelte, dass das Bewusstsein für Werte in Deutschland abgenommen habe. „Menschen bringen sich nicht mehr in dem Maße in die Gesellschaft ein. Geld spielt eben eine zu große Rolle. Und in sozialen Medien ist der Respekt verloren gegangen. Die Art, wie man übereinander spricht oder schreibt, hat auch etwas mit Sauberkeit zu tun.“

Jenner äußerte sich auch kritisch über die aktuelle Wirtschaftspolitik. Als Geschäftsführer des Reinigungsunternehmens stellte er fest: „Deutschland ist nicht mehr wettbewerbsfähig. Die Lohnkosten sind zu hoch, der Arbeitsmarkt ist zu starr und das Berufsleben ist überreguliert.“ Er warnte weiterhin: „Der Produktionsstandort Deutschland ist gefährdet, während der Innovations-Standort weiterbestehen wird.“

Kärcher-Chef Hartmut Jenner (r.) konnte sich in einem Interview einen Seitenhieb gegen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (l., Grüne) nicht verkneifen. (Fotomontage)

Hartmut Jenner spricht Robert Habeck Kompetenz für dessen Amt ab

Jenner beklagte, dass die Stimmen der Unternehmer von der Bundesregierung oft ignoriert werden. Er lobte jedoch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten: „Winfried Kretschmann, von dem ich menschlich sehr viel halte, hört uns wenigstens zu.“ Im Gegensatz dazu kritisierte er den Bundeswirtschaftsminister: „Robert Habeck fehlt die ökonomische Kompetenz für sein Amt.“ (df mit dpa)

Rubriklistenbild: © Anna Ross/dpa & Bernd Weißbrod/dpa

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