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Christiane Benner über IG Metall: „Wir sind quicklebendig“

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Eine glückliche Christiane Benner nach der Wahl zur Ersten Vorsitzenden der Gewerkschaft IG Metall.
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Nach ihrer Wahl zur Vorsitzenden der IG Metall will Christiane Benner für „jeden und jede Beschäftigte“ kämpfen. Zuvor hatte sie ein Rekordergebnis erreicht.

Als erste Frau überhaupt ist Christiane Benner zur Vorsitzenden der IG Metall gewählt worden. Nach Angaben der Wahkommission erhielt die 55-Jährige am Montagmorgen 96,4 Prozent Zustimmung. Ein höheres Ergebnis hatte zuletzt Gewerkschaftslegende Otto Brenner im Jahr 1965 erreicht mit 98,8 Prozent.

„Wir sind quicklebendig“, hatte Benner den Gewerkschaftsmitgliedern zuvor bei ihrer Bewerbungsrede zugerufen. In den kommenden vier Jahren wolle sie für „jeden und jede Beschäftigte“ kämpfen. Die Arbeitgeber rief Benner dazu auf, den Auftrag des Grundgesetzes wahrzunehmen („Eigentum verpflichtet“), vom Staat forderte sie ein aktives Handeln: „Unsere Industrie muss weiterentwickelt werden, nicht abgewickelt.“

Noch bis Donnerstag tagt die IG Metall in Frankfurt. Neben den Wahlen des Vorstands stimmen die rund 420 Delegierten auch über Hunderte Anträge ab. Am Montagmorgen entschieden sie etwa, dass unter den zwei Vorsitzenden immer mindestens eine Frau sein muss.

Christiane Benner als „Topf-Frau“ an der Spitze der IG Metall

Der Vorstand, auch das ein Beschluss von Montagmorgen, besteht künftig nicht mehr aus sieben, sondern fünf Mitgliedern. Neben Benner sind das Jürgen Kerner als Zweiter Vorsitzender, Nadine Boguslawski als Hauptkassiererin sowie Hans-Jürgen Urban und Ralf Reinstädtler.

Mit Christiane Benner habe die IG Metall „eine Top-Frau an der Spitze“, sagte Katja Mast, Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion im Bundestag, der FR. Die Gewerkschaft werde gebraucht. „In Zeiten der Transformation mit dem festen Ziel der guten Arbeit und im Kampf für unsere Demokratie umso mehr.“

Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Stefan Wolf, bot an, gemeinsam nach Kompromissen zu suchen. „Es gibt immer auch Schnittmengen, die gilt es auszuloten, denn der Kompromiss ist das Prinzip“, sagte Wolf der Deutschen Presse-Agentur. „Beide Sozialpartner haben ein Interesse an einem wettbewerbsfähigen Standort, weil nur so viele Arbeitsplätze in der Metall- und Elektro-Industrie zu halten sind.“

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