- VonNicola de Paolischließen
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit flüchten die Anleger in Goldanlagen und treiben den Preis für das Edelmetall auf ein neues Allzeithoch. Die Aktienmärkte hingegen brechen ein.
München – Die aggressive US-Zollpolitik hat den Goldpreis erneut auf einen Rekord getrieben. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit einem gewaltigen Zollpaket Handelspartnern auf aller Welt den Kampf angesagt. Gold ist einer der wenigen Rohstoffe, der aktuell nicht von Zöllen betroffen ist. „Die Vergeltungszölle sind deutlich aggressiver als erwartet“, sagt der unabhängige Metallhändler Tai Wong der Nachrichtenagentur Reuters: „Die Aussichten für Gold sind hier hervorragend, mit 3200 US-Dollar als neuem kurzfristigen Ziel.“
Gold hat sich in diesem Jahr bereits um ein Fünftel verteuert
In der Nacht auf Donnerstag ist die Notierung für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London auf die neue Bestmarke von 3.167,84 US-Dollar gestiegen, zuletzt notierte der Kurs etwas darunter. Gold hat sich damit in diesem Jahr bereits um ein Fünftel verteuert, nachdem der Preis für das Edelmetall in den drei Jahren davor bereits um fast die Hälfte gestiegen war.
Neben der Unsicherheit infolge von Kriegen und Konflikten ist einer der Kurstreiber auch die US-Zollpolitik. „Die allgegenwärtigen Spannungen aufgrund der Zölle haben zu einer tiefen Verunsicherung an den Finanzmärkten geführt, wovon Gold als ultimative Flucht in Qualität profitiert“, sagte laut Reuters Ross Norman, ein unabhängiger Analyst.
Europäische Aktienmärkte geben nach
Gleichzeitig sind die europäischen Aktienmärkte nach der jüngsten Ankündigung massiver Zollerhöhungen durch US-Präsident Donald Trump zu Handelsbeginn eingebrochen. Am deutlichsten sackte mit Minus 2,2 Prozent der deutsche Leitindex Dax an der Frankfurter Börse ab. Der französische CAC 40 verzeichnete Verluste von 2,0 Prozent und der Londoner FTSE 100 verlor 1,2 Prozent. Auch andere europäische Börsen starteten mit einem Minus in den Handelstag. „Trump pokert hoch, die Börsen fallen tief“, resümierte Jochen Stanzl von CMC Markets laut Reuters.
Die Nachfrage nach Gold wird hoch bleiben
US-Präsident Donald Trump hat neue Zölle für Handelspartner weltweit verhängt, die in den kommenden Tagen in Kraft treten sollen. Importe aus der Europäischen Union werden demnach mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt, solche aus China sogar mit einem Zoll von 34 Prozent. Investoren setzen in unruhigen Zeiten auf Gold als sogenannter sicherer Hafen.
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