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Deutsche Bank – alle Infos zu Geschichte, Leistungen, Börse und Unternehmen

Als größte deutsche und global relevante Bank unterhält die Deutsche Bank ein weltweit gespanntes Netzwerk von Niederlassungen. Privat- und Geschäftskunden profitieren von den Leistungen der Großbank.

Frankfurt am Main – Als größtes Kreditinstitut der Bundesrepublik betreut die Deutsche Bank AG Privat- wie Geschäftskunden. Darüber hinaus ist ein Schwerpunkt der Tätigkeit das Investmentbanking, außerdem unterhält die Bank in Form der DWS eine eigene Fondsgesellschaft. Aufgrund ihrer internationalen Aktivitäten und hohen Umsätze gilt die Deutsche Bank als systemrelevant für die globalen Finanzmärkte.

Name:Deutsche Bank AG
Hauptsitz:Frankfurt am Main
Gründung:10. März 1870 in Berlin
CEO:Christian Sewing

Die Geschichte der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank ist Deutschlands größter Bankenkonzern und bietet seit über 150 Jahren umfassende Leistungen an – darunter Konten, Finanzierungslösungen, Vermögensverwaltung und Beratungen für private Kunden. Geschäftskunden schätzen die internationale Aufstellung der Bank für die Abwicklung von Zahlungen und die globale Unternehmensfinanzierung.

Die Deutsche Bank emittiert eigene Produkte, ist aber auch im Wertpapierhandel und Devisenhandel auf internationaler Ebene tätig. Das Unternehmen gilt als einer der größten Konzerne der Finanzindustrie und beschloss das Geschäftsjahr 2020 mit einer Bilanzsumme von 1.325 Milliarden Euro. Aufgrund ihrer hohen Marktkapitalisierung sind die Aktien der Deutschen Bank AG seit dem Launch des Index 1988 im DAX gelistet.

Die Deutsche Bank setzt auf ein breites Spektrum an Leistungen

Als historische deutsche Vollbank ist die Deutsche Bank innerhalb der Bundesrepublik mit Filialen und elektronischen Angeboten vertreten und bietet ihren Kunden das ganze Spektrum der Bankservices. Zu den Leistungen gehören Girokonten, Tages- und Festgeldkonten, aber auch der Wertpapierhandel, Finanzierungslösungen und Versicherungen.

Im Private & Business Clients Segment wird das Retail Banking für den Großteil der privaten und Geschäftskunden abgewickelt, neben ausgewählten europäischen Ländern engagiert sich die Deutsche Bank auch in China und Indien.

Unter der Leitung der Deutschen Bank agieren nunmehr auch die Berliner Bank, Postbank und die Norisbank, für die Online-Brokerage von Privatkunden wurde das Angebot maxblue geschaffen.

Deutsche Bank punktet mit internationaler Präsenz

Daneben ist die Bank vor allem auf internationalem Parkett kaum zu übersehen – und verwaltet hier enorme Vermögenswerte.

  • Das Private Wealth Management betreut Einzelkunden in über 30 Ländern. Laut dem Deutsche Bank Geschäftsbericht (Stand 30. September 2023) verwaltet die Privatkundenbank der Deutschen Bank Vermögen in Höhe von rund 547 Milliarden Euro.
  • Corporate Finance bietet die Deutsche Bank in rund 40 Ländern an – diese Tätigkeit ist der Durchführung von Unternehmensakquisen und Mergern, der Finanzierung von Börsengängen und Großprojekten gewidmet.
  • Global Markets ist ein Teilbereich der Deutschen Bank, der von London aus internationale Großinvestoren betreut, mit den Schwerpunkten auf Risikomanagement, Kapitalbeschaffung und Investment. Im Rahmen der Kapitalbeschaffung plant und implementiert die Bank die Wertpapier- und Derivate-Emission.
  • Das Global Transaction Banking wickelt Außenhandelsgeschäfte und internationalen Zahlungsverkehr ab und widmet sich dem Liquiditätsmanagement.
  • Den Bereich Asset Management ist dem Fondsgeschäft gewidmet und umfasst die Fondsgesellschaft DWS, die in Europa und den USA tätig ist, daneben die Investitionsangebote in Immobilienfonds durch die RREEF und das Geschäft mit institutionellen Anlegern in Form der DB Advisors. Versicherer werden in einem weiteren Unterbereich, der Deutsche Insurance Management, betreut.

So wird die Deutsche Bank zu einem international agierendem Unternehmen.

Deutsche Bank: Vom Frankfurter Hauptsitz in die Welt mit reduziertem Filialnetz

Die Deutsche Bank zeigt am Finanzstandort Frankfurt am Main eine beachtliche Präsenz mit dem markanten Hochhaus der Unternehmenszentrale. Neben dem Hauptsitz unterhält die Bank nach eigenen Angaben ein globales Netzwerk in mehr als 150 Ländern. Wichtige Büros befinden sich unter anderem in London und New York, in Sydney, Singapur und Hongkong.

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.

Aufgrund der globalen Aktivitäten und des schieren Ausmaßes der Geschäftstätigkeit gilt die Deutsche Bank AG bereits seit 2011 als global systemrelevanter Finanzdienstleister und muss aus diesem Grund strengen Anforderungen hinsichtlich der Liquidität entsprechen. Gemäß den Auflagen von Basel III muss das Unternehmen gegenüber anderen Finanzdienstleistern 1,5 Prozentpunkte mehr Eigenkapital aufbringen.

Die Deutsche Bank als Teil der Cash Group – die nächste Filiale zum Geldabheben

Die Deutsche Bank ist Teil der sogenannten Cash Group. Dabei handelt es sich um den drittgrößten Geldautomatenverbund in Deutschland. So können Kunden mit ihrer Girokarte an allen Geldautomaten folgender Banken kostenlos Bargeld abheben: Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank, HypoVereinsbank und deren Tochterunternehmen.

Allerdings wurde das Filialnetz der Deutschen Bank über die letzten Jahre, wie auch bei vielen anderen Finanzdienstleistern, deutlich verkleinert. So wird den Herausforderungen der anhaltenden Niedrigzinsen und der Digitalisierung der Services begegnet. Von etwas mehr als 500 Standorten Anfang 2020 sollen bis 2026 noch etwa 400 Filialen verbleiben, wie zeit.de Ende 2023 berichtet. Die Bank solle sich künftig als „Mobile-First-Community-Bank“ profilieren.

Erfolgreiche Besetzung im Vorstand der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank wird von einer Reihe an Vorstandmitgliedern geführt. Sie führen die Geschäfte des Unternehmens wie die strategische Steuerung, die Zuteilung der Ressourcen, Rechnungslegung, Finanzberichterstattung sowie Risikomanagement und Kontrolle. Die aktuellen Mitglieder des Vorstands sind:

  • James von Moltke als stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Chief Fi­nan­cial Of­fi­cer und ver­ant­wort­lich für die Ver­mö­gens­ver­wal­tung
  • Fabrizio Campelli als Verantwortlicher für Unternehmensbank und Investmentbank
  • Bernd Leukert als Chief Technology, Data and Innovation Officer
  • Alexander von zur Mühlen als Chief Executive Officer Asia Pacific,  Europa, Naher Osten & Afrika (EMEA) und Deutschland
  • Claudio de Sanctis als Leiter Privatkundenbank
  • Rebecca Short als Chief Operating Officer
  • Stefan Simon als Chief Administrative Officer und Leiter der Region Amerika
  • Olivier Vigneron als Chief Risk Officer

Der Chef dieser Vorstandsmitglieder ist seit April 2018 Christian Sewing. Er ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank und bringt Erfahrung mit der Investment- und Unternehmensbank mit. Seit 2021 ist er auch für die Personalentwicklung verantwortlich. Sewing ist seit 1989 für den Finanzdienstleister tätig und war zuvor seit 2015 für den Privat- und Firmenkundensektor zuständig.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank

Mit dem Aufsichtsrat verfügt die Deutsche Bank über ein Beratungs- und Kontrollgremium, das einen Blick auf die vielfältigen Geschäftsfelder der Bank haben soll. Entsprechend umfangreich ist der Aufsichtsrat. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist seit 2022 der Niederländer Alexander Wynaendts. Weiterer bekannter Name im Aufsichtsrat: der ehemalige Bundesminister Sigmar Gabriel.

Neben Aufsichtsratsmitgliedern, die die lokalen Engagements des internationalen Finanzdienstleisters repräsentieren, sind ein halbes Dutzend der Aufsichtsratsmitglieder von den Beschäftigten der Großbank gewählt.

Die Deutsche Bank Aktie

Die Aktie war als DAX-Titel jahrzehntelang begehrt, die Kurse stiegen bis zur Finanzkrise 2007 auf fast 100 Euro. In den Folgejahren mussten Aktionäre jedoch zusehen, wie die Anteilsscheine schrittweise immer weiter an Wert verloren, sodass Analysten vom Kauf der Aktien überwiegend abrieten. Inzwischen hat sich die Deutsche Bank gefangen.

Von den Kurseinbrüchen durch die Corona-Pandemie 2020 erholte sich der Titel überraschend schnell und stieg von seinem Allzeit-Tief bei wenig mehr als 5 Euro wieder über die 10-Euro-Marke. Das entspricht Kursgewinnen von fast 30 Prozent im Jahr 2020, eine enorme Leistung vor dem Hintergrund der Pandemie. 2023 beendete die Aktie mit einem Schluss von 12,34.

Die Aktie, die unter der ISIN DE0005140008 an deutschen Börsen und elektronischen Handelsplätzen gehandelt wird, wird laut der Website der deutschen Bank zur Aktionärsstruktur (Stand: 15.01.24) von institutionellen Anlegern wie folgt gehalten:

  • BlackRock Asset Management Deutschland AG 5,38 %
  • Paramount Service Holding Ltd. S.ÀR.L. 4,54 %
  • Douglas L. Braunstein / Hudson Executive Capital LP 3,18 %
  • Supreme Universal Holdings Ltd., Cayman Islands 3,05 %

Im Jahr 2022 gab es zuletzt 567.000 Aktionäre. Damit verteilte sich das Kapital in diesem Jahr zu 75 Prozent auf institutionelle Anleger und zu 25 Prozent auf Privatpersonen.

Prognosen und Projekte der Deutschen Bank

Bereits 2020 machten sich die 2019 angekündigten Einsparungen bemerkbar – die Kosten konnten im zweiten Quartal 2020 um 10 Prozent reduziert werden, zugleich stiegen die Erträge. Trotz Corona begann die Bank im Quartal 2/2020 Gewinne von 62 Millionen Euro auszuweisen, gegenüber 3.000 Millionen Euro Verlusten im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Hinsichtlich der Beteiligungen und Finanzierungen ist bis 2025 eine strategische Neuausrichtung geplant, die unter anderem den Ausstieg aus Öl und Gas vorsieht. Ambitioniert ist auch die Partnerschaft mit Google. In Zusammenarbeit mit dem Internetriesen soll nicht nur die behandlungsbedürftige IT-Struktur der Bank von Grund auf renoviert werden – man hat außerdem die Entwicklung gemeinsamer digitaler Lösungen und die Verlagerung von Angeboten in die Cloud in Planung.

Damit sollen einerseits interne Abläufe verbessert werden, andererseits sieht die Deutsche Bank hier auch Potenzial für eigene FinTech-Services. Außerdem erhofft sich das Unternehmen von Google wichtige Anstöße hinsichtlich künstlicher Intelligenz und Datenmanagement. Unter dem Strich könnte die strategische Zusammenarbeit mit Google der Deutschen Bank in den nächsten zehn Jahren Gewinne über rund eine Milliarde Euro einbringen.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert / dpa

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