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Post will Briefporto schon wieder erhöhen - und rüttelt an der Schallmauer

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Nach der Anhebung Anfang 2022 möchte die Post das Briefporto erneut erhöhen. Normalerweise passiert das nur alle drei Jahre. Doch solange will das Unternehmen diesmal nicht warten.

Bonn - Briefe könnten schon 2024 teurer werden - und damit ein Jahr früher als erwartet. Zum Jahreswechsel könnte das Porto für einen Standardbrief auf 95 Cent steigen. Einen entsprechenden Antrag hat die Deutsche Post bei der Bundesnetzagentur gestellt. Auch die Preise für andere Postleistungen sollen steigen. Angesichts drastisch gestiegener Kosten durch Inflation, höhere Energiepreise, den jüngsten Tarifabschluss sowie unerwartet stark abnehmende Briefmengen führe an einer vorzeitigen Erhöhung kein Weg vorbei, sagte Post-Managerin Nikola Hagleitner laut einer Mitteilung vom Dienstag.

Der Vorstoß kommt nicht überraschend. Bereits Anfang Mai hatte der künftige Post-Chef Tobias Meyer erklärt, man werde die Möglichkeit zu einer vorzeitigen Portoerhöhung prüfen. Laut Post liegt der Briefpreis in Deutschland inzwischen gut 40 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt.

Deutsche Post will Porto anheben: Bundesnetzagentur muss grünes Licht geben

Die Post darf das Porto nicht selbst festlegen. Stattdessen macht die Bundesnetzagentur Vorgaben, wie die Post an der Preisschraube drehen darf. Normalweise geschieht dies alle drei Jahre. Das jetzige Porto gilt seit Anfang 2022, als sich der Inlandsstandardbrief von 80 auf 85 Cent verteuerte. Damals hatte die Netzagentur eine Teuerungsrate von 1,5 Prozent unterstellt. Allerdings sinkt die Anzahl der versandten Briefe seit Jahren. Damit müssen die Kosten auf immer weniger Briefe umgelegt werden. Außerdem steigen die Löhne und Gehälter deutlich. Das jetzige Porto läuft eigentlich Ende 2024 aus. Es wurde in einer Zeit festgelegt, als die Inflation vergleichsweise niedrig war. (dpa/utz)

Rubriklistenbild: © Imago/Malte Ossowski

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