Hauskauf

Zinsen für Immobilie verdoppeln sich: Und jetzt?

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Sie haben vor rund zehn Jahren eine Immobilie gekauft? Dann haben Sie sich vermutlich ein echtes Schnäppchen gesichert: 2015 konnten Sie bei einer Baufinanzierung mit zehnjähriger Zinsbindung Zinssätze von nur knapp über 1 Prozent pro Jahr (p. a.) erreichen, zum Beispiel 1,3 Prozent p. a. im Mai 2015.

Aktuell sind es eher 3,5 Prozent p. a. über zehn Jahre, wenn Sie 80 Prozent der Summe per Kredit finanzieren. Dieser Unterschied ist richtig teuer. Ein Beispiel:

  • Sie haben 2015 einen Baukredit von 210.000 Euro aufgenommen
  • Der Zinssatz lag bei 1,5 Prozent p. a. über zehn Jahre
  • Um schneller schuldenfrei zu werden, haben Sie auch gleich eine anfängliche Tilgung von knapp 5 Prozent pro Jahr vereinbart
  • Macht eine monatliche Rate von knapp 1.113 Euro
  • Insgesamt haben Sie ca. 23.500 Euro an Zinsen an die Bank gezahlt
  • Nach zehn Jahren bleibt Ihnen eine Restschuld von 100.000 Euro, die Sie neu finanzieren
Trotz steigender Zinsen: Zwei Dinge können Sie tun, um Ihre Immobilie möglichst günstig abzubezahlen.

Die restlichen 100.000 Euro wollen Sie nun in den kommenden zehn Jahren abzahlen. Dafür schließen Sie eine weitere Zinsvereinbarung mit Ihrer Bank:

  • Der Zinssatz liegt mittlerweile aber bei 3,4 Prozent p. a. über zehn Jahre
  • Das ist in diesem Fall kein Problem, weil Sie schon viel abbezahlt haben
  • Damit Sie 2035 schuldenfrei sind, müssen Sie monatlich 984 Euro abzahlen – also weniger als zuvor
  • Aber: Sie zahlen dabei 18.100 Euro Zinsen. Also nur ca. 5.000 Euro weniger, obwohl Ihr Kredit nur halb so hoch ist

Deshalb sollten Sie zwei Dinge machen, um Ihre Immobilie möglichst günstig abzubezahlen:

1. Prüfen Sie, zu welchen Bedingungen Ihre Bank verlängert

Fragen Sie bei Ihrer aktuellen Bank nach, zu welchen Bedingungen sie das Darlehen verlängert. Wenn Sie auf das Angebot der alten Bank warten und direkt unterschreiben, ist das zwar bequem, aber nicht unbedingt günstig. Besser ist es, auch bei der Anschlussfinanzierung die Zinsen zu vergleichen.

2. Vergleich mit Hilfe des Vermittlers

Fangen Sie ca. ein Jahr vor dem Ende der Zinsbindung an, Angebote zu vergleichen und gehen Sie dafür am besten zu einem Kreditvermittler. Dort bekommen Sie ein passendes Konzept und einen umfassenden Zinsvergleich. Und: Haben Sie keine Angst vor einem Wechsel der Bank. Der Vermittler unterstützt Sie.

Wir empfehlen Dr. Klein, Interhyp und Baufi24. Auch Hüttig & Rompf sowie PlanetHome sind empfehlenswert.

Wenn Ihr Kredit erst in ein paar Jahren fällig wird, aber Sie eine hohe Restschuld haben, kann ein Forward-Darlehen eine Option sein. Dabei müssen Sie aber auf mehrere Dinge achten. Welche das sind, erfahren Sie im Ratgeber zum Forward-Kredit.

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Dieser Artikel liegt IPPEN.MEDIA im Zuge einer Kooperation mit Finanztip, Deutschlands führendem Geldratgeber, vor – das Original zu diesem Beitrag „Zinsen für Immobilie verdoppeln sich: Und jetzt?“ stammt aus dem wöchentlichen Finanztip Newsletter vom 21. Februar 2025.

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