„Smart City Index“

Digital-Ranking: München erstmals die „digitalste“ Stadt Deutschlands – Ernüchertung für Berlin

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Blick am Donnerstag (22. Juni 2023) während einer Hitzewelle auf die Frauenkirche in München (Symbolbild).
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München hat es im Ranking der „smartesten“ Städte Deutschlands erstmals auf Platz eins geschafft. Telekom-Chef Höttges fällt dagegen ein hartes Urteil zur Digitalisierung in Deutschland.

München – München hat sich im Bereich Digitalisierung an die Spitze der deutschen Städte gesetzt: Die bayerische Landeshauptstadt hat erstmals Hamburg von Platz eins der „smartesten“ Städte Deutschlands verdrängt. So erreichte München in dem Ranking 84,5 von 100 möglichen Punkten, wie der Digitalverband Bitkom am Donnerstag mitteilte. Nach vier Jahren an der Spitze landete Hamburg knapp dahinter, Köln folgt auf dem dritten Platz.

„Smart City Index“: München auf Platz eins, Berlin verpasst Top Ten

Für den „Smart City Index“ wertete Bitkom Daten zu allen 81 Städten mit mindestens 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern aus. Analysiert wurden dabei die fünf Bereiche Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Insgesamt wurden 157 Parameter untersucht – von Online-Bürger-Services über Sharing-Angebote für Mobilität bis hin zu Digital-Fortbildungen für Lehrkräfte.

Auf den Plätzen vier bis zehn können auch kleinere Städte glänzen – denn dann folgen nämlich Nürnberg, Aachen, Dresden, Osnabrück, Stuttgart, Ulm und Karlsruhe. Berlin hat es nicht in die Top Ten geschafft. „Der fünfte Smart City Index zeigt genauer als je zuvor den Stand der Digitalisierung der deutschen Großstädte“, erklärte Bitkom-Präsident Achim Berg. Die untersuchten Indikatoren seien erweitert, zudem sei zum ersten Mal das Thema Bildung mit in den Blick genommen worden.

„Wir sehen eine große Dynamik innerhalb des Rankings und erstmals auch einen Wechsel an der Spitze“, ergänzte Berg. Unter den Top 10 fänden sich aber nicht nur Metropolen wie München und Hamburg, sondern auch kleinere Universitätsstädte wie Aachen, Osnabrück oder Ulm. Das zeige einmal mehr, „dass man nicht groß sein muss, um smart sein zu können“. Wichtiger seien ein professionelles Management der Digitalisierungs-Aktivitäten sowie ein gemeinsames Engagement von Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft vor Ort.

Telekom-Chef: „Ich würde Deutschland die Note Fünf geben“

Doch trotz der guten Beispiele bleibt es dabei, dass Deutschland insgesamt im Vergleich zu anderen Ländern bei der Digitalisierung hinterherhinkt. Beispielsweise erreichte Deutschland im E-Government Development Index der UN im vergangenen Jahr lediglich den 22. Platz. Der Index misst den Grad der Digitalisierung in der Verwaltung unter den UN-Mitgliedsstaaten.

Dabei ist die Digitalisierung – auch der öffentlichen Dienste – immens wichtig, wie auch Telekom-Chef Tim Höttges erst vor kurzem in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) betonte. Dabei ließ er unser Land bei der Digitalisierung durchfallen: „Ich würde Deutschland die Note Fünf geben“, sagte er der FAZ. Bei den Netzen würde er zwar eine Zwei vergeben.

Aber: „In der Digitalisierung von Diensten, zum Beispiel in den Verwaltungen, würde ich die schlechte Note geben“, so Höttges. Denn: „Wir müssen als Industrienation, als viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt in der Digitalisierung Spitze sein.“ Dabei müsse vor allem die Digitalisierung der öffentlichen Dienste vorangetrieben werden, sagte Höttges der FAZ. „Weil sie als Leuchtturm fungieren für alle kleineren Unternehmen, sich ebenfalls zu digitalisieren.“

Mit Material der AFP

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