Sozialetat

Renten-Erhöhung 2024 nicht in Gefahr: Kürzung für Rentner bei einem Zuschuss kommt

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Trotz Versprechen von Bundeskanzler Scholz wird an der Rente geschraubt. Die geplante Kürzung des Rentenzuschusses könnte die Rentenerhöhung 2024 beeinflussen.

Update vom 17. Dezember, 18.18 Uhr: Auch wenn die Ampel nach der Haushaltseinigung offenbar Einsparungen im Sozialbereich vornehmen muss, ist die Renten-Erhöhung für das Jahr 2024 wohl nicht in Gefahr.

Renten-Erhöhung für 2024 nicht in Gefahr: Rentenanpassung bestimmt sich nach der Lohnentwicklung

„Die Kürzung des Bundeszuschusses hat keine Auswirkungen auf die Rentenanpassung im Jahr 2024“, äußerte sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu einer kolportierten Kürzung beim Rentenzuschuss, die möglicherweise auch die Renten-Erhöhung 2024 in Gefahr hätte bringen können. „Die Rentenanpassung bestimmt sich nicht nach der Höhe des Bundeszuschusses oder nach der Rücklagenhöhe der Rentenversicherung.„

„Die gesetzlich festgeschriebene Rentenanpassung bestimmt sich im Wesentlichen nach der Lohnentwicklung. Außerdem kann heute noch nicht die Höhe der Rentenanpassung vorhergesagt werden, die Werte zur Berechnung der Rentenanpassungshöhe liegen erst im März 2024 vor“, erklärt das BMAS weiter.

Rentenerhöhung 2024 könnte in Gefahr sein: Renten-Zuschuss wird gekürzt

Berlin – Es werde keine Rentenkürzungen geben, versicherte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in seiner Regierungserklärung nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Haushalt. Doch vier Wochen später, mit einem neuen Haushaltsplan für 2024 auf dem Tisch, wird klar: Es gibt doch Veränderungen bei der Rente. Eine direkte Kürzung der Renten ist zwar nicht vorgesehen, jedoch plant die Bundesregierung, ihren Zuschuss zur Rentenversicherung im Jahr 2024 zu reduzieren. Dies könnte Auswirkungen auf die Rentenerhöhung im selben Jahr haben.

Ampel kürzt Rentenzuschuss - Die Rentenerhöhung 2024 könnte in Gefahr sein

Erstmeldung vom 15. Dezember, 15.30 Uhr: Die Ampel-Koalition plant Einsparungen von drei Milliarden Euro im Sozialbereich – Rente betroffen?

Die Ampel-Koalition hat für den Haushalt des Sozialministers Hubertus Heil (SPD) Einsparungen von drei Milliarden Euro vorgesehen. Zum Vergleich: Der Sozialetat sieht Ausgaben von 171 Milliarden Euro vor, was fast 40 Prozent des Gesamthaushalts 2024 entspricht. Um diese drei Milliarden Euro einzusparen, wird an unterschiedlichen Stellen gespart. So sollen 1,5 Milliarden Euro bei der Bundesagentur für Arbeit eingespart werden, wobei hier ein umstrittener Trick zum Einsatz kommen soll, der auf breite Kritik stößt.

Weitere 1,2 Milliarden Euro sollen durch eine Reduzierung des Rentenzuschusses eingespart werden. Ursprünglich hatte die Koalition geplant, den Rentenzuschuss im kommenden Jahr um 600 Millionen Euro zu reduzieren. Dieser Betrag wird nun verdoppelt. Der Bundeszuschuss dient eigentlich der Abgeltung von Leistungen, die nicht durch Beiträge gedeckt sind, wie zum Beispiel die Mütterrente oder der Grundrentenzuschlag.

Aus dem aktuellen Rentenversicherungsbericht ergibt sich eine durchschnittliche Steigerungsrate von 2,6 Prozent pro Jahr bis 2037.

Bereits im Sommer äußerte die Rentenversicherung Bedenken hinsichtlich der Kürzung des Zuschusses. „Dass mit der Verlässlichkeit der Finanzierung das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung und den Sozialstaat als Ganzes steht und fällt, gilt umso mehr für die Belastbarkeit von Zusagen des Bundes“, so die Deutsche Rentenversicherung damals. Nun fällt die Kürzung noch stärker aus.

Rentenerhöhung 2024: Ursprünglich war eine Rentensteigerung von 3,5 Prozent geplant

Laut der Zeitung Die Zeit ist es jetzt nicht mehr klar, ob die reguläre Rentenerhöhung im Juli kleiner ausfallen wird als ursprünglich geplant. Die Rentenerhöhung wird normalerweise im Frühjahr eines jeden Jahres festgelegt, damit sie ab dem 1. Juli wirksam werden kann. Die Rentenversicherung hatte ursprünglich eine Rentenerhöhung von 3,5 Prozent erwartet. In diesem Jahr stiegen die Renten um 4,39 Prozent im Westen und 5,86 Prozent im Osten.

Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland versuchte Sozialminister Heil jedoch zu beruhigen. Die Kürzung des Rentenzuschusses habe „kurz- und mittelfristig keine Auswirkungen auf die Beitragssatzentwicklung und ist mit der Stabilisierung des Rentenniveaus vereinbar“, so Heil. Wo er stattdessen Einsparungen vornehmen will, ließ er jedoch offen.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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