Automobil

Rettung für Verbrenner: Wird E-Fuel so günstig wie Benzin und Diesel?

  • schließen

Autos mit Verbrennermotoren sollen auch nach 2035 noch fahren dürfen, aber nur mit E-Fuel. Doch wird man sich das Tanken dann überhaupt leisten können?

Brüssel - Lange und heftig haben sich die EU und Deutschland über das Verbrenner-Aus ab 2035 gestritten. Dann kam es am Freitag (24. März) zu einer Einigung. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor können auch nach 2035 neu zugelassen werden, wenn sie ausschließlich CO₂-neutrale Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, tanken.

Preis für E-Fuel: Derzeit kostet ein Liter fünf bis sechs Euro

Doch können sich Otto Normalverbraucher das Tanken mit E-Fuels überhaupt leisten? Derzeit wohl nicht. Momentan kostet ein Liter des CO₂-neutralen Kraftstoffes des Start-ups P1 Performance Fuels fünf bis sechs Euro. Ändern könnte sich das, wenn die Ölindustrie massiv in das Geschäft mit dem Klimasprit einsteigt. „Eine großflächige E-Fuels-Produktion wird langfristig Kraftstoffkosten unter einem Euro pro Liter ermöglichen“, so Thomas Koch, Verkehrsprofessor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gegenüber der Bild. Zum Vergleich: Bei einem Liter E10 liegt der Produktpreis 73,4 Cent.

Wenn E-Fuel in größeren Mengen hergestellt wird, wird der Preis sinken.

Eine weitere Stellschraube für eine Senkung des E-Fuel-Preises sind die Steuern und Abgaben. Laut ADAC fließen bei Benzin 48 Prozent des Tankbetrags in die Staatskasse, bei Diesel sind es 39 Prozent. Verzichtet der Staat auf Einnahmen, könnte E-Fuel günstiger werden.

Steuern und Abgaben für E-Fuel: Finanzminister ist bereit für eine Reform

Es gibt Anzeichen, dass Finanzminister Christian Lindner (FDP) für eine Reform bereit ist. „Wenn der Kraftstoff klimafreundlich ist, dann muss die Besteuerung von der Kraftfahrzeugsteuer bis zur Energiesteuer angepasst werden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Sein Haus wolle dazu in Kürze einen Vorschlag machen.

Die beliebtesten Wasserstoff-Fahrzeuge

Der 2021 Toyota Mirai ist das beliebteste Wasserstoffauto
Der 2021 Toyota Mirai ist das beliebteste Wasserstoffauto. © Toyota Motor Corporation
Der Toyota Mirai 2022 ist das neueste Modell der erfolgreichen Reihe.
Der Toyota Mirai 2022 ist das neueste Modell der erfolgreichen Reihe. © Toyota Motor Corporation
Der Hyundai Nexo wird sein 2018 produziert
Der Hyundai Nexo wird sein 2018 produziert. © Hyundai Motor Company
Der Hyundai ix35 Fuel Cell ist bereits 2013 in Serie gegangen
Der Hyundai ix35 Fuel Cell ist bereits 2013 in Serie gegangen. © Hyundai Motor Company
Der Hyundai Staria ist ein luxuriöser Multivan
Der Hyundai Staria ist ein luxuriöser Multivan. © Hyundai Motor Company
Der Hyundai Vision FK ist ein sportlicher Hybrid mit Brennstoffzelle
Der Hyundai Vision FK ist ein sportlicher Hybrid mit Brennstoffzelle. © Hyundai Motor Company
Honda leistet mit dem Clarity Fuel Cell seit vielen Jahren Pioniersarbeit in Sachen Brennstoffzellen
Honda leistet mit dem Clarity Fuel Cell seit vielen Jahren Pioniersarbeit in Sachen Brennstoffzellen. © Honda Motor Co., Ltd.
Der Audi h-tron fährt rein mit Wasserstoff als Energiequelle
Der Audi h-tron fährt rein mit Wasserstoff als Energiequelle. © Audi AG
Die Brennstoffzellen des BMW i Hydrogen NEXT wurden in Kooperation mit der Toyota Motor Corporation entwickelt
Die Brennstoffzellen des BMW i Hydrogen NEXT wurden in Kooperation mit der Toyota Motor Corporation entwickelt. © BMW AG
Chevrolet entwickelte mit dem Chevy Colorado ZH2 ein Wasserstoff-Fahrzeug für mögliche Militäreinsätze
Chevrolet entwickelte mit dem Chevy Colorado ZH2 ein Wasserstoff-Fahrzeug für mögliche Militäreinsätze. © General Motors Company
Der Opel Vivaro-e Hydrogen ist Teil einer 2000 Fahrzeuge großen Serie des Stellantis Konzerns
Der Opel Vivaro-e Hydrogen ist Teil einer 2000 Fahrzeuge großen Serie des Stellantis Konzerns. © Opel Automobile GmbH
Renault brachte mit dem Kangoo Z.E. Hydrogen und dem Master Z.E. Hydrogen zeitgleich zwei Transporter auf den Markt
Renault brachte mit dem Kangoo Z.E. Hydrogen und dem Master Z.E. Hydrogen zeitgleich zwei Transporter auf den Markt. © Anthony Bernier
Der NamX HUV ist ein Wasserstoff-Prototyp des gleichnamigen französischen Unternehmens
Der NamX HUV ist ein Wasserstoff-Prototyp des gleichnamigen französischen Unternehmens. © Pininfarina
Projekt gescheitert: der GM Nikola Badger sollte 2022 auf den Markt kommen, doch General Motors machte einen Rückzieher
Projekt gescheitert: der GM Nikola Badger sollte 2022 auf den Markt kommen, doch General Motors machte einen Rückzieher. © Nikola Corporation

Auch wenn die Kraftstoffsteuer nicht gesenkt wird, könnten E-Fuels bezahlbar sein. „Berücksichtigt man eine vergleichbare Belastung wie heute mit CO₂-Steuer, Energiesteuer, Mehrwertsteuer und Kfz-Steuer, so sind E-Fuels mit Verbrennungsmotoren eine sehr bezahlbare Alternative, vor allem für Menschen mit einem kleinen Einkommen“, so Koch.

Laut Koch kann jedes heute verkaufte Fahrzeug mit E-Fuel betankt werden. Auch die meisten Bestandsfahrzeuge sollen sich grundsätzlich dafür eignen. Voraussetzung sei, dass der Biokraftstoff innerhalb der heutigen Spezifikation des heutigen Kraftstoffes ist.

Rubriklistenbild: © Science Photo Library/Imago

Kommentare