VonHannes Niemeyerschließen
Elon Musk kaufte erst kürzlich Twitter für viel Geld, übernahm dann zunächst auch selbst den Chef-Posten. Nun hat er seinen Rücktritt als CEO angekündigt.
München – Elon Musk hat seinen baldigen Rücktritt als Twitter-Vorstandschef angekündigt. Eine Nachfolgerin sei gefunden und werde in rund sechs Wochen übernehmen, teilte Musk am Donnerstag in einem Tweet mit.
„Ich freue mich zu verkünden, dass ich einen neuen CEO für Twitter angestellt habe. Sie wird in ungefähr sechs Wochen starten“, schreib Musk auf dem Kurznachrichtendienst, den der Milliardär erst kürzlich für viel Geld erworben hatte. Musk hatte nach der Übernahme zunächst den CEO-Posten selbst bekleidet. Auch nach seinem Rücktritt bleibt er dem Unternehmen in verantwortender Position treu, übernimmt die Rolle als Technikvorstand und wolle sich künftig um speziellere Geschäftsbereiche wie Software und Produkte kümmern.
Excited to announce that I’ve hired a new CEO for X/Twitter. She will be starting in ~6 weeks!
— Elon Musk (@elonmusk) May 11, 2023
My role will transition to being exec chair & CTO, overseeing product, software & sysops.
Elon Musk tritt als Twitter-CEO zurück – bleibt dem Unternehmen aber in verantwortender Position treu
Groß überraschend ist der Schritt nicht. Bereits Ende 2022 hatte der 51-Jährige angekündigt, das Spitzenamt abgeben zu wollen - allerdings erst, wenn die Nachfolge geregelt sei. Er hatte den Chefposten im Zuge seines rund 44 Milliarden Dollar schweren Kaufs der Internetplattform im Oktober übernommen. Musk hatte aber stets signalisiert, dass dies keine Dauerlösung sei. Er leitet auch noch den Elektroautobauer Tesla und die Raketenfirma SpaceX.
Musks bislang rund halbes Jahr als „Head of Twitter“ war von Chaos und Kontroversen geprägt. Nach einer Reihe höchst umstrittener Entscheidungen wurde der Gegenwind immer stärker. Seiner Rücktrittsankündigung im Dezember ging eine von ihm selbst eingeleitete Twitter-Umfrage hervor, in der sich rund 57,5 Prozent der Teilnehmer für seinen Rücktritt aussprachen. Zuvor hatte Musk damals versichert, sich an das Ergebnis des Votums zu halten.
Kündigungswelle, Regeländerungen, brisante Entscheidungen: Musks turbulenter Twitter-Start
Musks Twitter-Kauf hatte von Anfang an für viel Argwohn gesorgt. Der Multimilliardär begründete die Übernahme als Aktion zur Stärkung der Redefreiheit. Kritiker befürchteten jedoch eine weitere Verrohung der Internetplattform. Sie sorgten sich, dass der Eigentümerwechsel zu ungezügelteren Hassbotschaften, Hetze und Desinformationen führen könnte.
Musk gelang es bislang nicht, diese Bedenken auszuräumen. Im Gegenteil: Mit einer Kündigungswelle, erratischen Regeländerungen und anderen brisanten Entscheidungen erschütterte er das Online-Netzwerk und verschreckte Anzeigenkunden - die wichtigste Einnahmequelle.
Twitter und die EU: „Falschinformationen“ oder Meinungsfreiheit? Aufgrund der neuen Gesetze droht Zoff mit Elon Musk. (han/dpa)
