Nach Rettungsversuchen

Insolvenz beendet Ära: Traditionsreicher Möbelhersteller schließt Türen endgültig

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Den Möbelhersteller aus dem Münsterland gibt es seit 1940.
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Ein einstiges Vorzeigeunternehmen der Möbelbranche ist insolvent. Mehrere Rettungsversuche scheiterten, nun ist das Aus besiegelt.

Stadtlohn - Das Aus des Möbelherstellers Hülsta ist besiegelt. „Eine Fortführung des Betriebs ist aufgrund der fehlenden wirtschaftlichen Perspektive nicht möglich“, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Christoph Morgen am Dienstag in Stadtlohn (NRW) mit. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. Juni werde der Betrieb eingestellt. „Das ist sehr bedauerlich“, sagte Morgen und wies auf verschiedene Sanierungsprojekte vergangener Jahre hin, bei denen die Belegschaft - aktuell 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - immer wieder ihren Beitrag geleistet habe.

Die MWS Westfalen Werke NDS GmbH & Co. KG und die MWS Werke Westfalen GmbH, bekannt unter dem Namen Hülsta, hatten Mitte April einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Münster eingereicht und dies mit Umsatzrückgängen und einer schwierigen Marktsituation begründet. 2022 und 2023 hatte Hülsta schon mal ein Insolvenzverfahren durchgemacht und den Neustart gewagt, Investoren stiegen ein. Doch die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Erfolgsspur zerschlugen sich, auch die Nachfolgegesellschaften schlitterten in die Insolvenz.

Insolvenz von Hülsta: Traditionsunternehmen gibt es seit 1940

Das Unternehmen aus dem Münsterland gibt es seit 1940, Alois Hüls eröffnete damals in Stadtlohn eine Möbel-Tischlerei. Der Name Hülsta setzt sich aus dem Familiennamen des Gründers und dem Ortsnamen zusammen.

Die Hülsta Werke hatten erst im November des vergangenen Jahres das Insolvenzverfahren aufheben können. Dies geschah auf Basis des Insolvenzplans, der bereits im Juli von den Gläubigern akzeptiert und in Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter Dr. Christoph Morgen ausgearbeitet worden war. Das Amtsgericht Münster hatte diesen Schritt am 9. November bestätigt.

Bereits im Januar hatte der Küchenhersteller Warendorf jedoch zum vierten Mal Insolvenz anmelden müssen. Obwohl die Hülsta-Gruppe das Unternehmen erst im November übernommen hatte, war eine erneute Insolvenzanmeldung beim Gericht in Münster unumgänglich.

Nun steht Hülsta selbst vor der Herausforderung, die Nachricht von einer erneuten Insolvenz zu verkünden. Mit Material von dpa

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