VonMarcel Reichschließen
Die Zeiten sinkender Energiepreise könnten bald vorbei sein. Eon-Chef Birnbaum prognostiziert ab 2024 steigende Strom- und Gaspreise.
Frankfurt – Leonard Birnbaum, Vorstandsvorsitzender des Energiegiganten Eon, prognostiziert für 2024 eine Anhebung der Preise für Strom und Gas. „Strom und Gas drohen nach den bisherigen Preissenkungen ab 2024 möglicherweise wieder teurer zu werden“, äußerte er gegenüber der Rheinischen Post.
Energiekosten: „Preise sind noch immer rund zweimal so hoch wie vor der Krise“
Als Gründe nannte er die Mehrwertsteuererhöhung auf Gas und das Auslaufen der Preisabschläge durch die Übertragungsnetzbetreiber bei Strom. „In vielen Fällen tritt durch die Beendigung der Preisbremse ein zusätzlicher Effekt ein.“
Gemäß einem Vorabbericht geht Birnbaum davon aus, dass sämtliche Versorger die Steigerung von Steuern und Netzentgelten an die Verbraucher weiterreichen werden: „Das sind politisch bedingte Aufschläge, diese werden alle Versorger an die Gas- und Stromkunden weitergeben müssen. Vielleicht nicht sofort, aber wohl in den kommenden Monaten.“. Zudem würde jede Eskalation im Nahen Osten unweigerlich Auswirkungen auf alle Energiemärkte haben.
Birnbaum stellte fest, dass die Preise im Vergleich zu den Höchstwerten im Herbst 2022 deutlich gesunken sind. „Doch die Preise sind noch immer rund zweimal so hoch wie vor der Krise. Der Großhandelspreis für Strom hat Anfang 2021 bei 50 Euro je Megawattstunde gelegen, heute sind es immer noch fast 100 Euro.“. Dennoch ist der E.ON-Chef skeptisch, dass die Preise auf das Niveau von 2021 zurückfallen könnten. „Zwar kostet die Erzeugung durch Wind und Solar vergleichsweise wenig, aber die Absicherung - Stichwort Dunkelflaute - durch Speicher oder neue Gaskraftwerke und die Verbindung der vielen dezentralen Energiewende-Anlagen erhöht dennoch die Kosten der Versorgung insgesamt.“
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